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Dienstag, 9.9.14

Unsere Reise startete pünktlich um sieben Uhr morgens mit der Fahrt nach Frankfurt. Widererwarten kamen wir trotz Ferienende ohne Stau gut durch und erreichten unser Parkhaus sogar vor der geplanten Ankunftszeit. Das „APark“ hat separat abgeschlossene Parkplätze und Shuttle Service. Abkassiert wurde gleich nach dem Parken für die gesamten drei Wochen 78€. In Frankfurt lief alles reibungslos. Wir hatten sogar Glück und der Platz zwischen uns blieb frei, so dass wir auf dem neunstündigen Flug „richtig viel Platz“ hatten. In der Vorbereitungsphase las ich von Temperaturen um 20° im September. Entsprechend haben wir dann auch gepackt. Für jeden Tag frische Funktionsshirts zum wechseln wenn man durchgeschwitzt von einer Tour zurückkommt. Die dicke Jacke hatten wir schon in der Hand, haben sie dann aber kopfschüttelnd wieder in den Schrank gehängt: „die brauchen wir da nicht. Ist schließlich Sommer“. Pfeiffendeckel! Im Landeanflug auf Calgary trauten wir unseren Ohren nicht als der Pilot sagte es habe die letzten 24 Stunden geschneit und zwei Grad Celsius! Tja, das heißt dann entweder schneller laufen damit es warm wird oder shoppen gehen! Leider hatten wir eine halbe Stunde Verspätung –mit der Folge dass wir unseren Anschlussflug von Calgary nach Vancouver nicht mehr erwischt haben. In Calgary erschienen alle etwas planlos und gestresst. Nach einigen Versuchen zwei Plätze in einem der nächsten Flieger zu ergattern hieß es dann doch fünf Stunden warten. Wenigsten haben wir Verzehrgutscheine im Wert von 40$ bekommen und vertrieben uns die Zeit in einem Burger Restaurant. Nach 20 Stunden sind wir dann endlich in Vancouver angekommen. Leider meinte es das Schicksal nicht gut mit uns. Am Gepäckband wartend haben wir noch gescherzt dass es jetzt noch der Knaller wäre wenn unser Gepäck fehlen würde. Wir hätten es nicht aussprechen sollen, denn genau so kam es! Nach einer weiteren dreiviertel Stunde am Baggageservicepoint hatten wir zum Glück noch einen der letzten Shuttlebusse in unser Flughafenhotel zu bekommen und fuhren hundemüde und ohne Gepäck ins Hotel. Nach einer recht unruhigen „Nacht“ (für unsere innere Uhr war es inzwischen sieben Uhr morgens) waren wir froh über eine Dusche und unsere frischen „Notfallklamotten“ aus dem Handgepäck. Das Rezeptionspersonal des Days Inn war sehr freundlich und zuvorkommend, schien aber auch nicht überrascht zu sein über den Gepäckverlust bei Air Canada.


Mittwoch, 10.9.14

Nach einem Frühstück mit Bagel und frischen Waffeln hat dann auch der Flughafen angerufen dass unser Gepäck nun da sei. Nach einigen Warteschleifen hatten wir uns dann darauf geeinigt dass unser Gepäck im Laufe des Tages ans Flughafenhotel geliefert wird, damit wir derweil in Ruhe unser Wohnmobil abholen und einkaufen können. Nicht weit vom Days Inn (5 Minuten Fußweg) befindet sich eine Skytrain Station und Busbahnhof. Wir beschlossen, die 40€ Taxigeld zu sparen und mit dem Bus nach Delta zur Vermietstation zu fahren, da wir ja keine Koffer tragen mussten. Nachdem wir irgendwann verstanden hatten wie man am Automat einen Daypass kauft hatten wir den Bus verpasst und hätten eine Stunde auf den nächsten warten müssen. Also sind wir doch zum Hotel zurück gelaufen und haben ein Taxi gerufen. Die Fahrt nach Delta dauerte ca. 20 Minuten. Dort haben wir uns vor Ort die Wohnmobile angeschaut, weil wir inzwischen Zweifel hatten, ob es wirklich so schlau war ein 30 Fuß Motorhome zu mieten. Letztlich blieben wir aber bei unserer Entscheidung weil das Große Womo WC und Dusche separat hat. Die Anmeldung und der Papierkram gingen unkompliziert und schnell. Die Einweisung ging leider genauso schnell und war ziemlich oberflächlich. Bevor wir letzte Fragen stellen konnten war unsere Ansprechpartnerin schon auf und davon. Auch hatten wir unsere Zweifel ob überhaupt schon geputzt war, weil im Bad noch ein Handtuch auf dem Boden lag und alles relativ schmuddelig wirkte. Es wurde jemand von der Putzkolonne geschickt, die jedoch nach einer Minute wieder ging. Bei genauerer Inspektion fanden wir dann auch noch die „to do Listen“ auf denen tatsächlich noch einiges nicht abgestrichen war. Nach kurzem Suchen fanden wir eine andere Mitarbeiterin, die sehr freundlich war und uns die letzten Fragen geduldig und kompetent beantwortet hat. Wir beschlossen dann aufzubrechen ohne die Hygienemängel weiter zu beanstanden, da wir ohnehin erstmal alles putzen und desinfizieren wollten.

Die ersten Meter waren etwas beängstigend! Unser Schiff hat einen Wendekreis wie ein Bus und die Lenkung ist extrem träge. Bei dem Gedanken, gleich durch Vancouver zu fahren wurde mir Angst und Bange. Als erstes steuerten wir den zehn Kilometer entfernten Wallmart an um unsere Grundausstattung an Lebensmitteln einzukaufen. Es hat sich alles als noch teurer herausgestellt als wir es erwartet hatten. Sogar auf Schokolade hat mein Schwabenherz verzichtet. Schnell haben wir „Great Value“ (die Billigeigenmarke von Wallmart) für uns entdeckt. Wir litten beide an absoluter Reizüberflutung und waren froh als wir endlich alles hatten und wieder raus konnten! Auf dem Weg zum Campingplatz sind wir noch an unserem Flughafenhotel vorbei gefahren um unsere Koffer abzuholen. Das war das erste mal für mich dass ich mit meinem Auto an der Bushaltestelle halten musste weil ich sonst nicht genug Platz gehabt hätte. Die Fahrt durch Vancouver war nicht so schlimm wie erwartet und wir fanden auch unseren Campingplatz für die nächsten zwei Tage auf Anhieb. Der „Capilano River RV Parc“ ist nicht sonderlich idyllisch, liegt aber günstig direkt hinter der Lions Gate Bridge.  Nachdem wir alles geputzt, desinfiziert, ausgepackt und verstaut hatten, beschlossen wir noch in die Stadt zu fahren. Schließlich hatten wir am Morgen ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft das wir bis dahin noch nicht benutzt hatten. Beim Aussteigen aus dem Camper hab ich mich erstmal mit meiner Hose am Camper aufgehängt, was ein schönes Loch eingerissen hat. Zur Bushaltestelle waren es nur gut fünf Minuten Fußmarsch. Im Bus überlegten wir uns was wir denn überhaupt machen wollen und beschlossen erstmal was essen zu gehen. Ein Grüppchen junger Vancouverer gab uns den Tipp in den „Cactus Club“ am Convention Center zu gehen. Wir stiegen Ecke Georgia Street und Burrard Street aus und liefen runter Richtung Hafen um über den Canada Place zu schlendern. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach dem Cactus Club, fanden ihn aber nicht. Nachdem wir aber inzwischen beide richtig hungrig waren, entschieden wir uns für Pizza und Burger im Irish Pub. War nett, aber nicht wow. Totmüde schleppten wir uns zur Bushaltestelle, nahmen den falschen Bus und mussten eine gefühlte Ewigkeit zum Campingplatz laufen. Endlich angekommen sind wir nur noch ins Bett gefallen und sind sofort eingeschlafen.


Donnerstag, 11.9.14

Die erste Nacht in unserem Camper war nicht besonders erholsam. Die Matratze war extrem hart und nachts ist es richtig kalt geworden, so dass wir freiwillig die ganze Nacht aneinander gekuschelt sind um die Wärme des anderen abzuzapfen. Zudem kämpft unsere innere Uhr mit der Zeitumstellung, so dass wir schon um halb sechs wach waren. Um sechs beschlossen wir, die frühe Morgenstunde zu nutzen um in die Stadt zu laufen und unterwegs die Skyline im Morgenlicht vom Stanley Parc aus zu fotografieren. Schließlich heißt es nicht umsonst „von neun bis drei hat der Fotograf frei“. Nach unserem ersten Frühstück im Camper mit Frühstücksei und Brot brachen wir um sieben auf. Der Weg führte uns über die Lions Gate Bridge und dann am Ufer entlang durch den Stanley Parc. Die Ruhe war echt idyllisch. Es waren nur einige Jogger, Hundebesitzer und Wildgänse unterwegs. Als wir dann zu den bekannten Totempfählen abbogen, kamen aber auch schon Heerscharen an Chinesen. Man muss allerdings dazu sagen dass es inzwischen schon halb neun war. Nach dem obligatorischen Selfie waren die aber auch schnell wieder weg. Das letzte Stück in die Stadt hat sich ganz schön gezogen. Nach ca. acht Kilometern Morgenspaziergang gönnten wir uns bei Starbucks erstmal ein Klo und White Chocolate Mocca. Damit war die Laune gleich wieder bestens und wir marschierten weiter zur Touristen Information. Dort kauften wir wieder ein Tagesticket für Bus und Bahn. Inzwischen war es schon elf Uhr, als wir beschlossen unsere Füße etwas zu schonen und mit dem Bus zum „Lynn Canion Parc“ zu fahren. Auf dem Weg zum Sea Bus kamen wir an einem 1$ Shop, dem „Dolarama“ vorbei, in dem wir uns noch mit Tupperdosen, Wäscheleine, Duftbaum und Schokoriegeln eingedeckt haben. Die Fahrt zum Lynn Canion Parc dauert ca. eine Stunde, lohnt sich aber. Der Park ist wirklich nett! Neben der schönen Natur gibt es eine Hängebrücke und einen kleinen Wasserfall. Leider stand die ganze Zeit ein Idiot auf dem Felsen vor dem Wasserfall so dass ich kein schönes Bild machen konnte.Nach und nach wurde es immer voller, so dass wir recht zügig zum Bus zurück gelaufen sind. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit nackten Füßen im Gras und einem Schokoriegel den wir im Dolarama gekauft haben. Zurück in Vancouver Downtown schlenderten wir durch die alten Gassen von Gastown, schauten uns die Steamclock an und durchstöberten die Touriläden nach einem Canadapulli und Kühlschrankmagneten als Andecken für uns beide. Der Hunger trieb uns zum Convention Center, wo wir ein weiteres Mal nach dem Cactus Club suchten. Auf der Rückseite sind wir diesmal fündig geworden. Das Restaurant ist echt schick und das Essen ist richtig lecker gewesen! Nach dem Essen wollten wir zum Nachtbilder machen nochmal in den Stanley Parc. Wir nahmen den Bus bis zur Denman Road und liefen dann wieder am Ufer entlang bis zur nineo’clockgun. Inzwischen war der Sonnenuntergang schon vorbei, aber zur blauen Stunde hat es uns noch gereicht! Als alle Bilder im Kasten waren haben wir uns schon ins Bettle gewünscht, hatten aber noch eine halbe Stunde Fußmarsch aus dem Park heraus vor uns. Wir liefen einfach etwas zügiger, fanden auch gleich den richtigen Bus, stiegen diesmal an der richtigen Haltestelle aus und waren dann schnell im Kuschelbettle. Ein anstrengender aber sehr schöner Tag ging zu ende.