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Mittwoch, 24.9.14

Die Nacht war laut und unruhig. Als wir aufgewacht sind hat es geregnet. Wir haben in aller Ruhe Körperpflege betrieben und sind ohne Frühstück um elf Richtung Banff gefahren, weil es bei der Nebelsuppe keinen Sinn macht zu den umliegenden Seen zu fahren. Die Fahrt dauert ca. eine Stunde. In Banff haben wir direkt an der Touristeninfo gehalten, um Infos über Trails und Alternativen zum Tunnel Campingplatz einzuholen. Die Frau am Infoschalter war sehr gut informiert und sehr nett. Sie hat uns ausführlich alle Möglichkeiten beschrieben und Insidertipps dazu gegeben.

Wir haben unseren Camper auf dem Parkplatz des Visitor Center stehen lassen und sind ins Städtle gelaufen, um einen Mittagssnack zwischen die Kiemen zu kriegen. In einer kleinen Shoppingmall gibt es im Untergeschoss einen Food Court, mit 3 Asiaten, einem Burgerimbiss und einem Subway. Wir entschieden uns für einen der Asiaten, es war kein kulinarisches Highlight, aber billig und hat satt gemacht.

Banff ist eine sehr schöne, kleine Stadt. Zwar findet man hier auch unzählige Souvenirshops, jedoch ist sie deutlich gemütlicher als Jasper und verleitet zum schlendern. Das Wetter war hier ein bisschen besser als in Lake Louise, aber auch hier wusste man nicht, wann es anfängt zu regnen. Wir wollten uns trotzdem noch ein bisschen bewegen und entschieden uns für einen Weg, der überwiegend durch den Wald führt, so dass der Regen im Zweifel nicht so schlimm wäre. Wir parkten am Cave and Basins Museum (in das man mit dem Nationalpark Pass kostenlos rein kann) und liefen ein Stück am Bow River entlang zum Sundance Canyon. Die Beschilderung ist mal wieder wenig eindeutig, aber wir haben intuitiv den richtigen Weg genommen. Der Anfang ist nicht besonders spektakulär, aber wenn man erstmal an der Holzbrücke angekommen ist, an der die Stromschnellen des Canyons beginnen, wird es eine wirklich schöne Wanderung! Ein kleiner Pfad führt durch den Wald, immer wieder vorbei an steilen Felswänden und Stromschnellen. Dann beruhigt sich die Landschaft wieder, der Bach plätschert gemütlich vor sich hin und ist von saftig grünem Moos umgeben. Auf dem Rückweg durch den Wald haben wir noch auf einen Bär gehofft, so viel Glück sollten wir aber nicht haben. Der Rückweg auf dem Teerweg hat sich ziemlich gezogen, so dass wir froh waren, als wir an unserem Camper angekommen sind.

Wir sind zum Tunnel Village 2 gefahren, obwohl in unserem Reiseführer stand man solle ihn nur in Notfällen in Anspruch nehmen, da er laut und hässlich ist. So ist es auch! Es gibt noch einen zweiten Campingplatz, der aber nur sehr wenige Plätze für große Camper hat, den two Jake Lake Campground. Wir zahlten im Tunnel Village 2 33$ mit Strom. Die sanitären Anlagen sind dringend renovierungsbedürftig, so dass wir es vorzogen in unserem RV zu duschen. Wir aßen Wraps mit Hackfleisch und machten es uns bei dem Regenwetter auf der Couch gemütlich zu einem entspannten Kuschelfilmeabend.


Donnerstag 25.9.14

Wir haben schon wieder bis neun geschlafen. Um 10:15 waren wir fertig mit frühstücken und dumpen und machten uns auf den Weg zu einem der Trails, da das Wetter überraschenderweise gut war! Blauer Himmel, zwar mit einigen Wolken, aber vielversprechend. Unterwegs kamen wir in eine Kontrolle der Parkranger. Der vor uns fahrende wurde rausgezogen, wir wurden ganz einfach durchgewinkt, nachdem der Ranger unseren Pass am Spiegel hat hängen sehen.

Wir fuhren zum Upper Bankhead. Der 8,4 km lange Trail C-Level Cirque beginnt ziemlich steil bergauf. Nach ca. einer halben Stunde strammen bergaufgehens kam die Betonhütte, von der die Dame im Visitor Center sprach. Hier sollten wir vom Trail herunter, hinter der Hütte vorbei gehen, dann würden wir zu einem schönen Aussichtspunkt kommen. Der Tipp war wirklich gut, wir hatten einen wunderschönen Blick auf den Lake Minnewanka und die umliegenden Berge.

Schon hier überlegten wir uns, ob es sich wohl lohnt weiter hoch zu laufen, oder ob uns das schon anstrengend genug war. Schließlich sagten wir, dass wir zum Wandern da sind und sind weiter gelaufen. Es ging noch weiter 1,5 Stunden bergauf, durch eine wenig abwechslungsreiche Landschaft. Als wir auf einer Anhöhe kurz Rast machten, kam gerade ein junges deutsches Pärchen vom Geröllfeld herunter. Die waren doch tatsächlich bis zur oberen Baumgrenze gelaufen. Kurz haben wir kritisch das Geröllfeld und den Berg angeschaut, sind dann aber doch wild entschlossen los marschiert. Ich weiß nicht, wie oft ich geflucht habe. Julia fand es augenscheinlich mindestens genauso anstrengend (so ließ zumindest ihr roter Kopf vermuten), sie fand es aber mal wieder schön, so durch die Wildnis zu stapfen. Nach brutal anstrengenden 45 Minuten waren wir endlich oben angekommen! Und es war herrlich! Mein Jodler hallte fünfmal nach und die Aussicht war bombastisch! Es hat sich wirklich gelohnt, sich hier rauf zu quälen. Man hat Blick auf eine wunderschöne Bergkulisse, den Lake Minnewanka und den kleineren Johnson Lake. Wir genossen den Anblick hier oben bestimmt eine dreiviertel Stunde aus allen möglichen Perspektiven. Unter anderem sind wir die Felswand hoch gekrakselt und hingen dann im Stein, so dass die Amerikanerinnen, die gerade auch angekommen waren, sagten, wir sähen aus wie eine Schnitzerei in einer alten gotischen Kirche.

Was, neben dem herrlichen Ausblick, am besten da oben war, waren die zwei Dosen kalte Fresca. Das haben wir wirklich gebraucht! Der Abstieg bis unters Geröllfeld war ziemlich steil und rutschig. Danach wunderten wir uns, ob wir wirklich diesen Weg hoch gelaufen sind, weil wir so viele Sachen entdeckt haben, die wir bei dem anstrengenden Aufstieg gar nicht beachtet haben. Von Tieren war wieder nicht viel zu sehen. Wir machten noch einmal am ersten Aussichtspunkt eine kurze Pause und fotografierten alles nochmal in der schönen Nachmittagssonne.

Als wir wieder in unserem Camper angekommen sind, haben wir noch einmal einen Blick in die Wanderkarte geworfen. Der Trail ist angegeben mit 4,2km oneway und 460 Höhenmetern! Die Höhenmeter hatten wir morgens offensichtlich übersehen. Aber es hat sich definitiv gelohnt und wir sind froh, dass wir es gemacht haben! Inzwischen hat es (entgegen des Wetterberichts, der für den ganzen Tag Regen vorhergesagt hatte) vollends aufgerissen und wir hatten blauen Himmel mit kleinen Wölkchen. Wir fuhren zum See, nahmen die Handtücher mit und genossen hier die Berge, das Wasser und die Sonne für eine Stunde. Dann fuhren wir in die Stadt, bummelten ein bisschen und gönnten uns ein Abendessen in einem richtigen Restaurant.

Im Reiseführer wurde Melissa’s als bestes Steakrestaurant Banffs bezeichnet. Nachdem wir dieses und andere Restaurants angeschaut hatten, viel unsere Wahl auch auf genau dieses Restaurant. Ich bestellte ein 10oz Rib Eye Steak mit baked Potatoe und Julia eine Kombination bestehend aus Lachs, Rippchen, frenchfries und ceasarssalad. Es war der krönende Abschluss eines perfekten Tages! Das Steak war perfekt medium und auch alles drumrum hat gestimmt.