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Raiatea und Tahaa - die Zwillingsinseln

Nach einem gemütlichen Start in Huahine haben wir uns nun deutlich mehr vorgenommen. Schließlich sind unsere Urlaube immer mit etwas Abenteuerlust verbunden.

Die Anreise nach Raiatea verlief sehr unkompliziert. Um 6.15 Uhr wartete bereits unser Fahrer am Hotel, der uns zum Flughafen nach Fare bringen sollte, was er auch gerne tat. Der Flughafen Fare besteht aus einem überschaubaren Gebäude mit kleinem Check-In Bereich und gleich zwei Souvenier-Läden, die nebeneinander um die Gunst der Touristen buhlen. Ich frage mich heute noch, wie bei dem wenigen Touristenaufkommen ein Überleben der beiden Läden überhaupt möglich ist.

Am Check-In wurden unsere Koffer entgegen genommen und auf einen Gepäckwagen gelegt. Sicherheitskontrollen sind hier gänzlich unbekannt. Weder unsere Koffer noch wir selbst wurden in irgendeiner Art gescannt, geröntgt oder durchsucht. Man geht einfach mit dem Gepäck das man mitnehmen will direkt durch die Ausgangstüre aufs Vorfeld und steigt in den Flieger ein – so einfach wie mit dem Bus fahren. Allerdings scheint die Gefahr einer Flugzeugentführung auch sehr überschaubar, da man mit den Maschinen gerade einmal zwischen den Inseln hin und her fliegen kann. Eine Entführung der kleinen Propellerflugzeuge über den Pazifik hinweg ist schlicht unmöglich. Daher sehen die Polynesier alles etwas gelassener.

Der Flughafen füllte sich immer mehr mit Einheimischen, die mit uns fliegen wollten, jedoch einfach sitzen blieben bis Papeete, die Hauptstadt von Tahiti. Ebenfalls wie busfahren, man bleibt so lange sitzen bis man am gewünschten Flughafen angekommen ist.

Im Flieger ist freie Platzwahl, was mich dazu veranlasst hat möglichst weit nach vorne zu sitzen um den Abgasen der Propellermotoren aus dem Weg zu gehen. Diese verwischen den Blick aus dem Fenster zusätzlich und es gibt gar keine Möglichkeit für ein Foto aus der Luft.

Ganz vorne angekommen war auch der Notausgang, an den wir uns gesetzt hatten. Und wieder anders als in Europa hat es den Flugbegleiter nicht wirklich gestört, dass ich am Notausgang mit meiner Kamera herum hantiert habe und eigentlich den Ausgang als solchen nicht freigehalten habe. War aber nicht schlimm, denn auch wenn der Flugkapitän wie ein Surferboy aus einem Rosamunde Pilcher Film ausgesehen hat, so hat er uns doch sicher nach einem Flug von 20 Minuten ans Ziel gebracht.

Am Flughafen wurden wir dann von einem netten Mann in gutem Englisch angesprochen, ob wir seine Gäste für das Hotel Hawaiki Nui wären. Als wir das bejahten führte er uns zum Taxi seines Vaters, der uns dann ins Hotel brachte. Familienbusiness im Touristentransport.

Der Empfang im Hotel war ein ganz anderer als noch auf Huahine. Mit Vorfahren des Taxis kam uns bereits die junge Rezeptionistin entgegen und hängte uns beiden einen Blumenkranz um, der himmlisch duftete. Leider halten die nur einen Tag, gerne hätten wir so etwas mit nach Hause gebracht. Nach einem kurzen Smalltalk auf Englösisch (eine Mischung aus Englisch und Französisch) brachte man uns auch schon einen schön anzusehenden und gut schmeckenden Limettencocktail zur Erfrischung. Noch während ich damit beschäftigt war die Anmeldung auszufüllen hat sie dann uns erklärt, welche Ausflüge und Aktivitäten hier gebucht werden können. Raffiniert gemacht – den Mann mit den Personalien ablenken und von hinten die Frauen gleich einkassieren. Ich hatte keine Chance mehr…

Dann folgte die große Überraschung. Die nette Dame teilte uns mit, dass wir ein kostenloses Upgrade auf unser Zimmer bekommen und statt dem Gartenbungalow nun einen Wasserbungalow in der Lagune erhalten. Wir konnten es gar nicht glauben – was für ein Glück. Das Hotel war jedoch nicht ausgebucht und es waren eigentlich genug Zimmer unserer Kategorie frei. Aber wir waren sehr froh über das Upgrade und über den tollen Bungalow den wir erhalten haben.

Am späten Vormittag haben wir uns dann vom Hausmeister auf seinem Boot auf ein kleines Motu vor der Küste fahren lassen, um dort einige Stunden zu verbringen. Raiatea hat keinen nennenswerten Strand und auch unser Hotel ist direkt auf einem Riff gebaut. Man kann zwar direkt von einem Steg ins Wasser zum Schnorcheln, am Strand liegen ist jedoch nicht möglich. Daher verdient sich Serge der Hausmeister etwas dazu, indem er die Hotelgäste aufs Motu bringt.

Ein Motu ist eine kleine Sandinsel vor der Küste. Dieses Motu entsprach aber nicht unbedingt unserer Vorstellung von der einsamen Palmeninsel mitten im Pazifik. Es war vielmehr ein öffentlicher Picknickplatz mit Grillstelle und Toiletten, dafür aber recht wenig Sandstrand. Wir haben trotzdem das Beste aus unseren Stunden dort gemacht und versucht, den Horden von Moskitos zu entkommen, die sich über unseren Besuch gefreut haben.

Den Abend haben wir im Hotelrestaurant bei einem Barbecue Buffet ausklingen lassen. Besonders teuer heißt aber nicht gleichzeitig besonders gut. Auch wenn es Spareribs und gegrillte Pute gab war meine Vorstellung von einem BBQ Buffet doch etwas anders. Egal, wir waren hier und mussten bezahlen, also wurde auch gegessen was reingepasst hat. Schließlich hatten wir auch ein teures Zimmer bekommen, daher wollten wir uns dann auch nicht lumpen lassen.

Am nächsten Morgen kam dann aber eine böse Überraschung. Mitten in der Nacht weckte mich ein Schrei, dass alles unter Wasser stände und ich hatte schon gedacht, dass das Meer in den Bungalow gekommen wäre. Aufgrund eines Überdrucks im Wassersystem ist ein Wasserspeicher auf unserem Bungalowdach geplatzt und unser Badezimmer stand am Morgen unter Wasser. Als wir das bei der Rezeption meldeten hatten wir schon Angst das Zimmer wechseln zu müssen, nachdem wir so ein tolles Upgrade erhalten hatten. Und tatsächlich, wir mussten ausziehen. Zum Glück war noch ein Wasserbungalow frei und wir konnten nur ein Haus weiter wieder einziehen. Auch wenn dieser ein paar Jahre älter war und man es ihm auch ansah hatten wir trotzdem eine tolle Location.

Auch in dem neuen Bungalow wohnten wir aber nicht alleine. Zusammen mit uns wohnen einige Geckos im Haus, die an den Wänden und Decken herumkrabbeln und teilweise auch etwas fallen lassen  - zum Glück haben sie uns noch nicht getroffen.

Für den zweiten Tag auf Raiatea hatten wir uns zu einem Ausflug auf die Nachbarinsel Taha’a angemeldet, wo hauptsächlich Perlenzucht und Vanilleplantage zu finden sind. Der Ganztagesausflug kostete ca. 80 Euro pro Person inkl. Mittagessen. Der Tourguide George hat uns mit seinem Boot direkt am Hotel abgeholt und wir hatten ziemliches Glück. Neben uns war nur noch ein älteres Paar aus Frankreich dabei, sodass wir den Ausflug nur zu viert genießen konnten statt wie sonst mit 10-12 Personen auf dem Boot.  Es entstand so schnell eine gemütliche und angenehme Atmosphäre, auch wenn George eine Doppelbelastung hatte. Die Franzosen sprechen nämlich kein Wort Englisch und für die ausführlichen Erklärungen reicht unser Französisch nicht aus. So wurde alles zweisprachig kommentiert.

Als erste Nachricht des Tages wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht zur Perlenfarm können, da der dortige Besitzer krank geworden wäre. Auf meine Nachfrage ob es dann billiger wird, wurde schnell eine Alternativfarm gefunden, die uns doch empfangen konnte. Also war unser erster Stopp bei einer netten jungen Polynesierin, die uns zeigte, wie man Austern so präpariert, dass nach 12-14 Monaten eine Perle „geerntet“ werden kann. Von romantischen Perlentauchern der Südsee hat dies nicht mehr viel, vielmehr ist es eine Industrie die bis zu 300.000 Austern gleichzeitig hegt und pflegt um Perlen aller Arten züchten zu können. Etwa 60 von 300.000 Austern können mehrmals Perlen produzieren, die restlichen sind bereits nach der ersten Perle nicht mehr verwendbar und werden ausgesondert. Natürlich gehörte zu so einem Besuch auch die obligatorische Verkaufsveranstaltung. Gleichzeitig mit uns kam auch ein Boot eines anderen Ausfluganbieters an, das voll besetzt war. Auch in diesem Boot waren nur Franzosen wie fast auf der ganzen Reise bisher. Die ganzen Amerikaner sind vermutlich alle auf Bora Bora.

Weiter ging die Fahrt in unserer kleinen Runde um die Insel herum bis zu einem Korallengarten in dem wir Schnorcheln wollten. Dazu wurde unser Boot vor einem kleinen Motu geankert und wir mussten zuerst ca. 300 Meter zu Fuß gehen. Anschließend sollte uns die Strömung wieder durch den Korallengarten bis zum Boot zurück treiben. Um es gleich vorweg zu nehmen, es hat geklappt. Unser Guide scheint sich tatsächlich auszukennen.

Der Korallengarten liegt zwischen zwei Motus in einem sehr flachen Gewässer mit einem feinen Sandboden. Durch das Sonnenlicht strahlte alles sehr hell und türkis -  insgesamt einfach paradiesisch. George packte ein Stück Baguette aus und lockte so jede Menge bunte Fische an, die sich plötzlich wild um uns getummelt haben. Ehe wir uns versahen waren wir von hunderten bunten Fischen umgeben, die zwischen uns herumschwammen. Optimale Möglichkeiten für meine Unterwasserkamera, die endlich bei gutem Licht und besten Sichtverhältnissen ihre Stärken ausspielen konnte.

Die starke Strömung trieb uns dann zwischen den Korallen hindurch, die teilweise sehr eng waren und wir doch arg aufpassen mussten, nicht unsere Arme oder Beine an den Korallen anzuschlagen. George zeigte uns viele Tiere und Lebewesen, die uns gar nicht aufgefallen waren. Auch die vielen Fische verfolgten uns auf dem ganzen Weg, in der Hoffnung nochmals etwas von dem Baguette zu bekommen. Am Ende des Schnorchelgangs wartete dann noch ein Riffhai auf uns, der von uns gestreichelt werden wollte. Wir haben allen Mut zusammengenommen und es auch getan. Überraschenderweise fühlt sich so ein Hai sehr weich an und gar nicht so stark und kratzig wie man meinen könnte. Wir hatten keine Angst vor dem Hai und ließen ihn ganz nah an uns ran, so dass er sogar fast in die Kamera geschwommen wäre. Ok, es wäre nun nur fair zu erwähnen, dass sich der Hai in Gefangenschaft befunden hat und eigentlich auch noch sehr jung war. Aber egal, ein Hai ist ein Hai und bleibt ein Hai.

Der nächste Stop auf dem Ausflug war der Besuch einer Vanilleplantage auf der Insel. Mitten im Dschungel wurde uns gezeigt, wie Vanille wächst und wie man sie verarbeitet. Es ist ein langer Prozess, der mit viel Handarbeit zu tun hat. Die getrockneten Vanilleschoten verbreiten in dem ganzen Tal einen wunderbaren Duft. Während uns vieren gezeigt wurde wie man Vanilleschoten sortiert, habe ich plötzlich einen kräftigen rechten Hakenschlag von Nici auf meinen Kiefer bekommen. Der war so stark dass sie sich selbst erschrocken hat und alle anderen sie nur unglaubwürdig anstarrten. Sie meine dann nur „da war ein Moskito“. Ich denke allerdings dass der Stich weniger schmerzhaft gewesen wäre. Alle lachten herzlich, nur ich habe versucht meine Kiefer wieder in die richtige Stellung zu bekommen.

Auch hier ging die Tour natürlich im Shop zu Ende, der alle möglichen Produkte mit Vanille angeboten hat. Wir haben eine Packung mit Vanilleschoten gekauft, nachdem uns George noch mit auf den Weg gegeben hat, keine fertigen Produkte zu kaufen. Wenn wir was wollten, dann nur die Schoten. Alles andere können wir dann selbst einfach damit herstellen. Den Gästen wurde dort frisch gepflückte Bananen angeboten, wo wir gerne zugriffen haben. Dazu gab es frische Kokosraspel von eigenen Nüssen, wo die Bananen reingedrückt wurden. Es schmeckte absolut herrlich und frischer geht es nicht mehr.

Nun ging es aber weiter zum eigenen Privatmotu, das dem Ausflugveranstalter gehörte. Dort sollte ein Mittagessen am Strand stattfinden mit Blick auf den Pazifik. Endlich ein Motu wie man es sich vorstellt. Weißer, feiner Sandstrand mit Kokospalmen, die ins Meer hinein ragen. Eine Trauminsel, auf der man sich wie Robinson Crusoe fühlen konnte. Ganz allein und abgeschottet von der Zivilisation in einer traumhaften Kulisse. Da würde man gerne Schiffbrüchiger sein, zumindest für ein paar Tage. Das Essen selbst war ok aber jetzt nichts besonderes.

Es folgte nun etwas freie Zeit zum Schnorcheln, sonnen oder einfach nur träumen, bevor uns George dann in die Geheimnisse der Kokosnuss einweihte. Er zeigt uns wie man sie öffnet und an das leckere Innere kommt. Auch die unterschiedlichen Stadien einer gereiften Kokosnuss konnten wir testen und schmecken. Als ich dann die geöffnete Kokosnuss zu einem Foto schön angerichtet habe, hat George nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Er verstand nicht dass jemand ein Foto von etwas macht, das hier überall auf der Straße, im Garten und sogar im Meer herumliegt. Als ich ihm erklärte, dass jeder eine Kokosnuss öffnen kann, aber nur ein echter Mann auch ein perfektes Foto machen könne, versuchte er sich ebenfalls in der künstlerische Gestaltung, nahm aber ironischer Weise die äußere Schale zum Anrichten, die nicht wirklich hübsch aussah. Der restliche Mittag wurde sehr nett und gesprächig und wir hatten uns gut verstanden.

In dem riesigen Riff vor dem Motu gingen wir anschließend Schnorcheln und George warnte uns vor einer Muräne, die hier lebte. Wir sollten uns vor ihr in Acht nehmen und nicht zu nah an die Korallen schwimmen, da sie überall drin sein könnte. Nach etwa einer halben Stunde dann plötzlich ein erschrockene Schrei, dass sie gesehen wurde. Schnell bin ich hingeschwommen umsie ebenfalls zu sehen. Und tatsächlich – nicht versteckt sondern ganz offen kroch sie am Meeresboden entlang. Es war ein sehr großes Exemplar und wir beide als Landratten hatten einen ordentlichen Respekt davor, besonders als sie ihr kräftiges Maul öffnete. Wir hielten einen ordentlichen Abstand und ließen sie in Ruhe ihre Bahnen ziehen.

Gegen 16 Uhr brachte uns George zurück ins Hotel und vermittelte uns das Gefühl, dass wir besondere Gäste seien und die besten überhaupt und er nun wirklich traurig ist dass der Tag zu Ende ist. In dem Moment glaubten wir das sogar, da es wirklich eine schöne Atmosphäre war. Letztlich ist er aber auch nur ein professioneller Guide, der heute schon wieder mit neuen „besten Gästen“ unterwegs ist. Uns hat der Ausflug trotzdem sehr gefallen.

Das Abendessen haben wir dann ausfallen lassen, da wir ja mittags bereits viel gegessen hatten. So konnten wir das Geld wieder ansparen, das wir bei dem teuren Buffet am Vortag ausgegeben hatten.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Mietwagen reserviert um über die Insel zu fahren. Das Hotel organisierte alles für uns bei einem lokalen Anbieter, der uns um halb 9 morgens abholte um im Büro die Papiere zu erstellen. Es ging alles sehr reibungslos und ohne große Formalitäten und wir konnten mit unserem Dacia Logan vom Hof fahren. Die nette Dame von der Mietwagenfirma hatte uns noch den Tipp gegeben etwas beim Supermarkt einzukaufen, da im Süden der Insel nichts mehr käme. Also haben wir uns noch zwei belegte Baguettes und Getränke gekauft und dann ging es los, immer an der Küstenstraße entlang. Ein Navi oder eine Karte war nicht nötig, es gibt nur eine Straße.

Die Insel ist recht ereignislos, und nach 3 Stunden waren wir schon wieder zurück am Ausgangspunkt. Es gibt hier keine touristisch erschlossenen Aussichtspunkte, Wanderwege oder sonstige interessanten Punkte, die gezielt angesteuert werden könnten. In der Tat waren wir etwas enttäuscht von unserer Rundfahrt. Wir steuerten am Nachmittag wieder unser Hotel an für einen Mittagsschlaf. Da wir das Auto erst am nächsten Morgen zurückgeben mussten, beschlossen wir am Abend nochmals auf die Westseite der Insel zu fahren um den Sonnenuntergang zu sehen. Gegen 16 Uhr sind wir dann nochmals losgezogen um zuerst im Supermarkt nochmals leckere Baguette zum Abendessen zu kaufen. Ein belegtes halbes Baguette mit Schinken oder Tunfisch kostet umgerechnet ca. 1,30 Euro und ist damit recht erschwinglich.

Auf der ersten Rundfahrt am Vormittag hatten wir auf der Westseite bereits eine schöne Stelle für den Sonnenuntergang ausgemacht und da die Strasse mit KM-Angaben versehen ist haben wir diese auch recht schnell wieder gefunden. Bei KM 8.5 West waren wir am Ziel, direkt vor einem großen Hotel. Dort gab es eine recht schöne Kulisse, die auch als Fotomotiv herhalten musste. Wir waren ca. 30 Minuten vor Sonnenuntergang dort und hätten auch keine Minute länger trödeln dürfen, denn bis die richtige Fotolocation gefunden und alles eingestellt war ging es auch schon los. Der rote Sonnenball küsste den Pazifik und färbte alles in eine wunderschöne rot-gelbe Stimmung. Die letzten Palmen am Strand wurden mit einem warmen Licht angestrahlt und vermittelten so viel Ruhe. Ein paar Einheimische wurden von meiner aufgebauten Kameraausrüstung angelockt und begutachteten genau was ich da machte. Die romantische Stimmung war allerdings durch die ständigen Objektiv- und Filterwechsel doch recht oberflächlich und bis ich nach ca. 20 Minuten harter Arbeit endlich verschwitzt und halb verbrannt zu Nici auf den Baumstamm gesessen bin, hatte sie ihr Baguette schon verdrückt und schaute mich nur bemitleidend an. Ja auch in der untergehenden Sonne steckt noch so viel Energie, dass sie einen richtig zum Schwitzen bringen kann. Generell ist es hier so warm, dass man direkt nach Sonnenaufgang eigentlich kaum noch irgendwelche Aktivitäten sinnvoll unternehmen kann. Ein paar Schritte und schon ist man nass. Es wird erst besser, wenn der kühle Pazifikwind auffrischt und man glücklicherweise am Wasser entlang gehen kann.

Der nächste Morgen begann mit dem kontinentalen Frühstück, heute aber erst um halb 8. Um diese Zeit war das kleine Buffet schon geplündert und wir konnten nur noch 2 kleine Schokocroissants erobern. Neben dem morgendlichen Früchtejoghurt hatten wir uns heute dann auch noch ein Baguette mit Wurst und Käse gemacht.

Heute mussten wir den Mietwagen zurückgeben. Auf dem Weg zur Mietwagenstation mussten wir noch tanken und da ich heute mein Fußballtrikot anhatte (schön leicht, luftdurchlässig und weit) schaut mich der Tankwart lange an und ich musste mich für ihn sogar umdrehen. Vermutlich hätte ich mit dem Trikot bezahlen können, so angetan war er davon. Da wir inzwischen auf den Baguette-Geschmack gekommen waren (ja nicht alles ist schlecht was die Franzosen hier so eingeführt haben), sind wir vor Abgabe des Wagens nochmals in den Supermarkt um für den Tag einzukaufen. Die Rückgabe war dann genauso einfach wie die Anmietung. Auf den Hof gefahren, Schlüssel abgegeben und die nette Dame brachte uns zurück ins Hotel. Auf dem Weg ins Hotel sind wir an einer Markthalle vorbeigekommen wo wir aussteigen wollten. Sie hätte uns tatsächlich eine Weile rumlaufen lassen und uns dann wieder abgeholt, was wir sehr nett fanden. Wir haben ihr jedoch gesagt, dass wir dann ins Hotel zurück laufen und es wirklich nicht nötig ist hier auf uns zu warten. Immerhin waren es nur gute 15 Minuten zum Hotel.

In der Markthalle wurden frische Früchte aus den Plantagen der Umgebung angeboten, alles erntefrisch. Zusätzlich gab es noch jede Menge Handarbeiten wie Schmuck, Tücher und sonstigen Krimskrams.

Zurück im Hotel folgte dann ein einfacher, ereignisloser Badetag am Pool und Badesteg (einen Strand gibt es hier ja leider nicht). Am folgenden Abreisetag konnten wir unseren Bungalow bis 16 Uhr behalten, was für das Hotel selbstverständlich und für uns sehr angenehm war. So konnten wir den letzten halben Tag auf Raiatea nochmals zum nachbräunen nutzen und die Annehmlichkeiten des Bungalows nutzen. Bei der Abreise wurde uns dann von der netten Rezeptionistin noch eine schöne Muschelkette zum Abschied geschenkt. Der Transfer zum Flughafen erfolgte mit dem Taxi und war nach 5 Minuten bereits zu Ende. Check-In und Sicherheitskontrolle liefen wieder wie bereits in Huahine – nämlich gar nicht besonders. Einsteigen und losfliegen hieß die Devise.


Tipps & Infos

Hotel: Hawaiki Nui - sehr schöne Waterbungalows, die sehr zu empfehlen sind. Leider kein Strand und das hauseigene Riff bietet nicht viel zum Schnorcheln. Das Hotelpersonal und die Cheffin sind aber sehr nett und zuvorkommend.

Essen: Eigenes Restaurant im Hotel mit anspruchsvollen Preisen. Im Supermarkt im Ort kann man sich mit Mahlzeiten eindecken. Tipp: Frische Baguettes belegt mit Thunfisch oder Schinken kostetn ca. 1,50 Euro.

Einkaufen: Ca. 15 Minuten Fußweg entfernt befinden sich mehrere Supermärkte im Ort. Kreditkarten werden überall angenommen, bei einigen jedoch Limit 2000,- XPF

Ausflüge: Tagesausflug nach Tahaa mit Besuch der Vanille- und Perlenfarm. Tolles Schnorchelerlebnis im Korallengarten. Ein Mietwagen ist für die Rundfahrt kann gemietet werden für ca. 5.500,- XPF, jedoch gibt es nur eine Inselringstraße, die in ca. 3 Stunden umfahren ist.