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Montag, 15.9.14

Inzwischen haben wir uns an die Zeitumstellung gewöhnt und frühes Aufstehen fällt wieder deutlich schwerer. Dennoch sind wir zügig aufgestanden und haben schnell etwas gefrühstückt, um uns dann zeitig auf den Weg zur Fähre zu machen. Wir wollten nicht noch einmal das Risiko eingehen die Fähre zu verpassen und nochmal die 15 Euro Reservierungsgebühr zu verlieren. Wir sind gut durch gekommen und haben dann in Port Alberni in der großen Mall noch einmal bei Walmart und Dolorama angehalten zum einkaufen. Es heißt, je näher man in Richtung Rocky Mountains kommt, desto teurer wird alles. Pünktlich waren wir an der Fähre und konnten dort noch eine Weile in der Sonne sitzen und das freie Internet von BC Ferries nutzen, um einen Campingplatz für Squamisch und Whistler raus zu suchen.

Auf der Fähre haben wir dann wieder das deutsche Pärchen vom Vorabend getroffen und sind ins Gespräch gekommen. Die Fährfahrt war ruhig und wir genossen die Sonne auf dem Sonnendeck. Um zwei Uhr legten wir in Horseshoe Bay an. Direkt nach der Ausfahrt war ein völlig unnötiger Stau wegen irgendwelchen Dreharbeiten, die aber wenig wichtig aussahen. Wir fuhren ca. eine Stunde nach Squamisch, wo ein kleiner Provincial Parc sein soll zum Adler beobachten. Wir haben nirgends ein Schild oder eine Einfahrt gefunden, also haben wir kurzerhand in einem Coffeeshop gefragt. Die Dame sagte uns den Weg, meinte aber auch, dass wir keine Adler sehen werden, da sie erst im Winter kommen würden. So war es dann auch. Allerdings sind wir nicht sicher, ob wir auch tatsächlich in diesem Park waren oder einfach in irgendeinem Wald.  Nach einer guten Stunde planlosem umherirren haben wir aufgegeben und nach einem Campingplatz gesucht. Wir entschieden uns für einen Platz ohne Service im Wald. Er heißt Alice Lake und hat 30$ gekostet. Er war sehr schön an einem kleinen See mit Strand gelegen, hat an jedem Stellplatz Tisch, Bank und Feuerstelle. Die Sanitären Einrichtungen sind allerdings nicht besonders erwähnenswert. Da es noch nicht so spät war haben wir auf dem Rückweg vom See beschlossen Holz zu sammeln (das hier in rauen Mengen rumliegt) und ein BBQ zu machen. Als wir zurück waren kam auch schon der Ranger um die Parkgebühr zu kassieren. Schnell versteckten wir unser gesammeltes Holz und kauften noch ein Säckchen für 8$, weil gerade in diesem Moment ein Typ mit gesammeltem Holz an uns vorbei lief, der dann von der Rangerin einen Anschiss kassierte und die Ankündigung des Parkverbots wenn er es anzünden würde. In Kanada ist es strengstens verboten Holz für Lagerfeuer zu sammeln, da dadurch Lebensräume zerstört werden. So ein Quatsch! Wir haben nur ein bisschen aufgeräumt. Das gekaufte Holz haben wir als Alibi gut sichtbar auf den Tisch gelegt und dann das gesammelte verfeuert. Wir haben uns ein leckeres Abendessen gemacht mit Steaks vom Angusrind, Folienkartoffeln und Coleslaw.  Die Deutschen vom Tag zuvor standen auch wieder neben uns und wir luden sie ein zu uns herüber zu kommen. Es war ein netter und unterhaltsamer Abend.  


Dienstag, 16.9.14

Um halb neun sind wir aufgestanden und haben lecker gefrühstückt (mit Kaba von Dolorama für 1$). Mit etwas Verspätung sind wir um 9:15 los gefahren in Richtung Lake Garibaldi. Mal wieder haben wir die Ausfahrt verpasst weil wir kein Schild gesehen haben. Die Strecke, die wir uns für den heutigen Tag raus gesucht hatten beträgt 18km. Um 10:15 sind wir los gelaufen. Es ging vier Stunden nur steil bergauf durch einen recht unspektakulären Wald. Da heißt es wirklich nur Zähne zusammenbeißen und durchhalten! Nach 6,5km kommt mal ein Aussichtspunkt. Man hat von dort aus Blick auf die Berge und im Rücken eine steile Steinkante. Das ist quasi die Wand des Lake Garibaldi. Im Tal muss einst ein Dorf gewesen sein, das evakuiert wurde. Vor 10 000 Jahren war dort ein Gletscher  und ein Vulkan. Als der Vulkan ausbrach konnte die Lava wegen des Gletschers nicht weiter und verglühte dort. Heute wirkt das Ganze als Staudamm für den Lake Garibaldi, ist allerdings ziemlich instabil. Wenn man am Aussichtspunkt steht hört man auch ziemlich intensiv Geröll abgehen, was zeitweise schon ein bisschen beängstigend war. Der kleine Zwischenstopp am Aussichtspunkt war dennoch sehr schön, weil wir ein gigantisches Naturerlebnis hatten. Die Tiere dort oben waren so zutraulich, dass ein Vögelchen und ein Streifenhörnchen sich aus der Hand haben füttern lassen.

Dann ging es zum restlichen Aufstieg mit „nur noch 3,5km“. Endlich wurden wir für die letzten anstrengenden vier Stunden mit einem wahnsinns Ausblick belohnt! Türkisblau strahlt der Lake Garibaldi vor dem restlichen Gletscher. Wir verweilten fast zwei Stunden oben und konnten uns nicht satt sehen an dieser Kulisse! Hier wäre es sicher auch in der Abendsonne und nachts schön zum Fotografieren. Leider fehlt uns dazu die Ausrüstung mit Zelt etc.

Der Abstieg war wieder genauso eintönig wie der Aufstieg. Zwei Stunden steil bergab laufen. Als wir endlich am Parkplatz angekommen sind, haben unsere Füße geglüht! Wir fuhren weiter nach Whistler auf den Campingplatz Riverside Resort, der pro Nacht mit Service 60$ kostet. ADAC Mitglieder erhalten 10% Ermäßigung. Der Platz ist schön und sehr gepflegt. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttleservice ins Stadtzentrum, das jede Stunde Hin und zurück fährt. Der einzige Minuspunkt ist, dass sie ausgeben Internet zu haben, der Anschluss aber völlig überlastet ist, so dass man es eigentlich überhaupt nicht nutzen kann. Schade auch, dass man kein Lagerfeuer machen darf, was für nicht so schlimm war, da es ohnehin regnete. Man kann sich aber einen Gasgrill ausleihen oder am „public BBQ“ grillen. Ausgiebig haben wir die Duschen benutzt und dann noch Ravioli aus der Dose gemacht, weil wir zum richtig kochen zu müde waren. Nachdem wir unsere Fotoausbeute begutachtet haben sind wir dann auch totmüde ins Bett gefallen.


Mittwoch, 17.9.14

Heute ließ unsere Glücksträhne was Sonnenschein angeht leider massiv nach. Der Himmel war grau in grau und immer wieder regnete es. Von Deutschland aus hatten wir bereits die Gondeltickets gebucht, da es im Internet ein Angebot gab, bei dem man einen zweiten Tag kostenlos hoch fahren darf, wenn man fünf Tage im Voraus bucht. Insofern sind wir trotz schlechter Sicht und Regen zum Gipfel gefahren. Es gibt dort einen kleinen Rundweg mit 2,5km, den high note Trail mit 9,5km und eine Abkürzung vom high note Trail mit gut 6 km. Wir hatten uns den großen high note Trail vorgenommen. Es ging über Sock und Stein. Von dem Gipfelpanorama, das wir uns erhofft hatten hat man aufgrund des Wetters leider nicht viel gesehen. Unterwegs haben wir dafür einige nette Tierchen entdeckt. Die Streifenhörnchen waren hier deutlich scheuer als am Tag zuvor. Eine Besonderheit dieser Region sind die Pikas und Marmots. Zumindest davon haben wir reichlich gute Fotoausbeute.

Ca. ab der Hälfte der Strecke ließen unsere Kräfte merklich nach. Uns steckte definitiv noch die Wanderung des Vortags in den Knochen. Wir schleppten uns mühsam über jeden Hügel. Als wir an die Abzweigung kamen, an der man abkürzen kann, gab es keine Diskussion: Wir waren uns sofort einig die Abkürzung zu nehmen! Besonders idyllisch war es ab hier nicht mehr. Lautes Baustellen-Bagger-Geräusch störte das Naturidyll und machte es uns noch schwerer den restlichen Weg zu genießen, wo wir ohnehin schon schwer am kämpfen waren. Vermeintlich am Ziel hörte zwar der Trail auf, aber eine Gondel war weit und breit noch nicht zu sehen, genauso wenig wie Wegweiser dorthin. Nach nur einmal verlaufen fanden wir den richtigen Weg. Zum Glück sind wir nicht den zwei Mädels vor uns gefolgt. Die sind nämlich falsch abgebogen und sind nachher außerhalb des Wegs gegangen und endeten an einem Abhang, wie wir von unten beobachten konnten.

Der Regen wurde nach und nach kräftiger. Dennoch wollten wir zumindest einmal unser Ticket der Peak 2 Peak Gondula nutzen. Diese Gondel (von Doppelmayr gebaut!) ist echt faszinierend! Sie geht vom Whistler Mountain zum Blackcomb Mountain, überquert ein Tal über eine Strecke von 4,4 km komplett ohne Stützpfeiler in über 400 Metern Höhe in elf Minuten. Auf Bildern kann man die gewaltige Höhe gar nicht einfangen. Inzwischen wurde das Wetter immer ungemütlicher und wir waren durchgeschwitzt von der Wanderung und inzwischen durchgefroren, so dass wir eigentlich nur noch unter die warme Dusche und auf die Couch wollten. Also sind wir nur einmal um die Aussichtsplattform am Blackcomb Mountain gelaufen und gleich wieder zurück gefahren. Pünktlich zum nächsten Shuttle waren wir wieder im Tal. Eigentlich wollten wir noch durch das nette Städtchen bummeln und einen heißen Starbuckskaffe genießen, den wir uns gegenseitig während des Trails versprochen hatten. Wir waren aber so fertig, dass wir direkt zu Campingplatz zurück sind. Die heiße Dusche am Campingplatz war traumhaft.

Abends gabs noch leckere Wraps mit Hühnchen. Wir nutzten noch einmal den tollen Campingplatz um unsere Wäsche zu waschen und suchten währenddessen im Internet (direkt am Frontoffice hat man eine einigermaßen funktionierende Verbindung) nach Campingplätzen für die nächsten Tage in Clearwater und Jasper. Ruckzuck war es schon wieder neun und wir gingen ins Bett.