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Sonntag, 28.9.14

Die Nacht war frisch, zwischendurch suchten wir immer wieder mal die Körperwärme des Anderen. Die Heizung ist auch automatisch mal angesprungen, das heißt die Temperatur im Camper muss unter 10°C gesunken sein. Nach Frühstück, Dusche, spülen, dumpen haben wir uns auf die Strecke gemacht. Unser erstes Ziel heute war der Emerald Lake. Kurz vor uns ist ein Chinesenbus angekommen, deswegen haben wir auf die typischen Bilder von der Brücke aus verzichtet und sind durch das Lodgegelände gelaufen, bis wir direkt am See waren. Von da unten boten sich herrliche Ausblicke!

Der See war ganz still und die Berge und Wolken haben sich wunderbar darin gespiegelt. Als ich gerade ein schönes Panorama machen wollte und dazu über einen Baumstamm balancierte rutschte ich ab und landete mit einem Fuß im Wasser. Mann, war das kalt! Julia hatte nichts Besseres zu tun, als sich darüber tot zu lachen und mein Missgeschick fotografisch festzuhalten. Aber das Bild ist toll geworden! Wir trafen ein asiatisch aussehendes Pärchen, bei denen ich ins Fettnäpfchen getreten bin, indem ich sie als Chinesen abstempelte. Den Zahn hat er mir schnell gezogen, als er sagte sie kämen aus Toronto.  

Der Trail entlang des Sees ist in der ersten Hälfte ziemlich matschig, da hier nie Sonne hin kommt. Auf einem Schild wird beschrieben, dass es hier regenwaldartig ist wie im Pacific Rim. Später kommt man über eine Brücke und ab da geht es weiter auf einem Schotterweg. Insgesamt hat der Weg 5,3km. Wir sind froh, dass wir nicht nur für ein Bild runter an den See sind, sondern die ganze Strecke gelaufen sind, da sich immer wieder schöne Blicke ergaben. Sehr lohnenswert! Als wir zurück zum Parkplatz kamen, hatte sich der inzwischen ziemlich gefüllt! Man sollte gleich morgens hier her kommen, um die Ruhe genießen zu können. 

Wir sind weiter gefahren und wollten noch zu den Wapta Falls, die direkt hinter dem Yoho Park sein sollen. Es gibt mal wieder nur ein einziges Schild am Highway. Wir haben die Ausfahrt verpasst… Mal wieder… Nachdem die nächste Möglichkeit zum Wenden 10km später kam verzichteten wir auf die Wapta Falls und machten an der nächsten Restarea Stopp für einen Mittagssnack.

Gestärkt mit Chili con carne von gestern und Milchshake von McDonalds machten wir uns auf die lange Fahrt raus aus den Rockies nach Revelstoke. Die Fahrt durch den Glacier National Parc und Mount Revelstoke war schön, es gab aber keine besonderen Lookouts oder Trails. Durch das Verpassen der Wapta Falls und die Zeitumstellung von Mountain Time auf Coastal Time war es erst halb vier, also fuhren wir weiter. Als neues Tagesziel setzten wir Vernon. Die Landschaft ändert sich wieder komplett. Auf dem Weg hierher wird es immer grüner. Man sieht fast keine Touristen mehr, dafür wieder Landwirtschaft.

Das Benzin ist seit der Grenze Alberta – BC wieder deutlich teurer geworden. Von 1,29$ bis 1,41$ haben wir alles gesehen (In Banff 1,25$). Also auf jeden Fall in Alberta nochmals volltanken! Um sechs sind wir in Vernon angekommen. Da wir mit diesem Tag ohnehin nichts mehr anfangen würden, sind wir nochmal weiter gefahren bis kurz vor Kelowna. Wir verließen den Highway 97 und fuhren auf dem deutlich ruhigeren und schöneren Pelmewash Parkway, der parallel direkt am Wasser verläuft. Da wir hier nicht mehr auf Parkgelände waren, wollten wir zumindest ein mal sparen und „wild“ stehen über Nacht.

Wir fanden ein Plätzchen am Wasser, das zwar direkt an der Straße war, aber zumindest durch eine Mauer davon getrennt. Wir kochten Reispfanne mit Gemüse und aßen am Ufer. Es war hier deutlich wärmer als noch ein Tag vorher. Wir saßen hier noch eine Weile, schauten aufs Wasser, genossen den Sonnenuntergang und ließen die letzten drei Wochen Revue passieren. Wir waren überwältigt über die ganzen Eindrücke und begannen erst jetzt so richtig, das alles zu verarbeiten. Die Wehmut packte uns bei dem Gedanken, dass schon bald unser schöner Urlaub vorbei sein wird. Die Nacht war nicht so laut wie befürchtet.