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Dienstag, 30.9.14

Heute stand die Rückfahrt nach Vancouver auf dem Plan. Auf dem Weg passierten wir das Städtchen Hope, wo man laut Reiseführer von Ende September bis Ende Oktober Lachse beim Springen beobachten kann. Die Frau im Visitor Center musste uns enttäuschen und sagte, dass die Lachse erst in ca. einer Woche da sein werden. Hope kann aber mit einer weiteren Attraktion aufwarten: Hier wurde der Film Rambo „First Blood“ gedreht.  Jedem dürfte die Szene bekannt sein, in der Sylvester Stallone in die Stadt marschiert, als der Sherriff ihn abpasst und ins Auto bittet, um ihn zur Stadtgrenze zu fahren. Rambo dreht sich unbeeindruckt wieder um und läuft über die legendäre Holzbrücke zurück in den Ort. Genau zu dieser Brücke sind wir gefahren. Ich habe mich schon auf das Bild gefreut, auf dem ich in grüner Jacke, mit Rucksack und grimmigem Blick über diese Brücke laufe. Und wieder wurden wir enttäuscht. Die Brücke war zu alt und morsch, also wurde sie durch eine neue (hässliche Beton-) Brücke ersetzt. Eine Schande, ein solches Kulturgut einfach so zu zerstören!

Beleidigt sind wir weiter gefahren und haben auf den restlichen Rambo-Gedächtnis-Stadtspaziergang verzichtet. Kurz nach dem Verlassen von Hope gibt es einen Wasserfall, die Bridal Veil Falls. Der Wasserfall an sich ist nicht besonders spektakulär, aber rund um den Parkplatz stehen ganz viele schöne moosbewachsene Bäume, die viele schöne Fotomotive abgeben. Allerdings sollte man hier etwas aufpassen. Es weisen zahlreiche Schilder auf Autodiebstahl hin.

Zügig fuhren wir durch bis Burnaby, wo unser letzter Campingplatz dieser Reise sein sollte. Er kostet stolze 60$ pro Nacht. Es ist ein sehr gut und luxuriös ausgestatteter Campingplatz, der für die Anreise- oder Abreisenacht ausgelegt ist. Es gibt eine Waschanlage mit Hochdruckstrahlern, Einkaufsmöglichkeiten, Waschmaschinen, Schwimmbad und vieles mehr, was wir gar nicht in Anspruch genommen haben.  Die Stellplätze sind sehr schmal und man muss gut aufpassen beim Einparken. Für den ersten Tag stelle ich mir das als Herausforderung vor, inzwischen war das Manövrieren mit unserem Schiff ein Leichtes für mich geworden. Wir packten unsere Koffer und machten alles für die Rückgabe bereit.

Während Julia die Koffer packte und das Innere des Womos so gut wie möglich reinigte (es war anschließend sauberer als wir es übernommen haben), machte ich mich daran, die Spuren unserer Reise außen zu beseitigen. Das viele gesammelte Holz im Kofferraum hat deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur Farbabriebe, sondern auch deutliche Dellen haben die schweren Holzstücke in den Campingtisch und die Abdeckungen im Kofferraum gedrückt. Meine gründlichen Reinigungsversuche blieben alle erfolglos und so dachte ich mir schon eine Strategie für die Rückgabe aus, sollten sie den Kofferraum kontrollieren. Ich ließ extra ein paar Holzspäne unter den Abdeckungen liegen und hätte ich mich dann darauf berufen, dass das Womo ja ungereinigt übergeben wurde und der Vorgänger wohl Holz hier drin transportiert hatte. Da sollten die mir erst mal beweisen, dass ich es war…

Um sechs Uhr waren wir soweit mit allem fertig und machten uns auf den zehn minütigen Fußmarsch zum Skytrain an der Haltestelle Production Way University. Alle empfehlen, die Millenium Line zu nehmen, weil man da nicht umsteigen muss. So ist man allerdings fast eine dreiviertel Stunde unterwegs. Deswegen haben wir auf dem langen Hinweg beschlossen, dass wir für den Rückweg von der Waterfront die Expo Line nehmen und am Commercial Broadway umsteigen, was tatsächlich problemlos funktionierte und deutlich schneller ging. Unseren letzter Abend in Vancouver wollten wir nochmal richtig genießen und gingen aus zum Essen. Wir entschieden uns für das Restaurant der Steamworks Brewery in Gastown. Es gab Burger und kanadisches Kölsch. Zum krönenden Abschluss sind wir zum Aussichtsturm „Harbour Center“. Die Fahrt zur Aussichtsplattform kostet 16$ pro Person. Ein Stockwerk höher gibt es ein Restaurant. Da wir schon gegessen hatten und auch die Preise im Drehrestaurant recht stolz sind, versuchten wir, ob es oben auch nur eine Bar gibt, in der wir einen letzten Cocktail mit Blick auf die Vancouver Skyline genießen konnten. Kein Problem! Es gibt einen Bar Bereich. Der befindet sich zwar in der Mitte des Turms und somit nicht auf dem Teil der sich dreht, aber man sieht trotzdem gut raus und außerdem darf man frei herumlaufen, so dass man trotzdem alles von oben wunderbar betrachten kann. Die Cocktails waren kein kulinarischer Höchstgenuss, aber immerhin hatten wir was zu trinken, einen bequemen Sitzplatz und keinen Trubel. Und das Beste: insgesamt zahlten wir 32$, haben also das gleiche bezahlt, wie wenn wir zur Aussichtsplattform gefahren wären, hatten dafür aber noch die Getränke. Wir fuhren (mit Umsteigen) zurück zum Campingplatz und gingen auch recht zügig ins Bett.


Mittwoch, 01.10.14

Wir nutzten noch den full hookup, um alle Tanks zu leeren und zu reinigen und beseitigten die letzten Spuren im Bad und Dusche. Wir fragten noch viele andere am Campingplatz, ob sie unsere restlichen Lebensmittel haben wollen und eine Schweizerin nahm sie uns dann dankbar ab. Die Fahrt zur Vermietstation dauerte ca. 45 Minuten. In der Nähe gibt es eine Huskey Tankstelle, an der wir noch für 18$ den (komplett leeren) Gastank aufgefüllt haben, was bei der Vermietstation 35$ gekostet hätte. Die Abnahme ging sehr sehr schnell von statten. Ein Mitarbeiter lief einmal zügig ums Womo, fragte, ob wir die Tanks geleert haben, las die Betriebsstunden vom Generator ab und fertig! Da wundert es uns nicht, dass wir unser Womo so dreckig und unfertig übernommen haben. Die haben noch nicht einmal geprüft, ob die Abwassertanks wirklich leer sind.

Das green Cab brachte uns dann für 42$ zum Flughafen. Wir waren sehr zeitig dort, so dass die Schalter noch gar nicht geöffnet waren. Wir stellten uns trotzdem gleich in der Business Class Line an. Nicht, weil wir uns den teurer komfortablen Flug mit gemütlichen Liegesitzen leisten könnten, sondern weil ich mit meiner Silberkarte zumindest dort einchecken kann um die lange Schlange bei der Economy zu umgehen. Nach einer halben Stunde ging es los. Bibbernd stellten wir unsere Koffer auf die Waage: Mist! 15kg Übergewicht. Ich versuchte, die Angestellten zu überzeugen, dass ich als star alliance Silber-Member doppelt so viel mitnehmen darf. Da stimmte sie mir auch zu, aber 2x23kg bedeutet nicht 46kg in einem Koffer. Das Ende vom Lied war, dass wir einen zusätzlichen Koffer kaufen müssen und umpacken, so dass kein Gepäckstück mehr als 23kg hat.

Also sind wir los gezogen, um einen günstigen Koffer zu erstehen. Die günstigste Tasche, allerdings eine wirklich lumpige Stofftasche, die wir gefunden haben kostet noch 35$. Wir fragten die Verkäuferin, ob sie nicht irgendwas ganz billiges da hätte. Schließlich brauchen wir den Koffer nur für diesen einen Flug. Nach kurzem Überlegen, sagte sie, sie hätte einen Koffer da, den jemand da gelassen hätte, weil er kaputt ist. Sie holte ihn und wir waren sofort begeistert. Es ist ein Trolli, der vollkommen in Ordnung ist für unsere Zwecke, lediglich der Ausziehgriff fehlt. Und das Beste: Die Verkäuferin hat ihn uns geschenkt! Das ist vermutlich das Schicksal, das uns für unsere Großzügigkeit am Morgen (Lebensmittel verschenken) belohnt. Wir haben also Koffer umgepackt, die schweren Wanderschuhe angezogen und sind wieder zum Schalter. Diesmal ging alles einwandfrei durch.

Unser letztes Essen auf kanadischem Terrain war ein Menü bei Wendys. Der Flieger startete pünktlich um 16:10. Wir hatten die letzte Sitzreihe reserviert, da hier nur 2-er Sitze sind und somit niemand in unserer Reihe platziert wird. Der Flug war unruhig und ständig stand jemand hinten, der aufs Klo wollte oder einfach mal stehen und quatschen. An schlafen war demnach nicht zu denken. Also vertrieben wir uns den neun stündigen Flug mit zahlreichen Filmen. Das hatte leider auch einen Haken. Mein Bildschirm hatte einen Wackelkontakt und ging zwischendrin immer wieder aus oder flackerte ständig, während der Ton weiter lief. Die Stewardess war zwar sehr bemüht und hat es auch mit einem Neustart versucht, aber er hatte trotzdem eine Macke. Julia hat sich dann angeboten, die Plätze zu tauschen. Aber das kann ich als Gentleman ja auch nicht machen. Also hab ich frustriert aufgegeben und doch versucht zu schlafen. Mürrisch und müde sind wir um elf in Frankfurt gelandet. Diesmal kam das Gepäck vollständig an und wir haben gleich bei A-Park angerufen, damit wir abgeholt und zu unserem Auto gebracht werden. Nach kurzem Warten hat das alles einwandfrei funktioniert. Hiermit ist unser wunderschöner, abwechslungsreicher und abenteuerlicher Kanadaurlaub nun endgültig zu Ende!