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Husavik
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Walbeobachtung
Walbeobachtung
Walbeobachtung
Dettifoss
Dettifoss
Dettifoss
Dettifoss
Dettifoss

7. Tag: Umrundung der Halbinsel Tjörnes

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick auf den See und diverser Vulkankrater begann der nächste Morgen sehr gut. Es wartete wieder ein Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein auf uns, so dass wir nicht viel Zeit verloren und gleich loszogen. Zuerst besichtigen wir die Pseudokrater am See bei Skutustadir, die nur zwei Minuten vom Hotel weg waren. Von hieraus ging es weiter zum nächsten großen Wasserfall, dem Godafoss. Nach den üblichen vielen Fotos brachen wir auf Richtung Husavik, einem Ort an der Nordküste in dem man u.a. Wale beobachten kann. Wie üblich war auch dort nichts los und wir erkundeten den kleinen Hafen und die zwei Anbieter von Walbeobachtungstouren. Die Preise hierfür waren nicht gerade günstig. Für ca. 3 Stunden wollten beide Anbieter etwa 50 Euro pro Person haben. Da wir uns nicht sicher waren, ob es wirklich was zu sehen gibt oder ob die Wale schon alle in der warmen Karibik liegen haben wir lange gewartet mit der Entscheidung was wir tun. Zwischenzeitlich kam ein Boot von einer Tour zurück und ich habe ganz frech die Leute gefragt, ob sie was gesehen haben. Alle bestätigten, dass es was zu sehen gibt, aber die tollen Sprünge werden wir nicht sehen. Schließlich haben wir uns doch dazu durch gerungen, den hohen Preis zu bezahlen und mit zu fahren. Lustiger weise haben wir einige von unserem Hotel wieder gesehen, die auf die gleiche Fahrt mit uns gingen. Insgesamt waren ca. 25 Personen auf dem Schiff.

Es dauerte gute 45 Minuten Bus die erste Sichtung stattgefunden hat. Unser Guide erklärte uns wo und was wir sehen können und alle haben sich ganz vorne auf den Bug gepresst um als erstes den Wal sehen zu können. Neben mir stand ein US Amerikaner, der mit seiner Profikamera und 400mm Objektiv in Stellung ging. Kaum war in der Ferne eine kleine Rückenflosse zu sehen ging das Dauerfeuer neben mir los. Ich weiß nicht wie viele hundert Bilder er in den ersten 5 Minuten geschossen hat, aber als seine Speicherkarte zum ersten Mal voll war hab ich noch kein einziges Bild gemacht. War auch nicht nötig, denn eigentlich gab es noch gar nichts zu sehen. Im weiteren Verlauf haben wir dann mehrere Buckelwale und Zwergwale gesehen, die sich in der Bucht immer wieder an der Oberfläche haben blicken lassen. Es war ein sehr schönes Erlebnis, diese Tiere einmal live zu sehen. Einer der Buckelwale ist eine ganze Zeit neben unserem Schiff geschwommen und hat sich ausgiebig fotografieren lassen.

Nach etwa 2 Stunden Beobachtung drehten wir dann langsam wieder Richtung Hafen ab und es wurde noch einen heiße Schokolade zum Aufwärmen serviert.  

Zurück im Hafen machten wir uns dann auf den Weg die Halbinsel weiter zu umrunden. Auf dem Heimweg lag noch einmal der Wasserfall Dettifoss, den wir zwar am Vortag schon besucht haben, jedoch diesmal von der anderen Seite anfahren können. Der Weg dorthin war über eine F-Straße ausgeschildert, die wir mit unserem Mietwagen nicht fahren durften. In der Straßenkarte war sie jedoch als normale Straße verzeichnet. Also sind wir einfach mal losgefahren, denn der Anfang der Strecke war nicht anders als alle anderen Straßen in dem Gebiet. Irgendwann wurde es  zunehmend schlechter und das Gemecker neben mir immer grösser. Zugegeben war mir teilweise schon etwas mulmig, als die Schlaglöcher und die Steine immer grösser wurden. Aber jetzt haben wir schon begonnen also muss es auch zu Ende gebracht werden. Übrigens verliert man nicht nur den Versicherungsschutz, sondern es ist auch gesetzlich verboten diese Straßen mit einem normalen Pkw zu befahren.

Irgendwann sahen wir in der Ferne eine Auto auf uns kommen und ich hatte schon Angst es könnte eine Polizeistreife sein. Aber dann erinnerte ich mich, dass ich in dem ganzen Land noch keine Polizei oder Verkehrskontrolle gesehen habe und hier mitten in der Wüste garantiert auch keine kommen wird. Es war auch keine, sondern ein alter Volvo, der bei genauerem hinsehen ein deutsches Kennzeichen aus Waiblingen hatte. Ich fuhr so vor  ihn hin, dass er anhalten musste, öffnete das Fenster und grüßte mit einem breit schwäbischen "Mahlzeit!" die beiden verdutzt dreinschauenden Reisenden. Nach einem kurzen Plausch über das Land allgemein sagten sie uns, dass sie sich ein altes Auto gekauft haben und mir der Fähre gekommen sind. Wenn an dem was abfällt wäre es auch egal. Sie sagten uns, dass die Straße nicht besser werden würde, aber mit etwas Vorsicht  zu befahren wäre und wir sollten halt bei den tiefen Löchern aufpassen. Ab dem Dettifoss wäre die Straße dann komplett neu geteert und als Touristenstrecke ausgebaut. Wir mussten also nur noch 15km im Schritttempo überstehen.

Die Waiblinger hatten recht, der Weg wurde nicht besser. Aber nach durchfahren von einigen Wasserlöchern (streng verboten), zwei Aufsetzern, diversen Steinschlägen im Unterboden und ununterbrochenen Beschimpfungen und Besserwisser-Äußerungen  haben wir dann doch unser Ziel erreicht und haben beim Einsetzen der blauen Stunde (ca. 1 Stunde nach Sonnenuntergang) den Dettifoss erreicht. Wir haben ca. 1 Stunde dort verbracht bevor wir dann den Heimweg zum Hotel antreten wollten. Der Weg führte uns noch etwa 35km durch eine Steinwüste, bevor wir zurück in die Zivilisation kamen. Zwischenzeitlich war bereits der Mond aufgegangen und erleuchtete die Sternklare Nacht. Ein Blick aus dem Fenster und es folgte eine harte Bremsung. Ich sagte nur zu Nici, da oben formiert sich ein Polarlicht. Die Antwort war (wie letztes Mal auch schon) es sei nur eine Wolke. Genau - Eine sich schnell verändernde und grün leuchtende Wolke. Ich konnte meine Polarlichtexpertin dann schließlich doch überzeugen, als ich ihr die ersten Bilder mit Langzeitbelichtung gezeigt habe. Über der einsetzenden Dunkelheit kamen nun immer mehr Lichter zum Vorschein und wir haben die Show genossen. Irgendwann sind wir dann zum Hotel weitergefahren um noch schnell etwas zum Essen zu bekommen und dann wieder die Lichter beobachten zu können. Nici bestellte sich eine sehr teure, dafür aber dünne Gulaschsuppe, ich hatte ein gegrilltes Sandwich.

Wir haben dann unsere Stühle vor unsere kleine Hütte gestellt und weiter dem Naturschauspiel zugesehen. So etwas hatten wir noch nie live gesehen und wir konnten uns nicht satt sehen, auch wenn es nur sehr kleine und leichte Polarlichter waren.

Irgendwann sind wir dann doch ins Bett und zufrieden eingeschlafen. Buckelwale und Polarlichter an einem Tag - was will man mehr.


Polarlichter