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Bora Bora - die einzig wahre "Perle"

Der Flug von Raiatea dauerte gerade einmal 20 Minuten und fast hätten wir den Blick auf die Perle der Südsee verpasst. So fasziniert war ich von einem Sitz im Flugzeug, der wie im Zug eine Vierergruppe umfasste. Zwei Sitze in Flugrichtung, zwei Sitze gegen Flugrichtung. So etwas hatte ich trotz vieler Flüge noch nicht gesehen.

Beim Anflug auf Bora Bora sollte man links im Flieger sitzen um einen Blick auf die Lagune und die Insel zu haben. Die Flieger nehmen immer den gleichen Anflug und sind daher fest planbar. Der Flughafen liegt auf einem Motu außerhalb der Hauptinsel und der Transfer erfolgt mit dem Schiff, das direkt am Terminalgebäude festmacht. Für die Normalsterblichen wie uns wartet die Fähre, für die besonderen Gäste der 5* Hotels der jeweils eigene Shuttleservice. Besonders begeistert hat mich das Boot des Four Seasons Hotels, das in einem italienischen Mahagoniboot-Stil gebaut und mit weißen Ledersitzen ausgestattet war. Wir hatten beobachtet, dass mit diesem Boot 3 Hotelpagen ankamen, die sich um ein einzelnes angereistes Paar kümmerten. Direkt nach dem Einstieg gab es Erfrischungen vom Butler serviert. Wir saßen in der Zeit auf dem Oberdeck unserer Fähre und konnten so alles wunderbar beobachten. Das wäre aus einem der Privatshuttles nicht gegangen – unser Vorteil!

Während unsere Fähre 40 Minuten am Dock wartete um auch die Passagiere des nächsten Flugs noch mitzunehmen, waren die Nobelshuttles schon das zweite Mal angefahren um Passagiere aus dem nächsten Flug zu empfangen. Hier wurde nicht gewartet.

Als wir dann endlich auf der Hauptinsel in Vaitape ankamen, wartete schon eine kräftige Dame auf uns, die einen Bus sicher bis in unser Hotel lenkte. Wir waren die einzigen Gäste, die zu dieser Zeit in unserem Hotel ankamen. Bis dahin hatte ich eigentlich gedacht, dass das Maitai Polynesia Bora Bora (so der Name unseres Hotels) ein exquisites Haus sei. Der Name lässt zumindest auf einen gehobenen Standard hoffen. Nachdem ich allerdings die Shuttle-Situation überdachte und mir überlegte, dass die anderen Gäste vermutlich inzwischen in Ihren Bungalows sich bedienen lassen während wir durch die holprige Nacht donnerten, stellte ich mir unter unserem Hotel so manches vor.

Angekommen wurden wir jedoch sehr freundlich empfangen, gleich wieder Blumenketten, Begrüßungscocktail und die üblichen Formalitäten. Anschließend wurde unser Gepäck vom Hotelboy aufs Zimmer gebracht, das nun zum ersten Mal nicht am Wasser lag, sondern an einem Hang im 2. Stock eines Gästehauses. Der Ausblick war aber sehr schön, vor allem da wir einen direkten Blick auf das edle Intercontinental hatten, das sich direkt vor unserer Lagune auf mehrere Overwater-Bungalows ausbreitete.

Schön war, dass wir hier Halbpension gebucht hatten und so uns endlich einmal richtig satt essen können. So gingen wir mit großem Hunger und mit hohen Erwartungen zum Essen. Aus der Karte konnten wir Vorspeise, Hauptgang und Dessert auswählen.

Das Essen war kein kulinarischer Höhepunkt, jedoch annehmbar und sättigend. Allerdings hat der Service noch deutliches Potenzial zur Ablaufoptimierung. So haben die drei Gänge fast 2 Stunden gedauert, bei überschaubarem Betrieb.

Für den nächsten Tag haben wir uns eine Fahrradtour rund um die Insel vorgenommen. Das Hotel vermietet Fahrräder für ca. 18 Euro am Tag. Es gibt nur eine Straße auf Bora Bora, so ist es recht schwierig sich zu verfahren und den Weg zum Hotel nicht mehr zu finden. Wir starteten unsere Tour gegen halb 9 morgens. Einmal um die Insel herum sind ca. 35km. Bereits nach den ersten paar Kilometer spürte ich doch deutlich, dass ich schon lange nicht mehr auf einem Fahrradsattel gesessen bin. Auch wenn die Straße komplett eben um die Insel herumführt strengt es doch an, wenn man sich das Hinterteil erst einmal wund gesessen hat.

Auf unserer Tour wurden wir zweimal von einem Regenschauer überrascht. Naja überrascht nicht wirklich, wir hatten fest damit gerechnet nass zu werden. Gut war allerdings, dass wir in beiden Fällen schnell ein Dach über dem Kopf gefunden haben. Beim ersten Mal steuerten wir einen großen Baum an, der vor einem Haus stand. Nici stellte sich gleich darunter, während ich noch ein paar Meter weiter rollte. Direkt dahinter war die Hofeinfahrt eines Privathauses, wo mich ein Schuppen mit Vordach anlachte. Ich bin einfach hinein und habe mich hinter dem Schuppen so positioniert, dass ich vom Haus nicht gesehen werden konnte. Ein paar Minuten später, als der starke Regen vorüber war wollte ich kurz nach ihr sehen. Sind stand immer noch klatschnass unter ihrem Baum und wartete. Als sie sah, dass ich ziemlich trocken unter einem Schuppen hervorkam war sie nicht sehr erfreut über meine Fürsorge ihr gegenüber. Ich habe dann noch ein paar Minuten mein Dach mit ihr geteilt, bevor wir weiter fahren konnten.

Viel aufregendes gab es auch auf dieser Inselrundfahrt nicht zu sehen. Das Highlight war nach ca. 2 Stunden ein Supermarkt, in dem wir unsere Getränke für das Hotel einkaufen konnten. Wieder habe ich ein horrendes Geld für ein paar Flaschen Wasser, Cola und Orangenlimo liegen lassen. Gut, dass unsere Fahrräder einen Gepäckträger hatten, auf den ich alles aufspannen konnte.

Fas wären wir ganz um die Insel herum gewesen als uns ein zweiter starker Regen einholte. Wieder suchten wir Schutz unter einer Hütte, die früher mal eine Art Strandbar mit eigenem Bootssteg war. Diese schien aber schon seit einiger Zeit verlassen zu sein, was uns nicht weiter störte. Als der Regen dann endlich vorüber war ging es weiter in Richtung Hotel, wo wir etwa 4 Stunden nach Abfahrt wieder ankamen. Unsere Einkäufe haben wir schnell aufs Zimmer gebracht, bevor wir mit den Rädern etwas zurück gefahren sind bis an einen öffentlichen Strand – Matira Beach. Der hat uns sehr gut gefallen und wir wollten dort noch etwas baden, bevor wir um 17 Uhr die Räder abgeben mussten.

Für den Freitag hatten wir eine Lagunentour gebucht, die auf einem kleinen Boot mit einer Horde lustiger Italiener und einige wenige Amerikaner stattfinden sollte. Die Abholung am Hotel wurde mit einem umgebauten Lastwagen vorgenommen, auf den hinten eine Art Personenkoffer aufgebaut wurde, mit Bänken parallel zur Fahrtrichtung. Eine lustige Konstruktion, die jeder Art von europäischen Sicherheitsbeschränkungen trotzen würde. Die Fahrt auf dem Boot sollte uns zuerst an die Riffkante bringen, wo wir auf Haie und Rochen trafen. Wir haben uns ins Wasser getraut (im Gegensatz zu anderen auf unserem Boot) und haben der Fütterung mit Fischabfällen interessiert zugeschaut. Es ist ein interessantes Gefühl wenn man plötzlich inmitten einem Schwarm Haie steht und Rochen sich an einem vorbei und hindurch winden. Auch wenn man immer wieder zu hören bekommt, dass die nichts tun würden bleiben es nach wie vor doch „wilde“ Raubtiere. Es ist aber nichts passiert und wir konnten unsere Tour fortsetzen.

Der nächste Stopp war ein Korallengarten mit angeblich sehr vielen tropischen Fischen. Allerdings waren wir von diesem Korallengarten sehr enttäuscht, da wir hier in Huahine und in Raiatea viel bessere und schönere Gärten gesehen haben. Entsprechend desinteressiert sind wir auch etwas hindurch geschnorchelt und haben recht schnell uns wieder ins Boot begeben. Auch war die Strömung recht stark so dass es kein echtes Vergnügen war.

Es folgte nun eine lange Rundfahrt um die Insel herum, die immer wieder von humoristischen Einlagen unseres Guide Max aufgepeppte wurde. Max war ein lustiger, teilweise etwas schräg anmutender Zeitgenosse, der jedoch seine Rolle als Touristenunterhalter täglich perfekt meistert, wenn auch vieles zu sehr einstudiert wirkt.

Nachdem wir um die Insel herum waren, stoppten wir auf dem privaten Motu des Veranstalters – dem Lagoonarium. Es handelt sich hierbei um einen eingezäunten Bereich, in dem unterschiedliche Meeresbewohner eher unfreiwillig ein neues Zuhause gefunden haben. In mehreren Abschnitten wurden uns Meeresschildkröten und jede Menge Rochen, Riffhaie, Zitronenhaie und sonstige Fische vorgeführt. Bis auf die Schildkröten konnten man mit allen Tieren in direkten Kontakt kommen und zusammen mit ihnen schwimmen. Sehr anschaulich hatte uns Max erklärt, dass man die Rochen auf der Oberseite jederzeit anfassen kann. Man sollte aber niemals einen Hai berühren, denn „if you touch the shark he will turn to you and yamyam“. Also haben wir unsere Hände bei uns gelassen und uns ins “Haifischbecken” treiben lassen. Mit dem „yamyam“ im Hinterkopf waren wir stets darauf bedacht möglichst ruhige und nicht allzu ausladende Schwimmbewegungen zu machen. Vor allem die Zitronenhaie mit ihrer gelblichen Farbe haben es mir aber sehr angetan. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn mehrere dieser Mannshohen Raubfische auf einen zugeschwommen kommen, in die Kamera blicken und dann vor einem Abdrehen. Dann möchte man sich am liebsten erst einmal hinstellen, was jedoch nicht geht, da unter einem die Rochen tanzen. Umzingelt von diesem Meeresgetier ist man doch recht froh, irgendwann wieder den ruhigen Strand zu erreichen.

Insgesamt war der Ausflug sehr schön, jedoch wie alles in Französisch Polynesien (und besonders im touristischen Bora Bora) viel zu teuer. Empfehlen würden wir ihn jedoch jedem.

 

Für unseren letzten Tag auf Bora Bora hatten wir die Wahl zwischen dem Hotelstrand oder einem einsamen Motu mit Blick auf die Hauptinsel. Wir haben uns für das Motu entschieden und den Transfer auf 10 Uhr ins Hotel bestellt. Mit einem kleinen Motorboot brachte uns ein Einheimischer auf das Motu und setzte uns an einem einsamen Sandstrand aus. Er versprach uns gegen 16.30 Uhr wieder abzuholen. Falls nicht, wusste ich ja inzwischen wie man Kokosnüssen öffnet und dadurch überleben kann.

Das Motu ist ca. 5 km lang und begrenzt die Lagune auf der einen Seite und die Riffkante um Bora Bora herum auf der anderen Seite. Wir erkundeten auch das Innenleben des Motus und suchten uns den Weg durch dichten Dschungel auf die andere Seite, wo der Pazifik auf die Riffkante der Lagune stößt. Wie zu erwarten haben wir allerdings dort keinen Sandstrand vorgefunden, sondern hauptsächlich kleingemahlene Korallen und Muscheln. Die Brandung macht auch das Baden auf dieser Seite ungemütlich, sodass wir uns entschlossen auf die Lagunenseite des Motu zurück zu kehren. Nach einer langen Wanderungen von ca. 5 km vorbei an vielen „Privée“ und „Tabu“ Schildern fanden wir schließlich ein nettes Plätzchen unter einer Kokospalme, die etwas Schatten spendete. Der Blick war einfach nur atemberaubend. Da saßen wir also, auf einer einsamen Insel, am weißen Sandstrand, unter einer Kokospalme und mit Blick auf die türkisfarbene Lagune der Perle der Südsee. Der Lonely Planet Reiseführer beginnt das Kapitel Bora Bora mit „This is it! This is the one!“ Und wie recht er hatte. Das ist wirklich die einzig wahre Perle der Südsee, die man allerdings erst dann richtig genießen kann, wenn man auf einer kleinen Insel außerhalb sitzt und dem Touristentrubel entrinnen kann – so wie wir das getan haben.

Wir waren an unserem Traum angekommen – willkommen in der Südsee!

Die Lagune bietet nicht viele interessante Möglichkeiten zum Schnorcheln, zumindest nicht an dieser Stelle. Dafür konnte man fast unendlich weit über den blitzsauberen Sandboden laufen, und stand immer noch gerade bis maximal zur Hüfte im Wasser.

Der Tag am vermutlich gemütlichsten Platz der Welt ging schneller zu Ende als man sich das wünschte. Kurz nach 4 sahen wir unser Boot schon wieder von der Hauptinsel auf uns zu fahren und wir wussten, dass er in wenigen Minuten bei uns sein wird. Voller schöner Eindrücke fuhren wir zurück in unser Hotel, wo ein Abschlußbuffet auf uns wartete. Das selbige wurde noch von einer tahitianischen Tanzgruppe untermalt, wobei die Location im Gartenzelt des Hotels sicher nicht die eindrucksvollste war. Wir fanden es trotzdem ganz nett, haben uns aber nicht an den gestellten Fotoshootings mit den Akteuren beteiligt, die speziell für die Amerikaner organisiert wurden.

Der Transport zum Flughafen war auf 10 Uhr am nächsten Morgen angesetzt, so dass wir das Frühstück in aller Ruhe genießen konnte. Pünktlich kam der Bus an, der neben uns noch eine ganze Menge anderer Hotelgäste zum Hafen brachte, die alle zusammen mit uns die Fähre zum Flughafen bestiegen. Am Flughafen die gleiche Prozedur wie immer -  Koffer abgeben und wenn die Türen aufgehen in den richtigen Flieger sitzen. Nur hier mit deutlich mehr Hektik als an den anderen Flughäfen. Es sollte unser letzter Flug mit Air Tahiti werden, da wir von Moorea später die Fähre nach Tahiti nehmen werden.


Tipps & Infos

Hotel: Maitai Polynesia - sehr schön und sauber mit eigenem Strand. Bungalows direkt am Strand. Netter Empfang und das Hotelpersonal war stets freundlich.

Essen: Halbpensionangebot im Hotel sehr gut, 3 Gänge mit guter Qualität.

Einkaufen: Getränke können im Supermarkt ca. 5 Minuten entfernt gekauft werden.

Ausflüge: Radtour um die Insel dauert ca. 4 Stunden. Die Strecke ist komplett eben am Meer entlang. Ein Mietwagen ist nicht erforderlich. Lagoonarium-Tour sehr empfehlenswert wenn man mit Haien und Rochen schnorcheln will. Tolles Motu für die Mittagspause.