HOMEIslandFranz. PolynesienHuahineRaiateaBora BoraMooreaTahitiKanadaNeuseelandNorwegenUSAKontakt / ImpressumFotografie

Moorea - Riff und Wildnis

Wie immer war der Flug angenehm und schnell vorüber. Wir flogen nun zum ersten Mal wieder nach Osten, was praktisch bedeutete, dass wir uns ab jetzt auf der Heimreise befanden. Das gefiel uns natürlich gar nicht und auch die Tatsache, dass wir noch über eine Woche in Franz. Polynesien hatten tröstete uns nur wenig.

Angekommen in Moorea wurden wir gleich nach dem Flugzeug wieder empfangen und eine nette Dame der Gesellschaft, die die Transfers auf der Insel durchführte nach uns gleich zu sich. In ihrem besten Französisch erklärte sie uns nicht nur, dass sie uns gleich ins Hotel bringen und einige Tage später auch wieder abholen, sondern startete direkt ihr Verkaufsprogram für Ausflüge. Sie lockte damit, dass es bei ihr direkt gebucht 5 Euro billiger sei als im Hotel gebucht.

Unser Fahrer zum Hotel sprach Deutsch. Ein Auswanderer aus den Niederlanden, der vor 5 Jahren die Liebe in Polynesien gefunden hatte. Nun lebt er hier und fährt Touristen durch die Gegend. Wir fragten ihn aus nach dem Ausflug, der uns angeboten wurde und er bestätigte uns, dass dieser sehr schön sei – was sollte er auch anders sagen, schließlich führt er diese Ausflüge selbst durch. Während wir an den großen Ressorts von Hilton und Intercontinental vorbeifuhren wurde uns immer klarer, dass unser Hotel wohl etwas abseits liegen würde. So war es dann auch. Rund um das Hotel Hibiscus war nicht viel, aber immerhin ein kleiner Shoppingbereich mit Lebensmittelladen und Restaurants. Interessant, dass sich so etwas mitten im Nichts halten kann, aber es waren dort immer Leute anzutreffen. Wir waren froh darüber, da sich die Versorgung mit Getränken und Snacks so wesentlich leichter gestalten sollte als in den bisherigen Hotels. Zum Abschied gaben wir dem Fahrer noch unsere Anmeldung für die Jeepsafari mit, zu der wir uns jetzt durchgerungen hatten um die 5 Euro pro Person zu sparen.

Im Hotel angekommen waren wir erst einmal geschockt in was wir hier eingecheckt haben. Das Hotel sah weder aus wie auf den Bildern im Internet noch war die Ausstattung so glamourös, wie es sich auf diversen Seiten anhörte. Vielmehr waren es recht alte Bungalows, die zum Teil kaputt waren, aber auf keinen Fall Schutz vor sicheren Mosquitoattacken boten. Nach den tollen Hotels der letzten Wochen war dies ein echter Absturz – und ausgerechnet hier sollte unser Traumurlaub zu Ende gehen?

Nachdem wir den Boden, das Bett und das Bad von diversem Dreck befreit hatten haben wir uns besonnen, ob wir hier überhaupt bleiben wollen. Wir checkten im Internet, welche Möglichkeiten wir haben, doch die tollen Hotels auf der Insel waren alle preislich keine Alternative. Gerne wäre wir ins benachbarte Intercontinental Ressort umgezogen, allerdings schlug das Internetangebot mit 400 US$ pro Nacht doch leicht unser Budget. Wir entschieden uns also, dem Reiseveranstalter eine email zu schreiben, da unser Telefon hier ja nicht funktionierte. Wir baten um Prüfung der Möglichkeiten, die wir mit anderen Hotels hatten. Da es Sonntagnachmittag war wussten wir, dass wir keine schnelle Antwort erhalten würden. So mussten wir also die erste Nacht auf jedem Fall unter einem löchrigen Mosquitonetz verbringen und in langer Hose und Hemd schlafen um nicht komplett aufgefressen zu werden. Die Nacht war nicht gut. Neben der lauten Hauptstraße direkt neben den Bungalows hatten wir die halbe Nacht Hundegeheul und ab dem frühen Morgen das Wettkrähen der Hähne zu ertragen. Geschlafen haben wir kaum.

Am nächsten Morgen kam dann schon eine Email aus Deutschland, dass sich der Veranstalter vor Ort dem Problem umgehend annehmen wird. So war es auch, nur ca. 3 Stunden später hatten wir die Wahl in ein anderes Hotel der gleichen Kategorie zu gehen oder das Hotel in dem wir waren bot uns den Umzug in ein geschlossenes Zimmer mit Klimaanlage an. Da das Wechselhotel genau die gleichen Voraussetzungen bot (Gartenbungalow, Hauptstraße, Nachtlärm, etc) und wir mind. 3 Nächte hätten sowieso bezahlen müssen, entschieden wir uns für den Umzug in das Zimmer im Haupthaus. Nicht gerade das, wie wir uns den Traum der Südsee vorstellten, aber aufgrund der finanziellen Unterschiede zu unserem Wunsch Intercontinental, Hilton oder Sofitel immer noch die beste Option.

Den Rest des ersten Tages verbrachten wir dann am Strand und versuchten unser Glück im Korallengebiet vor dem Hotel. Leider war dies sehr unspektakulär. Das schönste Riff hatten wir  immer noch auf Huahine direkt vor unserem Strandbungalow.

Zum Abendessen entschieden wir uns im hoteleigenen Restaurant zu bleiben und bestellten Pizza, wofür es sehr bekannt sein sollte. In der Tat war die Pizza sehr gut. In der darauf folgenden Nacht schliefen wir gut, da wir nun ein geschlossenes Zimmer hatten. Das bedeutete keinen Lärm und keine Mosquitos mehr.

Für den Dienstag hatten wir uns vorgenommen, eine tahitianische Tanzveranstaltung zu besuchen, die uns im Hotel angeboten wurde. Es gab zur Option die Show mit traditionellem tahitianischem Essen oder ohne. Da der Preisunterschied über 50 Euro betrug haben wir uns nur für die Show entschieden. Das traditionelle Essen bestehend aus Hühnchen, Schweinefleisch und diversen Maniokwurzeln hatten wir in den letzten Wochen schon öfters auf den Ausflügen serviert bekommen. Im Ticketpreis inbegriffen ist auch die Besichtigung eines Tiki Village, einem Nachbau früherer Wohn- und Arbeitseinheiten. Wir hatten eigentlich Bedenken bei so einer Veranstaltung, da wir in Neuseeland richtig enttäuscht wurden, als wir ein Maori-Dorf mit Tanzveranstaltung besuchten (siehe unseren Bericht über Neuseeland – Rotorua).

Auch das Tiki Village schickte einen Fahrer, der uns vom Hotel abholte und direkt in das 5 Minuten entfernte Dorf brachte. Wir hatten in ihm auch gleichzeitig einen Privatführer, der uns das Leben früher recht oberflächlich erklärte, aber mit unseren vielen Nachfragen haben wir dann auch die Informationen erhalten, die uns interessierten. Überrascht zeigte er sich, als wir auf dem Tiki-Markt sämtliche Gemüse und Obstsorten richtig benennen konnten. Über Papayas, Mangos und Maniok wussten wir ja schon Bescheid. Neben uns beiden war noch eine Gruppe von 6 Franzosen im Dorf unterwegs, die wir teilweise sahen. Als wir dann eine kleine Veranstaltung aus Musik und Tanz ganz für uns alleine erhielten, gesellten sich die Franzosen dann noch zu uns. Wie bei jeder Tanzveranstaltung mussten auch hier die Touristen wieder mitmachen und nachdem die Gruppe ja sehr überschaubar war haben wir uns zu den tanzenden gesellt, nachdem ich von einer hübschen Polynesierin entführt wurde musste auch Nici ihre Hüftbewegungen den prüfenden Blicken des Vortänzers vorzeigen. Dass dieser nicht ganz zufrieden war deutete er mit einem Klaps auf Ihre Hüfte an, was sie gar nicht nett fand.

Die im Dorf lebenden Akteure (sie leben tatsächlich in dem Dorf, auch wenn die handwerklichen Arbeiten in der ursprünglichen Form sicher nur für die Touristen vorgeführt werden) waren teilweise recht lustig. Einige davon verfolgten die Bundesliga und wussten genau über die deutschen Vereine Bescheid. Auch über die Niederlage der Bayern am Vorabend in der Championsleague wurde hier diskutiert. Also ich ihnen sagte, dass Bayern nicht gerade mein Verein sei und generell die Bayern außer im Großraum München eher weniger auf Beliebtheit stoßen kam einer der „Wilden“ damit heraus, dass sein Lieblingsverein Borussia Dortmund ist. Und schon hatte ich einen neuen Freund in Polynesien…

Natürlich endete die Tour durch das Dorf auch im Shop, wo diverser Krimskrams, aber auch scheinbare Handarbeiten angeboten wurden.   

Gegen 14 Uhr wurden wir ins Hotel zurück gebracht und wir machten uns auf den Weg in das kleine Einkaufszentrum beim Hotel. Nici wollte unbedingt einen Pareo haben, einen landestypischen Umhang bestehend aus einem Stück Stoff, der unterschiedlich gebunden werden kann um verschiedene Kleidungsstücke daraus zu erzeugen. Sieht an einer Polynesierin am Strand sehr gut aus, aber in Zentraleuropa an einer nicht gerade dunkel gebräunten Einheimischen? Naja, was Frauen wollen muss man machen, also haben wir Preise und Modelle verglichen und sind zum Schluß gekommen, dass diese genau gleich teuer sind wie im Tiki-Village Shop, wo wir dann abends einen kaufen werden.

Am späteren Nachmittag folgte wie jeden Tag unsere übliche Kokosnuss-Öffnungszeremonie mit anschließendem genüsslichem Verspeisen der frischen Kokosnuss direkt am Strand. Eines der guten Dinge hier, denn die liegen einfach am Strand rum und müssen nicht gekauft werden.

Für die Abendveranstaltung hatten wir uns wieder im Tiki-Village eingefunden, allerdings haben wir nur das Billig-Programm gebucht und das teure 50 Euro Essen ausgelassen. Nach den Erfahrungen aus Neuseeland wollten wir das gleiche nicht noch einmal erleben, wobei es hier deutlich besser gewesen wäre. Sehr familiär und tatsächlich auf traditionelle Weise im Erdloch gegart – wir konnten es im Rohzustand nachmittags anschauen. Allerdings war es trotzdem zu teuer und wir hatten uns mit Fischdosen aus dem Supermarkt versorgt.

Um 20.30 Uhr kam der Fahrer und lud uns ein, damit wir rechtzeitig zur Tanzvorführung um 21.00 Uhr dort waren. Der Abend war sehr bunt und laut, typische polynesische Tänze und Lieder wurden aufgeführt. Ein sehr schönes Erlebnis, das man unbedingt empfehlen kann.

Der Nacht folgte wie eigentliche jeden Tag der nächste Morgen und wir standen früh auf, da wir uns für eine 4x4 Jeeptour in das Innenland von Moorea angemeldet hatten. Das Frühstück nahmen wir wie üblich auf der Terrasse unseres Restaurants ein mit einem Blick aufs Meer hinaus. Plötzlich fällt von oben etwas herunter und landet nur Zentimeter neben unseren Tellern. Ein plötzlicher Aufschrei folgte, da es sich bei dem gefallenen um Vogelkacke handelte, die dazu noch recht flüssig und reichhaltig war. Nach unserem Frühstück wurden wir gegen 8:45 Uhr abgeholt und trafen auf 3 weitere Personen, die mit uns die Tour machen wollten. Es ging los im umgebauten Pick-Up, auf den hinten Sitzbänke mit Sonnendach aufgebaut wurden. Die Tour führte uns auf mehrere Aussichtspunkte wo wir einen schönen Überblick über Moorea und die Bucht erhielten. Sogar Wale konnten wir von dort ausmachen. Es war keine richtige Offroad-Safari, mehr das abfahren der touristischen Routen. Für den Preis von 35,-Euro pro Person war es aber ok und wir hatten einen weiteren halben Tag Beschäftigung.

Den Nachmittag verbrachten wir wieder am Strand, wo wir ca. 300 Meter entfernt ein weiteres Riff entdeckten, das interessanter war als das direkt vor unserem Hotel. Da Nici an diesem Strand nicht unbedingt das Badefieber gepackt hat (man muss ja auch schön braun nach Hause kommen), genoss ich es alleine zwischen den Fischen zu schwimmen.

Abends waren wir im Restaurant „Le Motu“ essen, dass sich ca. 200 Meter vom Hotel befindet. Eigentlich war es mehr eine Imbissbude mit Sitzgelegenheit und Dach, aber nachdem auch die Einheimischen dort essen gehen konnte es nicht schlecht sein. In der Tat waren die bestellten Burger sehr lecker und reichhaltig, auch das Dessert aus Crêpe mit Schoko, Banane und Rum war ausgezeichnet. Beim Bezahlen unterlief dem guten ausgewanderten Franzosen dann ein kleiner Faux-pas. Statt der Rechnungssumme von 3.670,- XPF hatte er nur 670,- XPF in das Kreditkartengerät eingegeben. Als ehrliche Besucher machten wir ihn aber darauf aufmerksam, auch wenn es sonst ein sehr sehr günstiges Essen geworden wäre. Vor lauter Dankbarkeit vergaß er dann noch mir meine Kreditkarte zurück zu geben und ich war ohne sie aus dem Restaurant gegangen. Zum Glück bemerkte er es und rannte uns hinterher. Alles nochmals gut gegangen.

Der letzte Tag auf Moorea sollte ausschließlich dem Baden gewidmet werden und so gingen wir nach dem Frühstück wieder an das etwas entfernte Riff. Ich konnte Nici davon überzeugen ihre Schnorchelausrüstung mitzunehmen um sich das schöne Riff anzusehen. Ich war sogar so begeistert, dass ich mich nochmals entschloss meine Kamera mit an den Strand zu nehmen um unter Wasser zu filmen. Ich hätte ich das nur gelassen, denn nachdem ich versuchte auf den Video-Modus zu schalten konnte ich auch einige Sekunden filmen. Dann erschienen jedoch unterschiedliche Fehlermeldungen auf dem Display und plötzlich ging nichts mehr. Kein Knopf hatte noch eine Funktion und ich konnte die Kamera auch nicht mehr einschalten. Voller Frust habe ich sie beiseitegelegt in der Hoffnung, dass sie sich wieder fangen würde und wollte dann wieder schnorcheln gehen.

Der Tag war aufgrund der Kamerageschichte gelaufen. Ich bin mittags ins Zimmer und habe versucht die Ursache für die Fehlermeldungen zu finden und habe lange das Internet bemüht. Mit Hilfe eines Forums konnte ich zumindest einen Canon-Händler auf Tahiti finden, wo wir am nächsten Morgen hinfuhren. Es galt also auf den nächsten Tag zu hoffen.

Am Abend genossen wir nochmals eine leckere Pizza im Hotelrestaurant, die im Steinofen gebacken wurde. Sehr lecker. Wir genehmigten uns sogar noch zum Abschied zwei Cocktails und ein Dessert. Wir bekamen dann noch ein Frühstückstablet mit, denn wir wurden am nächsten Morgen schon um 6:45 Uhr abgeholt und konnten somit nicht mehr im Restaurant frühstücken. Man richtete uns etwas Brot, Marmelade, Früchte und Joghurt zusammen. Kaffee gab es sowieso auf dem Zimmer.

Der Abreisetag brach an und nach unserem Frühstück auf dem Zimmer machten wir uns auf den Weg zur Rezeption um auf den Fahrer zu warten. Der kam pünktlich und brachte uns zur Fähre, die auf der anderen Seite der Insel abfuhr. Unser Gepäck wurde dort wie um Flugzeug verladen und wir brauchten uns nicht weiter darum zu kümmern. Wir genossen die kurze Überfahrt von 30 Minuten auf dem Oberdeck in der Sonne.


Tipps & Infos

Hotel: Hibiscus - sehr einfach gehalten für Urlauber mit wenig Ansprüchen. An eigenem Strand mit Riff zum Schnorcheln.

Essen: Im Restaurant SunSet isst man sehr gut. Direkt um das Hotel sind mehrere kleine Restaurants - Preise vergleichen und nicht von kostenlosen WLAN Angeboten locken lassen.

Einkaufen: Direkt gegenüber dem Hotel liegt ein Einkaufszentrum mit mehreren Läden. Selbstversorger sind in dem Hotel gut aufgehoben.

Ausflüge: Tiki Village sehr empfehlenswert ist die Abendshow mit Tanzveranstaltung. Eine 4x4 Jeep-Tour kann man buchen, wenn man viel Zeit auf der Insel hat. Ansonsten lieber zum Schnorcheln gehen.