HOMEIslandFranz. PolynesienKanadaVancouverVancouver IslandWhistlerWells GrayJasperBanffLake LouiseYoho NationalparkOkanagan ValleyUnd zurück nach VancouverUnser FazitNeuseelandNorwegenUSAKontakt / ImpressumFotografie

Freitag, 26.9.14

Die Nacht war wieder recht unruhig und laut. Es hat auch die ganze Nacht über immer wieder geregnet, so auch als wir aufgewacht sind. Da wir bei dem Sauwetter keine große Lust hatten raus zu gehen haben wir vor uns hin getrödelt und sind erst um halb elf los gekommen. Frühstück gab es heute ganz dekadent bei Starbucks. Je ein venti White Chocolate Mocca und ein Banana Choclate Chunk Muffin. Während des (teuren) Frühstücks haben wir noch einmal Postkarten übers Internet via cewe verschickt. Wir wollten dann noch ein letztes Mal durch die Banffer Touriläden, weil wir einem Kaufrausch erlegen sind. Als wir alle Souvenirs und Sweatjacken beisammen hatten sind wir noch zur Tankstelle gefahren. Wir konnten unseren Augen nicht trauen! So billig war tanken bisher noch nirgendwo! 1,25$ / Liter Super. Das Wetter sah gar nicht mehr so schlecht aus. Inzwischen waren doch einige blaue Wolkenfelder erkennbar, die sich bis Lake Louise wacker hielten. Nur die Bergseite der interessanten Seen hing komplett im Nebel.  Da dieses Wochenende Herbstfestival in der Gegend ist, haben wir sicherheitshalber erst einen Stellplatz am Campingplatz gebucht und sind dann weitergefahren zum Lake Louise, obwohl er im Nebel hing - ist ja nicht weit vom Campingplatz (10 Minuten).

Als wir dort angekommen sind, hatte es zusätzlich angefangen zu nieseln. Besonders schön war es nicht, aber wir haben schon mal die Gegend ausgekundschaftet, wo wir beim nächsten Besuch (bei gutem Wetter!) hin wollen. Am Parkplatz stand wieder der silberne Pickup mit Bigfoot-Aufsatz. Wir hängten ihnen eine Visitenkarte mit Nachricht und unserer Stellplatznummer vom Campingplatz ans Auto. Wir wollten dann auch noch zum Lake Moraine und uns dort umschauen. Es führt eine Straße zum Lake Moraine. Allerdings weißen die Ranger am Campingplatz und ein Schild am Anfang der Straße darauf hin, dass die Straße „steep and narrow“ist und trucks und long Vehicles davon abgeraten wird dort zu fahren. So ein Quatsch! Wir haben uns nach zehn mal hin und her überlegen doch dazu entschieden es zu versuchen. Es ist eine ganz normale Straße, weder eng, noch besonders steil oder extrem kurvig. Wir denken, dieses Schild dient der Abschreckung, damit nicht so viele Autos oder RV’s da hoch fahren, weil es nicht so viele Parkplätze gibt. Als wir dort angekommen sind, wollte ich beim giftshop aufs Klo gehen, als ich ein Schild bemerkte, dass es auf alle Textilien 50% gibt. Da ging unser Kaufrausch weiter, allerdings dummerweise nicht auf die reduzierte Ware, sondern zwei Sonnenbrillen. Aber wir beschlossen einstimmig, dass das jetzt unser letzter Kauf des Urlaubs sein soll. Also, nach zahlreichen Shoppingerlebnissen an diesem Tag, suchten wir uns auch noch eine nette Fotoposition für besseres Wetter am Lake Moraine. Auf dem Rückweg sahen wir einen Trail, der uns sehr reizen würde. Allerdings darf man den nur in 4er-Gruppen laufen, da in diesem Gebiet sehr viele Grizzley’s unterwegs sein sollen. Gleich dachten wir an Jutta und Stefan. Als wir später am Campingplatz ankamen, lag auf unserem Tisch eine Plastiktüte mit einem Stein drauf. Es stellte sich als Brief von Jutta und Stefan heraus, dass sie später nochmal vorbei kommen. Wir waren inzwischen beide hungrig, also kochte Julia schnell Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Sauce.

Als wir gerade die wenigen Bilder des heutigen Tages sichteten, klopfte es schon an der Tür. Die beiden hatten wieder Bier mitgebracht und wir hatten mal wieder einen sehr netten unterhaltsamen Abend. Wir erzählten von dem Trail am Lake Moraine, den man nur zu viert machen darf und verabredeten uns direkt für den nächsten Tag zehn Uhr am Lake Louise, von wo aus wir gemeinsam mit dem kleineren Pickup rüber fahren. Perfekt! Die Chance auf Grizzleybilder steigt! Inzwischen war es zehn Uhr. Da wir fest auf besseres Wetter hofften und gesetzten Fall schon früh los wollen zum Fotografieren am Lake Louise (bevor die anderen kommen, um den Trail zu machen) gingen wir schnell ins Bett, um fit zu sein für den nächsten Tag. 


Samstag, 27.9.14

Der Wecker klingelte um halb sieben. Nachdem wir aber den Regen aufs Dach prasseln hörten, sind wir direkt liegen geblieben, ohne aus dem Fenster zu schauen. Um acht wagten wir dann doch einen Blick aus dem Fenster. Es hatte tatsächlich aufgeklart, es war blau am Himmel zu erkennen. Wir sind sofort aufgestanden und ohne Frühstück los zum Lake Louise. Als wir dort ankamen war der Besucherparklatz leer – ein Bild , das man vermutlich nicht besonders häufig sieht. Auch direkt am See unten war noch nicht viel los, ein paar Fotografen und ganz vereinzelt mal ein Chinese. Wir machten einige schöne Bilder im Sonnenaufgang.

Julia entwickelte sich im Laufe unserer Reise als super Fotoassistentin und erkennt inzwischen, was ich brauche, bevor ich es sage und streckt es mir entgegen. Das perfekte Bild wird leider trotzdem nicht dabei sein, da es schon noch ziemlich bewölkt war. Um halb zehn hatten wir dann alles, was ging, aus allen Perspektiven raus geholt und sind in unseren Camper zum Frühstücken. Gerade als wir mit allem fertig waren, bogen Jutta und Stephan auf den Parkplatz, um uns abzuholen. Stephan wollte auch nochmal zum See runter, weil sie bisher auch noch bei Regen da waren. Als er zurück kam meinte er, es hätte schon wieder komplett zugezogen und es würde eine dicke Wolke im See hängen – Glück gehabt! Leider war inzwischen die Straße zum Lake Moraine gesperrt, weil die Parkplätze oben wohl schon voll waren. Also fuhren wir doch mit beiden Campern zum kostenlosen Shuttle, das 5,5km entfernt von Lake Louise Village am Highway 1 abfährt. Es waren ziemlich viele Leute da und wir befürchteten, nicht mehr alle in den Bus zu kommen. Wir sind als Letzte eingestiegen und nach uns sage der Busfahrer „Stop, we seem tob be full!“ Da hatten wir echt wieder richtig Glück. Für Jutta gab es eigentlich schon gar kein Sitzplatz mehr. Sie hatte sich geduckt, bis er los gefahren ist. Der Mann vor ihr hat es bemerkt und seinen Sohn auf den Schoß genommen, so dass Jutta dann auch noch einen Sitzplatz hatte.

Die Fahrt nach oben dauerte ca. 20 Minuten. Als wir oben angekommen sind war alles komplett diesig. Man hat nichts gesehen außer einer dichten weißen Wand. Direkt vor dem Gift Shop war eine Rangerin mit einem Stand, an dem sie allerlei über die Tiere der Rocky Mountains erklärte. Sie hatte auch von einigen Tieren Felle dabei, die man anfassen durfte. Julia mit ihrer Fellphobie ging gleich mal fünf Meter weiter und hörte von dort aus zu. Wir begannen voller Erwartungen unseren „Bären-Trail“ zu den Consolation Lakes. Am Anfang geht es über ein Geröllfeld, dann durch dichten Nadelwald mit viel Moos, entlang eines Baches und zum Schluss Klettern über großes Geröll. Es war eine sehr schöne Wanderung. Durch den Wald war das nasskalte Wetter nicht schlimm und gegen Ziel klarte es immer mehr auf. Die Consolation Lakes sind wirklich schön. Viele Gräser, spiegelklares Wasser in einer schönen Bergkulisse. Auf den Steinen sitzend haben wir eine kleine Rast gemacht, bevor wir zurück gelaufen sind. Tiere haben wir keine gesehen, außer ein oder zwei Pika. Inzwischen war auch am Lake Moraine das Wetter etwas besser und wir setzten uns ab um Fotos zu machen. Jutta pausierte unten, um ihr Knie zu schonen, das wohl inzwischen ziemlich weh tat.

Um zwei nahmen wir das Shuttle zurück zum Sammelparkplatz. Hier trennten sich nun endgültig unsere Wege! Schade eigentlich, wir hatten Jutta und Stephan inzwischen richtig gern! Als wir uns verabschiedet hatten, fuhren wir noch einmal zum Lake Louise, um ihn auch noch leuchtend Türkis von oben zu fotografieren. Inzwischen war der Parkplatz komplett voll und wir mussten kurz warten, bis jemand weg fährt. Der kurze Trail (1,8km)  zum oberen Aussichtspunkt ist ziemlich steil! Man kommt schon ganz schön ins schnaufen, aber inzwischen sind wir ja gut im Training. Wir sind im Anschluss noch einmal unten lang gelaufen, aber inzwischen war es so voll, dass man die schöne Landschaft gar nicht mehr genießen konnte. Also haben wir alles zusammen gepackt und sind weiter gefahren.

Das Wetter war deutlich besser als bei unserer Anreise in die Region, deswegen wollten wir noch einmal einen Fotostopp beim Peyto Lake machen, der ja wirklich schön ist. Heute hatten wir hier nur noch ein paar wenige „Schönwetterwolken“. Verweilen und Blick genießen hat hier aber auch nicht funktioniert, da immer wieder Busse mit Chinesen der Russen kamen. Wie soll das erst in der Hochsaison sein?

Wir sind dann weitergefahren Richtung Yoho Park. Unterwegs haben wir uns die Takakkaw Falls im schönen Abendlicht angeschaut. Hier war inzwischen auch deutlich weniger los. Aber leider war Julia inzwischen völlig müde und ausgehungert, so dass ich auch mein Bild im Bach verzichtet habe. Es wäre wirklich schön geworden. Hier treffen sich der Kicking Horse River (in den der Takakkaw Falls stürzt) und der Yoho River. Im Hintergrund erscheint die majestätisch anmutende, von der Abendsonne beleuchtete Silhouette der Rocky Mountains. Schade! Stattdessen sind wir zum Campingplatz „Kicking Horse“ gefahren. Das Kassenhäuschen war schon zu, also haben wir uns irgendwo einen Platz gesucht. Wir haben Chili con Carne gekocht und unsere weitere Route geplant. Dann haben wir uns dick angezogen und sind ins Bett gegangen. Heizung ist nicht drin, da wir keinen Strom hatten diese Nacht, obwohl in unserer Broschüre Fullhookups stand.