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Tahiti - die Zivilisation

Bei Ankunft in Papeete wurden wir bereits von einem grimmig drein schauenden Herrn erwartet, der ein Schild mit unserem Namen in der Hand hatte. Es war ein bestellter Taxifahrer, der uns ins Hotel bringen sollte, was er auch tat. Das Hotel lag weiter außerhalb als es auf der Karte ausgesehen hatte. Wir freuten uns aber auf ein richtiges 4* Resort Hotel mit eigenem Strand und guter Ausstattung um die letzte Unterkunft schnell zu vergessen.

Angekommen im Hotel waren wir sehr angetan von der offenen Bauweise und dem ansprechenden Stil. Wir machten uns auf zum Check-In wo man uns mitteilte, dass wir erst um 14.00 Uhr unsere Zimmer beziehen könnten. Das war uns zu dem Zeitpunkt noch egal, da wir direkt an den Pool wollten. Wir haben uns dann noch schnell für das nächste Shuttle angemeldet, dass vom Hotel ins Zentrum fährt, da ich ja zu dem Kameraladen musste. Der war im Hotel auch bekannt und man konnte mir sagen, wo genau ich ihn finde. Anschließend haben wir unser Gepäck im Aufbewahrungsraum deponiert und sind an den Pool gelegen, wo wir einfach die Atmosphäre und das freie Internet genießen konnten. Zwischenzeitlich hatten wir auch einen Abstecher zum Activity-Desk gemacht um uns über Ausflüge auf Tahiti zu erkundigen. Die Dame dort war sehr freundlich und empfahl uns eine Ganztages-Safari in die Bergwelt von Tahiti. Nichts mit Palmen, Strand oder Motus. Einfach nur Regenwald, Dschungel, Berge und Wasserfälle. Das buchten wir für Sonntag, da Sonntags eh alle Läden geschlossen waren und die Alternativen dann recht dünn sind.

Gleichzeitig buchten wir für den Folgetag noch einen Mietwagen, um die Inselrundfahrt auf eigene Faust zu unternehmen.

Gegen 13:00 Uhr fragte ich an der Rezeption nach, ob unser Zimmer nun schon bezogen werden könnte. Dies wurde verneint, da es erst um 14:00 Uhr fertig werden würde. Meine etwas ironische Nachfrage, ob denn alle Zimmer in diesem Haus erst um genau 14:00 Uhr fertig werden würde verstand der gute Rezeptionist aber nicht wirklich oder zeigte es zumindest nicht. Die Hotel-Policy sieht Check-Ins erst ab 14:00 Uhr und keine Minute früher, daher war es völlig egal ob das Zimmer schon fertig ist oder nicht. Auch andere Gäste, die teilweise mit dem 5:00 Uhr Flieger ankamen mussten bis nachmittags auf eine Dusche warten.

Wir haben dann auf den Check-In verzichtet und haben um 14:00 Uhr den Hotelshuttle ins Zentrum genommen, das uns recht nahe an dem angestrebten Fotoladen aussteigen ließ. Dort kannte man zwar die Kamera, in der Serviceabteilung war jedoch der Fehler unbekannt. Man sagte mir, dass man eigentlich keine Kameras repariere sondern nur nach Frankreich senden würde. Das könnten sie auch für mich tun. Immerhin kam dann einer der Verkäufer und meinte, er hatte diesen Fehler auch schon einmal bei seiner Kamera, weiß aber nicht woher er kam und er ging nach ein paar Tagen auch wieder von alleine weg. Nach viel probieren (nichts, was ich nicht auch schon probiert hätte) gaben sie jedoch auf und empfahlen mir einen anderen Fotoladen, der nur eine Straße weiter war. Dort die ganze Geschichte nochmals erzählt, das gleiche rumprobieren durchgemacht und auch wieder unverrichteter Dinge abgezogen, nachdem auch dieser mir einen weiteren Reparaturservice für Elektrogeräte empfohlen hat. Auch diesen Laden haben wir schnell gefunden und sind auch beim richtigen Mann gelandet. Der hatte jedoch leider überhaupt keine Ahnung von dieser Kamera und wollte erst gar nicht probieren um nicht noch mehr kaputt zu machen. Voller Frust haben wir uns überlegt was wir nun tun sollten. Also entschloss ich mich zum ersten Laden zurück zu gehen und mich nach einer günstigen Kompaktkamera umzusehen. Die Wahl fiel auf diesen Laden, da die sich die meiste Mühe mit mir gegeben haben. Nach einer kurzen Beratungsphase, da ich von den Kompaktkameras keine Ahnung habe, fiel die Wahl auf eine ca. 165 Euro teure Lumix von Panasonic. Natürlich kein Vergleich zu dem was ich gewohnt war, jedoch immer noch besser als die nächsten 3 Tage kein einziges Bild auf Tahiti zu machen. Ich wollte jedoch auch nicht zu viel ausgeben für diese Notlösung.

Nachdem wir den Mittag in Fotoläden verdaddelt hatten, gingen wir auf dem Rückweg zum Shuttle noch schnell etwas einkaufen für das Frühstück und Getränke für den Tag. Im Hotel haben wir nur die Übernachtung gebucht, da die Frühstücke in der Regel viel zu teuer angeboten werden.

Zurück im Hotel gingen wir dann zuerst nochmals zum Activity-Desk, um unseren Mietwagen für den Folgetag zu bestätigen. Als sie dann im PC nachschaute meinte sie nur, dass wir ein Upgrade auf unser Zimmer erhalten hätten und nicht mehr in dem für uns vorgesehenen Zimmer wären (dessen Nummer sie schon kannte) sondern jetzt in einem Jacuzzi-Room untergebracht wären. Sie war mehr aufgeregt als wir, da diese Zimmer ein privates Jacuzzi auf mit Blick aufs Meer hatten.

Also gingen wir nun endlich zur Rezeption um den Check-In zu erledigen und tatsächlich haben wir ein Upgrade erhalten. Ob es an meiner etwas verschnupften Stimmung vom Nachmittag bzgl. Der 14:00 Uhr Check-In Policy lag weiß ich nicht. Auf jeden Fall freuten wir uns, als wir das Zimmer betraten. So hatten wir uns den Traumurlaub vorgestellt. Schönes großes, modernes Zimmer mit tollem Bad und eigenem Jacuzzi mit Blick aufs Meer. Zumindest wenn man sich das Vordach wegdenkt, denn wir waren im ersten Stock untergebracht  und hatten somit freie Sicht auf das Dach des Laufweges zwischen den Gebäuden. Ok, wir wollten nicht meckern. Wir fanden es trotzdem toll und man hat ja auch darüber hinaus gesehen. Klar dass die erste Entspannungsrunde noch vor auspacken der Koffer begann. Den Abend verbrachte ich dann damit, mich mit meinem neuen Spielzeug anzufreunden und dabei immer wieder probiert die richtige Kamera doch noch zum Laufe zu bekommen. Vergebens, sie wollte einfach nicht mehr.

Den nächsten Morgen begannen wir gegen 8 Uhr, als wir den Mietwagen ins Hotel geliefert bekamen. Wir starteten dann kurz darauf zu unserer Inselumrundung, die uns um ganz Tahiti führen sollte. Die ganzen Inseln sind deutlich weniger touristisch ausgebaut wie z.B. Neuseeland. So muss man sich seine Haltepunkte oftmals selbst suchen und auch die Wege sind nicht immer so, wie sie in einem Reiseführer beschrieben werden. Es kam also öfters vor, dass wir zwar nach etwas gesucht, aber dann nicht gefunden hatten. Trotzdem kamen wir zu einigen Attraktionen, die auch Busladungen von Touristen angezogen hatten. So kamen wir z.B. zu 3 Wasserfällen, von denen jedoch nur der erste direkt mit dem Bus angefahren werden kann. Zu den beiden anderen ist ein Fußmarsch von ca. 15 Minuten nötig, was die Bustouristen nicht machen. Wir stellten auch fest, dass es unglaublich viele Amerikaner waren, die hier in Bussen über die Insel gefahren wurden. Wir konnte das gar nicht verstehen – bis zum Abend (Auflösung folgt).

Ich war sehr bemüht die tolle Landschaft und die Wälder und Pflanzen mit meiner neuen 165 Euro Kamera entsprechend professionell abzulichten, was mir in dem einen oder anderen Fall auch ganz gut gelungen ist. Man sieht jedoch deutlich den Unterschied zu einer DSLR-Kamera.

Wie die anderen Inseln ist auch Tahiti sehr schön, aber bietet nicht allzu viel, dass mit einem Mietwagen selbst angesteuert werden kann. Nachmittags erreichten wir die Quelle Vaima, aus der auch ein natürliches Mineralwasser gewonnen wurde. In dieser Quelle kann man baden, was die Einheimischen an diesem Samstag auch getan hatten. Auch wir erfrischten uns und liefen mit hochgekrempelten Hosen durch das kühle klare Wasser. Ich wollte schon zum trinken ansetzen als ich noch sah, wie hinter mir eine ältere Dame damit begann ihre Haare zu waschen. Daraufhin habe ich lieber nichts getrunken und wir haben mit nasser Hose (zumindest ich) die Fahrt fortgesetzt.

Zurück in Papeete haben wir dann die Stadt zu Fuß erkundet. Als wir so am Hafen entlang geschlendert sind, stand plötzlich ein Paar vor uns, das uns sehr bekannt vorkam. Es war tatsächlich ein italienisches Paar, das auf Hochzeitsreise war und das wir bereits in Bora Bora auf der Lagunentour, am darauf folgenden Tag bei einem Transfer auf ein Motu und am Abreisetag wieder am Flughafen getroffen haben.  Dies war nun also die vierte zufällige Begegnung was mit einem großen „Hallo“ gefeiert und in einem gemeinsamen Bild am Hafen festgehalten wurde.

Am Abend wollten wir anstelle eines normalen Restaurants die Roulottes ausprobieren, die sich allabendlich am Hafen in Papeete einfinden. Es handelt sich dabei um fahrende Restaurants, die in einem mobilen Restaurantwagen ähnlich einer Imbissbude leckere Gerichte aller Art zubereiten. Um den Wagen herum werden dann Sitzgelegenheiten aufgebaut, sodass tatsächlich eine Form von Restaurant entsteht. Aus der großen Anzahl an Roulottes war es allerdings schwer, etwas nicht Chinesisches sondern original Polynesisches zu finden. Da die beiden Italiener die gleiche Idee hatten wie wir, hatten wir uns schließlich für einen Franzosen entschieden der Crêpes in allen Varianten angeboten hat. Während wir zusammen gegessen und Bilder ausgetauscht haben, kam dann eine weitere Reisegruppe zu uns, in der auch ein deutsches Paar war. Es stellte sich heraus, dass die beiden deutschen in Chicago leben, der Mann allerdings aus Esslingen war und so nur ca. 30 km von uns zu Hause weg stammt. Zufälle gibt es manchmal….

Den Rest des Abends verbrachen wir zu viert in einem Pub am Hafen, in dem das Biker-Oktoberfest gefeiert wurde, bei dem eigentlich hübsche Polynesierinnen in Faschingskostüme gesteckt wurden, die deutschen Dirndln ähneln sollte, was sie aber nicht taten. Der Abend wurde gemütlich mit diversen Pina Coladas beendet.

Eigentlich hatten wir geplant, auf dem Rückweg zum Hotel noch für den nächsten Tag Getränke und ein Frühstück einzukaufen. Da wir aber aufgrund der unerwarteten Begegnung die Rückfahrt deutlich später antraten, waren die Supermärkte natürlich schon geschlossen. Wir entschieden uns also, am Sonntagmorgen recht früh zum Einkaufen zu fahren, da die Läden hier auch Sonntagvormittags geöffnet sind. Den Mietwagen mussten wir ja erst gegen halb 9 abgeben.

Der nächste Tag begann recht früh, da wir noch auf den Wochenmarkt gehen wollten, der Sonntags am schönsten sein soll. Also standen wir bereits um halb 7 auf, um rechtzeitig zu unserer gebuchten Exkursion ins Landesinnere zurück zu sein.

Mit dem Mietwagen vom Vortag fuhren wir zum Markt und parkten fast direkt vor der Markthalle, vor der bereit ein ziemliches Gedränge und Getöse war. Überall wurden frische Fische, Fleisch, Gemüse und Früchte angeboten. Dass der Markt tatsächlich für Einheimische war konnte man aufgrund der ganzen geschlossenen Souvenir-Stände gut sehen. Also haben wir uns zusammen mit den ganzen Tahitianern durch die Gänge treiben lassen und haben die ständig wechselnden Gerüche der frischen Waren genossen. Leider war unsere Zeit auf dem Markt sehr begrenzt so dass wir nach guten 45 Minuten wieder aufbrechen mussten. Dort hätte ich auch noch längere Zeit verbringen können. Nun ging es noch schnell weiter zum Supermarkt, der am Vorabend schon geschlossen hatten. Dort stand 5 Minuten vor 8 Uhr bereit eine lange Schlange vor der Türe, die auf Öffnung des Marktes wartet. Nach Erledigung der Einkäufe ging es direkt zurück zum Hotel.

Gegen 9:30 Uhr kam dann unser Jeep vorgefahren, mit dem wir den ganzen Tag durch die Wildnis Tahitis fahren sollten. Wir hatten uns sehr darauf gefreut nach den ganzen Traumstränden, Palmen und Kokosnüssen endlich mal etwas anderes zu sehen. Los ging es, auf die Fahrt zusammen mit 4 Franzosen und 2 Neuseeländern.

Nach einer kurzen Fahrtstrecke auf der Inselstrasse bogen wir dann rechts ab in das Tal XXXXX, wo wir zuerst noch durch eine kleine Siedlung kamen. Da Sonntag war saßen die ganzen Familien draußen im Garten oder vor dem Haus und haben gegrillt was das Zeug hält. Alle haben sich gefreut uns zu sehen und haben dem vorbeifahrenden Jeep zugewinkt. Die Fahrt ging dann über immer schmäler und steiler werdende Wege (Straßen konnte man dazu kaum noch sagen), die teilweise doch sehr eng an den Abgrund heranführten. Anfangs noch kein Problem, da die theoretische Absturzhöhe noch sehr gering war. Das sollte sich im weiteren Verlauf der Fahrt jedoch noch deutlich ändern und meine Bedenken zunehmen.  Zuerst  kamen wir jedoch noch an einer kleinen Badestelle vorbei, die von einem klaren und kühlen Fluss aus den Bergen gespeist wurde. Keiner von uns wollte jedoch zum Baden hinein, da zog sich unser Tourguide aus und sprang kopfüber ins Wasser. Nach ein paar Minuten entschieden wir uns, dies ebenfalls zu tun. Die Temperaturen und unser Schwitzfaktor waren hoch. Da kühlte uns dieser Fluss sehr angenehm ab, jedoch waren die Mücken die sich auf uns gestürzt haben weniger angenehm. Aber egal, wir mussten einfach den Mund zulassen, dann ist auch nichts passiert. Ein paar Fliegen haben wir jedoch trotzdem verschluckt, was aber unserer Stimmung und dem weiteren Hungergefühl keinen Abbruch tat.

Nach vielen Demonstrationen wie man z.B. Hibiskus verwenden kann (was wir zwischenzeitlich mehr als einmal gesehen hatten) kamen wir gegen Mittag an einem Restaurant an, das versteckt zwischen den Bergen lag, dennoch aber auch von Einheimischen gut besucht war. Bisher konnte man die Strecke mit einem geländegängigen Fahrzeug gut meistern, so dass auch viele Einheimische diese Strecke an ihrem Sonntag fuhren.

Da die Tour ein Mittagessen inklusive hatte, waren wir bereits auf die übliche Chicken-Nummer mit Poisson Cru eingestellt. Am Restaurant angekommen wurde uns dann mitgeteilt, dass wir die Getränke jedoch selber zahlen müssen. Na gut, die Preise waren wenigstens nicht überteuert.

Nach einer guten dreiviertel Stunde kam dann Bedienung zu uns und teilte uns mit, dass der Koch kein Chicken mehr hätte und er stattdessen einen Lachs mit Reis und Pommes anbieten könnte. Das nahmen wir natürlich gerne an, auch wenn wir aufgrund der Vorankündigung unseres Besuchs eigentlich nicht überraschend so viele Portionen bestellt hatten.

Nach einer weiteren halben Stunde kamen dann die Teller mit dem Fisch. Nach ein paar Bissen stellte sich jedoch heraus, dass es sich keineswegs um Lachs sondern um den allseits beliebten Tunfisch handelte. Auch egal, Hauptsache war dass wir etwas zu Essen hatten.

Die Weiterfahrt führte uns nun auf ein besonders steiles Teilstück, das uns auf die maximale Höhe von 850 Meter über dem Meer bringen sollte. Das klingt zuerst nicht hoch, wenn man aber bedenkt dass wir auf Meereshöhe gestartet waren, ist dies doch ein ganzes Stück. Am obersten Punkte wurde ein Tunnel durch den Berg gegraben, den wir ebenfalls durchfuhren um auf die andere Seite zu gelangen. Es bot sich uns dort ein Bild wie in Jurassic Park mit riesigen Pflanzen, noch dichterem Regenwald und steilen Abhängen. Die weitere Fahrtstrecke wurde nun sehr abenteuerlich und war eigentlich mehr ein schlammiger Trampelpfad. Unser Fahrer ließ sich aber davon nicht abhalten und steuerte den Jeep gekonnt über Steine und durch große Schlaglöcher. Ab und zu hört man davon, dass Touristen bei einer Tour mit Einheimischen in gefährliche Situationen kommen und teilweise auch verunglücken. Da fragt man sich, wer auch so lebensmüde ist und in solchen Ländern bei einem wildfremden in ein vermutlich schlecht gewartetes Fahrzeug steigt um dann Extrembelastungen zu durchlaufen. Jetzt wusste ich es – wir waren so lebensmüde…

Da die Strecke keine Fortsetzung hatte musste unser Fahrzeug an einer Stelle umkehren. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer anderen Tourgruppe vorbei, dessen Guide frische Früchte aus dem eigenen Garten verteilt. Er stoppte unser Fahrzeug und bot uns ebenfalls etwas von sich an, was eine kleine Pause für uns bedeutete. Typische Gastfreundschaft in Polynesien. Der weitere Tourverlauf bis zum Hotel zurück hatte keine weiteren Höhepunkte mehr, da wir die gleiche Strecke zurückfahren mussten. Wir können so eine Tour aber auf jeden Fall empfehlen, da sie eine ganz andere Seite von Tahiti zum Vorschein bringt und die Vegetation sehr abwechslungsreich und interessant ist.

An unserem letzten Abend haben wir uns dann ein Essen im Hotelrestaurant gegönnt, in dem man sehr schön sitzen und aufs Meer hinausschauen kann.

Der letzte Tag in Französisch Polynesien begann für uns am Montagmorgen mit einem Frühstück auf dem Zimmer (so wie die letzten Tage bereits auch) und der anschließenden Kofferpackorgie, der sich Nici aufopfernd hingab. Ihr größtes Vergnügen auf dieser Reise bestand darin, die Koffer zig Mal umzupacken. Den Rest des Tages verbrachten wir zur vollen Entspannung am Pool mit Blick auf den schwarzen Strand und die tosende Pazifikbrandung. Im Laufe des Nachmittags hatte ich dann mit der Rezeption noch vereinbart, dass wir den gebuchten Check-Out auf 18:00 Uhr kostenfrei verlängern konnten, bis wir um 20:30 vom Reiseveranstalter abgeholt werden sollte. Dies war möglich, da das Zimmer am nächsten Tag nicht belegt war, worüber wir uns sehr freuten.

Gegen 17:30 Uhr gönnten wir uns dann einen Abschieds-Cocktail zur Happy-Hour und genossen mit zwei Pina Coladas in der Hand den letzten pazifischen Sonnenuntergang. Der Urlaub war stilvoll zu Ende gegangen und wir gingen gegen 18:30 Uhr auf unser Zimmer, um endgültig unsere Sachen zu packen und uns auf die lange Heimreise von ca. 30 Stunden vorzubereiten.

Die Abholung kam pünktlich und der Fahrer von Tahiti Nui Travel überreichte uns zum Abschied die übliche Muschelkette, die wir auch schon in anderen Hotels bekommen hatten. Eigentlich eine nette Geste, jedoch auch etwas lieblos vom Fahrer vollzogen. Egal, der Wille zählt und wir fuhren zum Flughafen, wo schon eine lange Schlange am Check-In wartete. Nachdem die Koffer abgegeben waren folgte die übliche Shoppingrunde durch die Flughafenshops und wir fanden endlichen einen Magneten für unseren Kühlschrank. Die waren auf den Inselshops ziemlich rar gesät, bzw. entsprachen nicht unbedingt unserem Geschmack.

Da wir bei der Einreise als europäische Staatsbürger keinen Stempel in unseren Pass erhalten haben, fragte ich bei der Ausreise ob es möglich sein nun einen zu bekommen, auch wenn wir eigentlich keinen brauchen. Dies wurde jedoch vereint und man mache hier auch keine Ausnahme. Sehr schade, da wir in unserem Pass nun keinen „Beweis“ für diese Reise hatten.

Der Flug mit der Air Tahiti Nui startet pünktlich und der Flieger mit dem Namen „Bora Bora“ hob flach aber sicher von der Runway ab. Die folgenden 8 Stunden verbrachten wir teilweise schlafend in unserer 3er Reihe, die zum Glück nur von uns beiden besetzt war. Der Service war (wie schon auf dem Hinflug) einfach klasse und auch die servierten Mahlzeiten waren sehr köstlich. Wie sich herausstellte sollte unser Flugzeug in Los Angeles nur zwischenlanden und dann direkt weiterfliegen bis nach Paris. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich kein Ticket mit KLM ab Los Angeles gebucht, sondern wir wären auf diesem Air-France Flug geblieben, der von der Air Tahiti Nui durchgeführt wurde. Da ich allerdings die Befürchtung hatte, dass von Los Angeles nach Paris die Air France fliegen würde, hatte ich bei der Buchung auf einen Wechsel bestanden. Mit dieser Airline werde ich keine Interkontinentalflüge durchführen.

Bei der Ankunft in LA mussten wir natürlich durch die Immigration und standen wieder Schlange. Der Officer war überraschend freundlich und zu Scherzen aufgelegt. Hier hat sich deutlich was verändert in der amerikanischen Auffassung von einer Einreisekontrolle. Da wir erst vor drei Wochen schon einmal eingereist waren, wollte er von mir keine Fingerabdrücke mehr, Nici musste jedoch nochmals die ganze Prozedur durchlaufen. Warum wusste auch er nicht, er meint es steht nur so auf seinem Bildschirm. Auch das erneute einchecken der Koffer war kein Problem und nur eine Sache von Minuten, sodass wir die verbleibende Zeit nutzen konnten um kleinere Einkäufe von amerikanischen Süßigkeiten durchzuführen.

Dass der Flug nach Amsterdam ausgebucht war wussten wir bereits und so mussten wir uns auch damit abfinden, dass wir diesmal keine 3er Reihe für uns alleine hätten. Da wir immer bei der Buchung den Mittelplatz freilassen hatten wir auch jetzt den Fenster- und den Gangplatz gebucht. Beim Einsteigen setzen wir uns dann gleich auf den Gang- und Mittelplatz in der Hoffnung, dass der Fremde zwischen uns glücklich ist, wenn er den Fensterplatz bekommen kann. Es kam dann eine junge Dame (Holländerin) auf uns zu und meinte, sie würde in der Mitte sitzen. Ich erklärte ihr dann die Situation und bot ihr an, dass sie ans Fenster dürfte, was sie aber ablehnte. Da sie so oft auf die Toilette springen würde muss sie am Gang sitzen. Ich sagte, dass es mir auch so ginge und da ich den Gangplatz gebucht hatte auch hier sitze. Nach einigem Hin und Her sagte ich ihr, sie könne wählen. Entweder Fenster oder Mittelplatz zwischen uns. Da sie sich rotzfrech dann für den Mittelplatz entschieden hatte entschlossen Nici und ich, dass wir einrücken um zusammen zu bleiben. So verbrachte ich den kommenden 12 Stundenflug auf einem Mittelsitz, den ich absolut hasse. Wir hatten uns dann nicht weiter um die Nebensitzerin gekümmert, auch wenn diese den einen oder anderen Ansatz dazu machte. Auf die Toilette sprang sie übrigens auf dem ganzen Flug nur 2 mal, dafür ließen wir sie aufstehen als sie meinte schlafen zu müssen, nachdem sie die ganze Nacht (während alle anderen schliefen) nur Filme gesehen hatte.

Die Ankunft in Amsterdam war dann alles andere als entspannend. Die Einreise in die EU stellte sich als wesentlich unangenehmer heraus, als die in die USA. Es waren endlose Schlangen und es ging nichts vorwärts, da direkt in der der Einreisekontrolle eine weitere Sicherheitskontrolle und Gepäckuntersuchung stattfand. Wir näherten uns dem Boarding unseres Weiterflugs nach Stuttgart und so entschied ich eine der Aufseherinnen anzusprechen, die uns dann auf eine Expressschlange führte. Etwas gestresst aufgrund der langen und Wege und kurzen Zeiten erreichten wir dann aber den Flug, auf dem wir überraschend viele Passagiere aus Los Angeles wieder getroffen haben.

Nach nur einer Stunde Flugzeit erreichten wir Stuttgart und der Kreis schloss sich. Hier sind wir vor über 3 Wochen mit der Delta von Gate 110 abgeflogen. Vor dem Flughafen wartete bereits unsere Abholung, die uns nach fast 30 Stunden zu Hause in unserer schönen Wohnung ablieferte. Der Urlaub samt Rückreise war nun endgültig vorbei und wir konnten uns den Dingen widmen, die uns die letzten Tage sehr beschäftigt haben. Nici ging zu Ihrem Pferd und ich zum Servicepunkt von Canon um meine Kamera zur Reparatur zu geben. Wir waren wieder zu Hause.


Tipps & Infos

Hotel: Radisson Plaza Tahiti - Super Empfehlung. Auf Gutscheinhefte achten, die bei der Anreise verteilt werden für ein kostenloses Upgrade des Zimmers. Sehr sauber und neu renoviert. Toller Pool.

Essen: Um das Hotel ist nicht viel geboten. Man kann im Hotel essen oder sich vom Taxi in die Stadt fahren lassen. Dort zu den Roulottes gehen am Hafen - gutes Essen zum annehmbaren Preis.

Einkaufen: Ohne Auto nicht möglich, oder weiter Fußweg. Am Besten Mietwagen nehmen um die Insel zu erkunden und dabei zum Einkaufen fahren. Oder mit dem Hotelshuttle (kostenlos) in die Stadt fahren.

Ausflüge: Ganztagestour 4x4 Jeep-Safari sehr empfehlenswert für alle, die genug von Palmen, Motus und Kokosnüssen haben. Sehr interessante Landschaft und Vegetation im Landesinneren.