HOMEIslandReykjavikGolden Circle - SelfossKirkjubæjarklausturHöfnHallormsstadhurMyvátnHusavikSauðárkrókurGrundarfjordur (Snæfellsness)BorgarnesAbschluß der ReiseFranz. PolynesienKanadaNeuseelandNorwegenUSAKontakt / ImpressumFotografie
Námaskard
Námaskard
Námaskard
Pseudokrater
Pseudokrater

6. Tag: Hallormsstadhur nach Myvatn

So gut geschlafen wie hier haben wir bisher noch nicht. Die ganze Atmosphäre war so angenehm, dass der Gesundungsprozess gut unterstützt wurde und ich mich am nächsten   Tag gleich besser fühle. Zur gleichen Zeit war eine Veranstaltung mit lauter Frauen (bestimmt 50-60 Personen) im Hotel, die das Frühstück mit einer erfrischenden Lautstärke untermalt haben. Das Buffet war aber wieder sehr reichhaltig wie bisher eigentlich immer.

Die Reisebeschreibung sagte nun voraus, dass wir heute in immer einsamere Gebiete vorstoßen werden. Wir fragten uns aber, wie die Steigerung von einsam sein soll, denn wir waren die ganze Zeit schon alleine unterwegs. Es wurde aber noch einsamer...

Unterwegs wollten wir einen Abstecher zu einer Farm machen, die Rentiere und Füchse aufzüchtet. Also sind wir ca. 25 km über eine wirklich einsame Piste gefahren, die nur von kargen Hügeln und sonst nichts umgeben war. Als wir endlich dort ankamen war sie bereits geschlossen. Das ganze Land bereitet sich im September auf den Winterschlaf vor und hier war man wohl schon fertig damit.

Die weitere Strecke führte uns entlang der Ringstraße Richtung Norden nach Myvatn, einem Seegebiet mit vielen Attraktionen. Dort sollten wir zwei Nächte bleiben, da der See als Ausgangspunkt für viele Besichtigungen genutzt werden kann. Das Wetter war mal wieder unerwartet gut und so haben wir uns entschieden, von der Reisebeschreibung abzuweichen und bereis auf dem Hinweg zum größten Wasserfall Europas, dem Dettifoss zu fahren. Es war nicht wirklich ein Umweg, weil wir die Planung für die nächsten zwei Tage sowieso selbst gestaltet haben und nicht der Empfehlung gefolgt sind. Aus Sicht des Wetters die richtige Entscheidung. Zum Dettifoss führen auf beiden Seiten der Schlucht Straßen. Eine davon war in unserer Karte als F-Straße gekennzeichnet und somit für uns gesperrt. Also haben wir die freie, östliche Straße genommen. Der Weg war mit ca. 32km ausgeschildert und ich freute mich, dass wir dann in guten 20 Minuten dort sein sollten. Nur ein paar Meter später änderte sich die Straße jedoch in einen Feldweg und dann in eine steinige Buckelpiste. Aus der Traum vom schnellen Ankommen. Eine so schlechte Piste, die als offizielle Straße ausgeschildert ist habe ich bisher noch nicht befahren. Schlaglöcher, Spurrillen und Steine im Weg machten die nächste Stunde nicht gerade zu einem Vergnügen wenn man die billigste Autoklasse gebucht hatte.

Der Anblick dann war aber Entschädigung genug für das Ruckeln der Fahrt. Gewaltige Wassermassen stürzen sich tief ins Tal auf einer Breite von guten 100 Meter. Durch das Fernglas sahen wir auf der anderen Seite normale Pkw stehen, wo eigentlich nur Geländefahrzeuge fahren durften. Es stellte sich dann am nächsten Tag heraus, dass die andere Seite inzwischen geteert wurde und unsere Karte veraltet war. Dort ist der offizielle Zugang und man kann ihn sehr schnell und komfortabel erreichen. Egal, wir lieben das Abenteuer.

Auf dem Weg zum Hotel sind wir noch an den Námaskard Thermalfeldern vorbei gekommen, wo heiße Schlammfelder vor sich hin kochen und dampfen. Ein beißender Schwefelgeruch liegt über dem Land.

Unser Zimmer für die nächsten zwei Nächte war in einem Gästehaus, das einer Farm angeschlossen war. Bei dem Gästehaus handelt es sich um mehrere kleine Holzhütten, die recht neu erbaut wurden. Jedes mit eigenem Bad, gefliestem Boden und Fußbodenheizung (die gibt’s hier für jeden wohl gratis...). Wir waren sehr angetan von dem kleinen Blockhaus und waren froh es so gut erwischt zu haben. Zuvor haben wir uns wieder mit etwas Wurst, Käse und Brot eingedeckt und ein gemütliches Vesper veranstaltet während wir dem Sonnenuntergang zugesehen haben.