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Kap Dyrholaey
Kap Dyrholaey
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Seljalandsfoss
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Skogafoss
Skogafoss
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Skogamuseum
Skogamuseum
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Solheimajökull
Solheimajökull
Solheimajökull

3. Tag: Selfoss nach Kirkjubæjarklaustur

Die Nacht verlief bis auf etwas Hundegebell ruhig und wir haben gut geschlafen. Am nächsten Morgen sind wir dann pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück erschienen und wurden freundlich auf Deutsch begrüßt. Die Farm hat mehrere deutsche Mädels aufgenommen, die dort vermutlich eine Auszeit nach der anstrengenden Schule und vor dem beschwerlichen Studium nehmen. Ein anderes Pärchen kam kurze Zeit später rein und zeigte Bilder von der letzten Nacht, die in unserem Hof aufgenommen wurden. Zu sehen waren schöne Polarlichter, die wir leider verschlafen haben. Der Hausherr sagte uns dann, dass nun schon zum dritten Mal in Folge zu sehen war. Schade, wir hofften auf die folgenden Nächte.

Da es wieder ein sehr schöner und sonniger Tag war wollten wir keine Zeit verlieren und sind dann auch gleich auf die Strecke. Der erste Stopp führte uns über die Ringstraße zum Wasserfall Seljalandsfoss, den man auch hinter dem Fall durchqueren konnte. Die optimale Gelegenheit wieder mit meinem neuen Filter zu üben. Leider war der Wasserfall auf der sonnenabgewandten Seite eines Berges, so dass keine sehr schönen Lichtsituationen entstanden sind. Dort habe ich einem anderen Fotografen zugeschaut, der ebenfalls eine große Ausrüstung dabei hatte. Da ich neugierig auf die Ergebnisse war hab ich ihn angesprochen. Er war Kanadier und machte eine 1-wöchige Rundreise. Er brauchte für alles viel länger als ich und war auch sehr viel penibler mit allem. Trotzdem war ich der Meinung, dass zumindest auf dem kleinen Display der Kameras meine Bilder genauso gelungen waren wie seine.

Die Fahrt ging weiter entlang der südlichen Vulkanlandschaft Islands bis zum Aschemonster des Jahres 2010, den Vulkan Eyjafjallajökull. Dort interessierte uns aber nicht das eilig eingerichtete Informationszentrum, sondern vielmehr ein weiterer Wasserfall, der Skogafoss. Hier waren wir fast alleine und es blieb genug Zeit für schöne Aufnahmen. Auch hier war wieder ein "Profifotograf" am Werk, der aber deutlich zu verstehen gab dass er keinen Wert auf Konversation legte. Als Dankeschön habe ich mich dann mit meinem Stativ mitten in seinem Bild aufgebaut, was ihn aber nicht sonderlich störte. Direkt angeschlossen war ein kleines Freilichtmuseum, das wir unbedingt besichtigen mussten. Da mich die Geschichte des Transportwesen Islands einen Koffer interessierte haben wir uns darauf geeinigt, nur die nachgebauten historischen Häuser zu besichtigen und somit die Hälfte des teuren Eintritts sparen konnten.

Unser Routenplan schlug uns vor, zwischen zwei nun folgenden Attraktionen zu wählen. Wir haben uns aber entschieden beide anzusehen, da der Plan doch eher für gemütliche Touristen erstellt wurde und nicht für erfahrene Rundreisende. Der erste der beiden Tipps führte uns an den Gletscher Solheimajökull, der vom letzten Vulkanausbruch sehr dunkel eingefärbt war, man könnte auch sagen einfach dreckig. Der Weg dorthin wurde beschrieben mit "die Straße befindet sich in einem schlechten Zustand, kann aber mit einem normalen PKW befahren werden". Ich fragte mich eher "welche Straße"? Es war mehr eine Geröllpiste, die über tiefe Schlaglöcher und Spitze Felsen führte. Wir haben sie trotzdem gemeistert und ca. 1,5 Stunden für diesen Abstecher von der Ringstraße geopfert. Das Ergebnis war leider nicht sehr sehenswert, da der Gletscher durch die ganze Asche einfach nur dreckig war und somit kein Fotomotiv bot. Die ganze Strecke musste nun im Schneckentempo zurückgefahren werden.

Der zweite Stopp führte uns zu einer Steilküste, an der eine tosende Brandung des Atlantiks aufschlug - dem Kap Dyrholaey nahe dem Städtchen Vik. Ein sehr interessantes Schauspiel. Der angeschlossene schwarze Strand soll angeblich zu den schönsten Stränden der Welt gehören. Unglaublich wie jedes Land übertreibt, wenn es um das anlocken von Touristen geht. Wir müssen aber zugeben, dass der schwarze Sand wirklich sehr angenehm weich war.

Der Weg zu unserem nächsten Übernachtungsziel führte uns durch eine triste und öde Sandwüste, der Myrdalssandur. Sie entstand durch die zahlreichen Ausbrüche des Vulkans Katla. Das Gebiet wird durch kilometerlange schnurgerade Straßen zerteilt, die zum Rasen einladen. Jedoch sind immer wieder kleine Hügel zu sehen, auf denen ab und zu Polizeistreifen mit Radargeräten stehen. Es ist also etwas Vorsicht geboten.

Inzwischen näherten wir uns unserem Etappenziel, einer Stadt (oder viel mehr Siedlung) deren Namen kein normaler Mensch aussprechen kann, geschweige denn bei Tempo 100 im vorbeifahren auf dem Richtungsschild lesen kann: Kirkjubæjarklaustur.

Das Hotel war sehr sauber und gepflegt und hatte ein eigenes Restaurant, das wir jedoch aufgrund der Menüauswahl und der Preise gemieden haben. Zum Glück gab es dort noch eine Tankstelle, die einen kleinen Imbiss dabei hatte wo wir dann für immer noch viel Geld (jedoch weniger als die Hälfte des Restaurantpreises) zwei Burger mit Pommes gegessen haben.

Zurück im Hotel haben wir uns dann über den Empfang von ZDF gefreut und die Zeit bis zum Eintritt der Dunkelheit mit fernsehen totgeschlagen. Gegen 22.00 Uhr sind wir dann raus in die angrenzende Steinwüste gefahren (eigentlich ein 700qkm großes Lavafeld) um dort die ersehnten Polarlichter erspähen zu können. Jetzt ist es gerade 0:15 Uhr und ich schreibe den heutigen Bericht. Das bedeutet, dass wir leider nicht erfolgreich waren. Wir haben zwar ganz zu Beginn gleich zwei schwache Lichter gesehen, jedoch waren die nur von sehr kurzer Dauer und nicht für Fotos geeignet. Seit dem kamen leider keine mehr und da Nici inzwischen auf ihrem Beobachtungsposten eingeschlafen ist beende ich den heutigen Tag und fahre zum Hotel zurück. Gute Nacht.