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Huahine - die unberührte Insel

Der Anflug nach Huahine mit der kleinen ATR62 der Air Tahiti war holprig. Es ging ein ziemlicher Wind da draußen, was das kleine Flugzeug auch sofort spüren ließ. Der Landeanflug erfolgt recht niedrig und mit einer schön langgezogenen Rechtskurve über dem Meer. Man hätte fast mit der Hand einen Fisch greifen können.

Unten angekommen sahen wir dann, dass die Feuerwehr seitlich an der Landebahn mit uns mitgefahren war und zusammen mit uns dann auf die Parkposition kam. Gab es hier etwa schon mehrere „Überraschungen“ im bei der Landung? Bei uns ging alles gut, bis auf die Tatsache dass es regnete. Regen im Paradies? Das kann doch nicht wahr sein, dachten wir uns.

Der kleine Flughafen von Huahine hatte alles was ein großer auch hätte. Eine Snackbar, Mietwagenschalter, eine Bank. Aber alles geschlossen.

Als wir unsere Koffer erhalten haben gingen wir direkt auf den freundlichen Mann zu, der ein Schild mit dem Namen unseres Hotels in der Hand hatte – Relais Mahana. Wir waren seine einzigen Gäste und konnten somit direkt los. Die Fahrt ging ca. 30 Minuten durch eine schöne Landschaft aus Regenwald, Lagunen und Küstenabschnitten, bevor wir an unserem Hotel ankamen.

Der Empfang war etwas frostig, vermutlich aber deswegen da die gute Dame Französin war und mit uns englisch sprechen musste. Daher beschränkte sich die Kommunikation auf das Wesentliche. Es war ihr aber wichtig uns mitzuteilen, dass wir bei unserer Buchung keine Mahlzeiten inklusive hätten und wir das extra bezahlen müssten. Das wussten wir aber, somit war der Überraschungseffekt nicht ganz so groß.

Nach einer kurzen Wartezeit brachten sie uns dann in unserem Strandbungalow Nr. 22, der direkt am weißen Sandstrand mit Blick auf den Pazifik lag. Beim ersten Hinsehen einfach nur ein Traum. Wie sich nachher herausstellte, jedoch ein Traum mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Die Einrichtung war zweckmäßig und eigentlich ausreichend. Leider war unser Bungalow jedoch recht alt und wurde vermutlich bei der Modernisierung in 2007 übersehen, da er ganz außen am Strand lag. So weit draußen, dass noch nicht mal das kostenlose WLAN bis hier her reichte. Aber nun gut, wir waren ja nicht wegen dem Internet oder dem tollen Badezimmer aus der Werbung hier, sondern wir wollten die Insel und den Pazifik genießen.

Das Hotel bestand aus 22 Bungalows, die teilweise am Strand oder im Garten standen. Allerdings waren nur 6 Bungalows tatsächlich belegt, hauptsächlich mit Franzosen.

Unser Ankunftstag war verregnet und windig, sodass das Sonnenbad auf dem Privatstrand vor unserem Bungalow ausfallen musste. Da sich schon während des Fluges bei mir eine Erkältung breit machte habe ich mich nach einer warmen Dusche ins Bett verzogen und versucht, mich gesund zu schlafen. Der erste Tag war somit erledigt.

Die ganze Nacht hat es schwer gestürmt und geregnet. Hier gibt es einen Regen, zu dem man „Sie“ sagen kann. Und das die ganze Nacht über. Entsprechend war der zweite Tag dann von der Wetterlage. Statt blauem Himmel nur dicke Wolken und starker Wind. An Schnorcheln oder Strandbad nicht zu denken. Da wir schon recht früh wach wurden haben wir bereits früh am Morgen einen Ausflug gewagt und sind trotz schlechten Wetters am Strand entlang in das 3km entfernte Dorf Parea gelaufen. Viel zu sehen gab es dort nicht, ist es doch nur eine lose Ansammlung von Häusern. Dafür haben wir unterwegs diverse neue Freunde gefunden. Überall laufen hier Hunde herum, die sich nach etwas Zuneigung sehnen und jedem hinterherlaufen, der gerade so um den Weg kommt. Zwischenzeitlich sind gerade zu Kämpfe um uns zwischen den Hunden entstanden, wer uns begleiten darf. Ein netter schwarz-weißer Mischling hatte sich durchgesetzt und war nun für einige Zeit unser Begleiter.

Unsere eigentliche Suche galt aber einem Supermarkt, denn die Getränke im Hotel waren einfach nicht zu bezahlen. Eine Dose Cola gab es hier für 4,50 Euro. Wir fanden schließlich einen kleinen Laden, der die nötigsten Waren verkaufte damit sich die Bevölkerung versorgen konnte. Auch ein paar Getränke waren dabei und zwar immer noch sehr teuer, jedoch deutlich günstiger als im Hotel. Natürlich nahm der Laden nur Bargeld und da wir bisher keine Gelegenheit hatten welches zu tauschen, mussten wir mit leeren Händen wieder abziehen. Auf dem Rückweg ging dann noch einer meiner Badeschlappen kaputt und ich musste Barfuß über die Straße bis zum Hotel zurück laufen. Zum Glück waren es nur gute 2 km.

Im Hotel konnten wir dann glücklicherweise Geld wechseln, auch wenn dies nur widerwillig gemacht wurde. Man möchte natürlich verhindern, dass Geld außerhalb des Hotels ausgegeben wird. Nachdem die Rezeptionistin aber meine defekten Schuhe gesehen hat und ich ihr erklärte, dass es einen Laden gibt wo ich neue kaufen kann war es dann kein Problem mehr.

Schuhe habe ich natürlich keine gekauft, denn ich hatte ja noch Ersatz dabei. Aber nun konnte ich mich nochmals auf den Weg machen um etwas einzukaufen.

Als ich gegen Mittag am Hotel zurück war setzte schon wieder Regen ein und es ging wieder ein kalter Wind. Wir zogen uns dann in unseren Bungalow zurück, wo wir uns für einen Film auf dem Notebook entschieden haben. Leider haben wir es nicht geschafft den Film ganz anzusehen, da uns das Jetlag einholte und wir eingeschlafen waren. Als wir wieder wach wurden war es draußen schon dunkel. Da wir keinen wirklichen Hunger hatten haben wir uns gegen ein Abendessen im teuren Hotelrestaurant entschieden und haben einfach versucht weiter zu schlafen.

Es kam wie es kommen musste und wir waren gegen 3 Uhr hellwach. Gegen 4 Uhr setzte ich mich dann in die inzwischen wieder warme Nacht an den Strand und wartete auf die Dämmerung. Zum Sonnenaufgang konnte ich dann zum ersten Mal wirklich meine fotografische Begeisterung ausleben.

Als dann gegen halb 8 das Frühstücksbuffet im Restaurant aufgebaut war, bin ich einfach mal reingegangen um mir das anzusehen. Evtl. würde es sich ja doch lohnen hier zu frühstücken. Ich war jedoch enttäuscht. Es gab in guter amerikanischer Manier etwas Weißbrot und Marmelade, frische Früchte. Das Ganze dann für 20 Euro pro Person. Damit waren wir bestätigt, dass wir kein Frühstück benötigen.

Nach einem genossenen Sonnenaufgang am Strand haben wir uns dann zum nächsten Spaziergang in die andere Richtung der Straße aufgemacht und sind ca. 4 km Richtung Norden gelaufen. Wieder am Strand entlang, vorbei an anderen Restaurants und Hotels, die jedoch teilweise geschlossen waren. Als wir kurz vor Mittag zum Hotel zurückkehrten gingen wir nochmals zu dem kleinen Laden, um weitere Getränke und etwas zum Frühstück einzukaufen.

Nachdem wir voll bepackt zurückkamen war es endlich Zeit die Schnorchelausrüstung einzuweihen. Trotzdem fehlender Sonne war es ein sehr schönes Erlebnis durch das eigene Hausriff direkt vor dem Hotel zu schnorcheln. Am Anfang etwas ungewohnt, aber dann recht schnell eine tolle Sache. Zwischen all den bunten und lebhaften Fischen wurde man schnell als neuer Riffbewohner anerkannt und die Fische waren mehr neugierig auf uns als wir auf sie.

Irgendwann kam meine Frau ganz aufgeregt zu mir und sagte, ihr sei gerade ein Schnorchler mit einer Harpune begegnet. Ich beruhigte sie dann und erklärte ihr, dass es nur der Koch war auf der Jagd nach dem Fang des Tages – so war es dann auch tatsächlich.

Am Abend haben wir uns dann zu unserem ersten Abendessen verführen lassen und sind gegen 19 Uhr im Restaurant eingetroffen. Es war für jeden Bungalow ein Tisch gedeckt. Bisher ist unserer immer leer geblieben, aber heute hatte er sich auch über Besuch gefreut.  Aus der teuren Karte hatte sie sich den Lagunenfisch (den vom Taucher mit der Harpune) und ich ein tahitianisches Frikassee ausgesucht. Beides war sehr gut, aber trotzdem sehr teuer. Mit etwa 50 Euro sind wir dann satt ins Bett gegangen.

Der erste richtige Sonnentag begann mit einem gemütlichen Frühstück bestehend aus Instantkaffee und Schokoröllchen aus dem kleinen Lebensmittelladen auf unserer kleinen Terrasse mit einem fabelhaften Blick auf den Pazifik. Es folgte ein typischer Strandtag, den wir an unserem kleinen Strandabschnitt verbrachten. Zwischendurch wurde geschnorchelt, im Schatten gesessen und einfach in die Weite gesehen. Irgendwann kam meine Frau ganz aufgelöst von einem Schnorchelgang zurück und meinte, sie wäre gerade von einem Schwarm Rochen erschreckt worden, die plötzlich vor ihr auftauchten. Voller Panik hätte sie versucht dem zu entkommen, konnte sich aber nicht wirklich bewegen da sie mitten im Riff war. Natürlich glaubte ich ihr nicht und habe sie den ganzen Tag damit aufgezogen, bis abends dann plötzlich direkt vor uns ein riesen Getöse im Wasser war. Aus dem Wasser ragten Flossen heraus, die wild in der Gegen hin und her platschten. Es waren tatsächlich kleine Rochen, die ihren Weg in unser Riff gefunden haben. Damit war sie rehabilitiert.

Das folgende Abendessen war ziemlich ernüchternd. Ich hatte genau das gleiche wie am Vorabend bestellt, das mir sehr gut schmeckt. Ich dachte – keine Experimente, wenn es gut war wird es wieder gut sein. Sie hat sich davon anstecken lassen und ebenfalls das Frikassee bestellt. Was dann kam war aber definitiv etwas anderes als am Vorabend und dazu noch etwa die halbe Portion davon. Es war zwar ein Curry Frikassee, aber sah anders aus und schmeckte auch anders. Sehr enttäuscht gingen wir ins Bett.

Der letzte Tag auf Huahine begann damit, dass sich meine Erkältungsbazillen den Weg zu Nici gebahnt hatten und nachdem ich wieder komplett fit war, nun sie mit ihnen zu kämpfen hatte. Also ließ ich sie ausschlafen und bin alleine zum Sonnenaufgang auf den kleinen Holzsteg vor dem Restaurant gelaufen. Dort hatte ich mich hingesetzt und gewartet, also plötzlich wieder ein Getöse im Wasser zu höre war. Es war wieder die kleine Herde Rochen, bestehend aus 5 Tieren. Ein inzwischen eingetroffener Einheimischer erklärte mir dann, dass es sich um 1 Weibchen und 4 Männchen handelt.

Unser tägliches Frühstück fiel wie üblich spartanisch aus – wir freuten uns auf das nächste Hotel wo wir Frühstück inklusive gebucht hatten.

Dieser sonnige Abschiedstag wurde ganz dem Baden und Schnorcheln gewidmet, ohne große Aufregung. Halt, eine Aufregung gab es dann doch, als Nici etwas tollpatschig mit Ihren Flossen aus dem Wasser steigen wollte. Vor lauter Hektik hat sie sich in den Sand eingegraben und dabei die nagelneuen Flossen einfach abgebrochen. Das Theater war natürlich groß. Zum Glück kann in den meisten Hotels Flossen ausgeliehen werden – hoffentlich auch in den bei uns folgenden.

Das letzte Abendessen nahmen wir im Nachbarrestaurant Chez Tara ein. Dies wurde im Internet auf diversen Seiten erwähnt und wir dachten, gehen wir einfach mal hin. Die Karte war ausreichend groß und für jeden Geschmack etwas dabei. Wir waren von der Qualität echt überrascht, da es eine deutliche Steigerung zum Hotelrestaurant war und dazu noch günstiger. Wären wir nur früher her gekommen. Bei einem romantischen Dinner am Strand mit Pina Colada und Banane nach Parea Art ging die erste Woche zu Ende.


Tipps & Infos

Hotel: Relais Mahana - die Deluxe-Bungalows haben ein schön renoviertes Badezimmer, dessen Aufpreis sich lohnt. Die Strandbungalows liegen direkt am eigenen Strand. Der Strand ist klasse und das Riff direkt vor dem Bungalow praktisch direkt vom Bett aus zu erreichen. Es wurde ein kostenloses W-LAN angeboten.

Essen: Im Restaurant Chez Tara (neben dem Hotel) gibt es sehr gutes Essen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Einkaufen: Ca. 10 Minuten in Richtung Parea befindet sich ein sehr kleiner Supermarkt, in dem man die nötigsten Dinge inkl. Getränke einkaufen kann. Viel günstiger als im Hotel.