HOMEIslandFranz. PolynesienKanadaVancouverVancouver IslandWhistlerWells GrayJasperBanffLake LouiseYoho NationalparkOkanagan ValleyUnd zurück nach VancouverUnser FazitNeuseelandNorwegenUSAKontakt / ImpressumFotografie

Samstag, 20.9.14

Nach einer klammen kalten Nacht sind wir um acht aufgestanden und pünktlich um neun los gefahren Richtung Jasper. Bei der Ausfahrt aus dem Wells Gray Parc haben wir noch schnell den letzten Wasserfall, die Sprahat Falls angeschaut. In Clearwater haben wir noch Sprit und Gas getankt. Gas ist hier wirklich günstig, der ganze Tank hat 15$ gekostet. Wenn man bei der Rückgabe des Womos von der Vermietstation auffüllen lässt, verlangen sie 55$ - Abzocke! Der Weg nach Jasper ist wirklich schön! Viele Flüsse, hin und wieder Bergpanorama und schöne Nadel- und Laubwälder. Unterwegs passiert man den Mount Robson. Im Reiseführer liest man darüber: „Oft ist der Berggigant wolkenverhangen und zeigt wenig von seiner majestätischen Größe“. Wir scheinen wirklich das Glück wieder auf unserer Seite zu haben! Diese wundervolle Bergkulisse erstrahlte fast wolkenlos vor blauem Himmel, eingerahmt in kleine Zierwolken. Wir verweilten hier recht lang im Visitor Center und genossen diesen Anblick auf der Holzterasse. Auch nutzten wir das kostenlose WLAN, um Bilder an unsere Liebsten zu Hause zu schicken und nach einem Campingplatz in Jasper zu schauen (was sich als äußerst gute Idee herausstellte, da nur noch ein einziger Campingplatz offen war). Außerdem haben wir dort den Jahrespass für die Nationalparks gekauft. Er kostet 138$, ist dann bis September im kommenden Jahr gültig für sieben Personen, die im gleichen Fahrzeug reisen. Hier hätten wir wirklich sparen können, wenn wir zu Hause nicht gepennt hätten. Jutta und Stefan konnten einen Parkpass bei Ebay ersteigern für 46€. Naja, wir werden ihn dann zumindest weiter verkaufen wenn wir zu Hause sind. Vom Mount Robson fährt man noch eine Stunde bis Jasper. Unterwegs passiert man den Eingang in den Jasper Nationalpark, der mit zwei Kassenhäuschen und Schranken versehen ist. Wir hatten ja unseren Pass schon und durften das Gate zügig passieren.

In Jasper angekommen, haben wir den Campingplatz „Whistlers“ auf Anhieb gefunden, sind jedoch erschrocken, als wir uns in eine lange Schlange wartender Autos und RV’s einreihen mussten. Hier ist echt ein Massenauflauf! Ist aber kein Wunder, er ist ja auch der Einzige, der noch offen hat. Dieser Campingplatz hat über 800 Stellplätze und 4 Duschen für Männlein und 4 Duschen für Weiblein. Wählerisch darf man hier nicht sein. Die Stellplätze an sich sind in Ordnung. Man hat wieder ausreichend Platz um sich, ist im Wald und die meisten Stellplätze haben eine eigene Feuerstelle. Außerdem gibt es einen Kinderspielplatz, Rasenfläche zum Baseball spielen und eine (am Rand des Parks gelegene) Dumpingstation, an der man auch Wasser auffüllen kann.

Leider war für diese Nacht nur noch ein Stellplatz ohne alles (auch ohne Feuerstelle, dafür direkt vor den Mülltonnen) frei. Dafür bezahlten wir 27$. Nachdem wir geparkt haben, haben wir unser Info- und Kartenmaterial auf dem großen Tisch draußen ausgebreitet, um unsere Reise vollends durchzuplanen. Als wir uns entschieden hatten, wann wir wo wie lange bleiben möchten, sind wir wieder zum Eingang des Campinglatzes marschiert und haben einen Platz mit Strom und Feuerstelle für die nächsten zwei Nächte reserviert. Dafür zahlten wir 34$ pro Nacht. Wir haben Spaghetti Bolognese gegessen und sind schon gegen halb zehn ins Bett.


Sonntag, 21.9.14

Nach knapp zwölf Stunden im Bett haben wir unsere ausgeschlafenen Gemüter aus dem Bett bewegt und noch gemütlich gefrühstückt. Bis wir alles zusammengepackt hatten und noch an der Dumpingstation Halt gemacht hatten war es schon halb elf. An der Dumpingstation haben wir erst im Nachhinein gemerkt, dass wir uns vorgedrängelt haben mussten, so böse, wie der Typ in seinem Womo geschimpft hat. Die Warteschlange auf der anderen Seite haben wir aber auch erst gesehen als wir schon angeschlossen waren. Wir fuhren los in Richtung Maligne Canyon. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. Der Parkplatz ist groß, war aber recht voll, dafür dass eigentlich Nachsaison ist. Wir sind den langen Trail entlang des Canyons gelaufen und haben auch einige schöne Fotomotive gefunden. Bis zur dritten Brücke sind noch die ganzen Menschenmassen unterwegs, danach wird es deutlich ruhiger. Das Wetter war wieder herrlich. Als wir aus dem schattigen Canyon zurück auf den Parkplatz kamen lief man schier gegen eine Hitzewand. Wir sind ohne Pause weiter zum Maligne Lake gefahren. Bis wir dort angekommen sind hatten wir das 14-Uhr-Boot schon verpasst. Wir schlenderten gemütlich zum Ticketoffice und reservierten uns zwei Plätze für das 16-Uhr-Boot, weil zu der Zeit das Licht am schönsten ist. Die Bootsfahrt zur Spirit Island kostet pro Person 64$, ein stolzer Preis für 1,5 Stunden gequetscht Boot fahren. Nach der Lauferei am Morgen gönnten wir uns einen Mittagssnack auf dem Parkplatz. Dann genossen wir das herrliche Wetter, indem wir uns am Maligne Lake in die Wiese gelegt haben.

Pünktlich um vier legte das Boot zur Spirit Island ab. Es war mit 47 Personen voll besetzt.Die Fahrt hat sich dennoch gelohnt! Der Ausblick ist herrlich! Man hält 10 Minuten auf der Insel und hat Gelegenheit zu Fotografieren oder auf das 250.000$ teure solarbetriebene Klohäuschen zu gehen, auf das der Bootsführer stolz hinwies. Um 17:45 legten wir wieder an und fuhren zurück zum Campingplatz. Unterwegs haben wir noch 4 Cariboohirschkühe am Straßenrand gesehen. Als wir am Whistlers Campground angekommen sind waren wir froh, dass wir schon unseren Platz hatten, denn die Schlangen vor den Gates waren heute noch länger. Wir fuhren durch die „registered Line“ auf unseren Platz und bereiteten alles für unser Burger BBQ vor. Ich kümmerte mich als echter Kerl ums Lagerfeuer und Julia schnibbelte alles für die Burger. Das Essen war lecker! Am Lagerfeuer überspielten wir gleich unsere zahlreichen Fotos auf den Laptop. Um elf sind wir dann müde ins Bett gegangen.


Montag, 22.9.14

Wir haben wieder ausgeschlafen bis neun und ausgiebig geduscht und gefrühstückt.  Beim Abspülen haben wir fasziniert unseren Platznachbarn zugeschaut, die mit einem Megacamper mit doppelten Slideouts und Dodge RAM 3500 heavy duty unterwegs waren, wie sie sich zur Abfahrt bereit machen. So ein Gespann wäre mal mein Traum! So ein Dodge RAM ist halt mal noch ein richtiges Auto! Dann sind wir, mit Zwischenstopp an der Dumpingstation, nach Jasper gefahren. Dort standen wir erstmal zehn Minuten vor den Bahngleisen bis der Zug mit zwei Locks und geschätzten 100 Waggons vorbei gefahren ist. Direkt hinter den Bahngleisen gibt es einen kostenlosen RV Parkplatz, auf dem wir geparkt haben. Von dort aus ist man in ca. zwei Minuten ins Stadtzentrum gelaufen. Heute war die Stadt wieder wie leer gepustet. Das überfüllte Chaos die letzten Tage haben also doch die Einheimischen übers Wochenende verursacht. Jasper ist ein hübsches Städtchen, aber definitiv eine Touristenstadt. An der Hauptstraße ist ein Souvenirladen neben dem anderen. Dann noch Visitor Center, Restaurants, Cafés und Hotels. Sehr viel mehr gab es nicht.  Als wir gerade die Hauptstraße entlang gegangen sind fuhren tatsächlich wieder Jutta und Stefan in ihrem silbernen Pickup mit BigFoot Aufsatz an uns vorbei! Sie hielten gerade am Straßenrand, also sind wir zu ihnen rüber gelaufen. Das Gelächter über diesen Zufall war groß. Wir sind dann gemeinsam zum Visitor Center gelaufen und haben uns unterwegs über den vergangenen Tag ausgetauscht. Am Visitor Center gab es wieder kostenloses WLAN, das wir dafür nutzten bei CEWE personalisierte Postkarten zu kreieren und an unsere Liebsten schicken zu lassen. Danach sind wir zum Patricia Lake und Pyramid Lake gefahren.  Gestern sprachen wir noch von unserem Glück über das Wetter und heute kam die Quittung dafür. Kaum hatten wir die Kameras ausgepackt und haben mit „Fotoschule für Julia“ begonnen kam ein ziemlicher Wind auf. Mit dem Wind kamen auch die Wolken. Als es nach und nach immer ungemütlicher wurde sind wir wieder in die Stadt zurück gefahren und haben jeden einzelnen Souvenirshop durchkämmt, bis wir eine schöne Jasperjacke gefunden haben. Dann haben wir uns noch bei „Bears Paw Bakery“ einen Rasberry White Chocolate Muffin und Chai Latte gegönnt. Inzwischen hat es angefangen zu regnen, also sind wir zurück zum Campingplatz gefahren. Als wir angekommen sind, hatten wir neue Platznachbarn –Jutta und Stefan! Das kann so langsam kein Zufall mehr sein! Wir haben unsere Quittungen sortiert und die wenigen Fotos überspielt. Ein paar Plätze weiter war gerade ein Schweizer mit seiner Axt zugange. Da ich auch noch einen ziemlich großen Brocken im Kofferraum hatte, hab ich sie mir kurzerhand ausgeliehen und unser Holz klein gemacht. Das war definitiv genug Sport für die nächsten Tage! Nicht nur Schweiß brachte die Hackerei, sondern auch zwei Blasen an den Händen. Wir kochten Gemüsepfanne mit Reis und Putenbrust.Zum Essen haben wir uns raus ans Lagerfeuer gesetzt, Feuerholz gibt’s ja jetzt genug! Jutta und Stefan kamen auch wieder rüber und wir hatten wieder einen schönen gemeinsamen Abend.


Dienstag, 23.9.14

Die heutige Nacht war ziemlich unruhig, die Krönung war ein geschäftlicher Anruf aus Schweden nachts um zwei. Um acht sind wir aufgestanden. Nach dem Frühstück sind wir zur Dumpingstation gefahren und haben unterwegs eine Hirschkuh den Weg kreuzen sehen.  Als wir um die Ecke bogen standen Jutta und Stefan auch wieder da. Jutta rannte schon ganz aufgeregt auf uns zu, um uns zu sagen dass da eine ganze Karibuherde an der Straße ist. Während ich die Tanks geleert hab, ist Julia los gezogen, um das Wild zu fotografieren. Leider hat sie den Hirsch nur einmal ganz kurz vor die Linse bekommen. Als wir gerade los fahren wollten, kam er noch einmal aus dem Wald –und Volltreffer! Tolles Bild geworden! Unser Weg führte heute Richtung Columbia Icefield und Lake Louise. Unser erster Stopp war an den Athabasca Falls. Leider war eine ziemliche Nebelsuppe, was die Bilderausbeute reduziert. Weiter ging es zu den Sunwapta Falls. Während den Reisevorbereitungen habe ich ein Bild gesehen, das von einer wirklich guten Position fotografiert wurde. Schnell hatte ich die auch gefunden. Das Wetter tat mir einen Gefallen, indem der Himmel zumindest kurzzeitig etwas blau zeigte. Vom Columbia Icefield waren wir beide etwas enttäuscht. Die Gletscherflächen sind wirklich nicht mehr groß. Der Tourismus läuft auf Hochtouren, ganze Busse an Chinesen und Japanern werden auf die Gletscher kutschiert. Diese „Massentierhaltung“ kostet dann auch noch stolze 50$.  Enttäuscht fuhren wir weiter Richtung Lake Louise, ohne Gletschertour. Unterwegs haben wir immer wieder an den Lookouts angehalten, weil die Landschaft wirklich schön und sehr abwechslungsreich war. Sie variiert zwischen Gletscherbergen, Bergen mit Ähnlichkeit zum Grand Canyon, schöne Bergseen und goldener Herbstlandschaft. Als wir den Peyto Lake passierten, wollten wir eigentlich schon Richtung Campingplatz fahren, haben dann aber doch angehalten, weil das Wetter kurz aufgerissen hat. Im Stechschritt sind wir den Berg hoch gerannt, um Bilder mit Sonnenlicht zu ergattern. Als wir hier fertig waren wurde es wirklich Zeit nach einem Campingplatz zu schauen, da es inzwischen ja keine große Auswahl mehr gibt. Wir kehrten im „Lake Louise Trailer“ ein. Nachdem wir mal wieder die Ausfahrt verpasst hatten (wie eigentlich immer) und auf dem Highway auf den nächsten U-Turn warten mussten, hatten wir am Campingplatz wieder die zwei alten RV’s vor uns in der Schlange, die mir schon die halbe Stunde zuvor auf die Nerven gegangen sind, indem sie mit Tempo 60 durch die Gegend gezuckelt sind. Als wir endlich dran waren, war so ein Schnepfe am Schalter, die mir tatsächlich 8$ abgeknöpft hat, damit ich mein eigenes Holz mitringen darf. Wir zahlten für einen Stellplatz mit Strom und Feuerstelle 41$.

Der Campingplatz ist nicht besonders schön. Die Plätze mit Feuerstelle liegen ziemlich nah an den Bahnschienen, die man auch recht gut und laut hört. Es stehen immer zwei Womos nebeneinander, bis ein Grünstreifen kommt. Klos und Duschen sind ausreichend vorhanden, dürften aber auch mal wieder einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Für das Nötigste reicht es aber. Direkt nach unserer Ankunft wollte ich ein Feuer machen, nachdem ich es schon so teuer bezahlt habe. Irgendwie wollte es heute aber nicht so wie ich. Nach etlichen Versuchen und Flüchen wollte ich schon aufgeben, als es dann doch endlich zündete. Wir machten Käserote vom Grill mit Salat. Inzwischen brannte mein Feuerchen richtig schön, so dass wir uns zum Fotos überspielen und bewerten vors Feuer setzten. Gegen neun wurde es dann aber ganz schön kalt und klamm, so dass wir rein sind, die Heizung eingeschaltet haben, um dort weiter zu machen. Nachdem wir hier wieder Strom hatten, haben wir Popcorn in der Mikrowelle gemacht. Schon wieder war ein Tag zu Ende. Wir hofften auf eine einigermaßen ruhige und warme Nacht und vor allem auf besseres Wetter für die kommenden Tage.