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22.2. - Doubtful Sound

Übernachtungsfahrt Doubtful Sound

Das Schiff, das uns für die nächste Nacht beherbergen sollte fuhr um 12 Uhr in Manapouri ab, das bedeutet ca. 20 Minuten Fahrt von unserem Motel. Pünktlich wie wir nun mal sind waren wir bereits um 10 Uhr an der Anlegestelle in der Hoffnung, auch als erster aufs Schiff zu kommen. Bis 12 Uhr sind jedoch noch jede Menge andere Schiffe abgefertigt worden, die allerdings nur zu Tagestouren auslaufen. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht und Nici hat sich große Vorwürfe gemacht, weil die anderen alle nur einen Rucksack dabei hatten, wir aber einen ganzen Trolley. Immer wieder hat sie damit angefangen, dass wir den bestimmt nicht mit aufs Schiff nehmen dürfen. Als dann endlich um 12 Uhr unser Schiff kam war ich etwas erstaunt, weil es auch nur ein Ausflugsschiff war und nicht der versprochene Übernachtungskahn. Es stellte sich aber heraus, dass uns dieses Schiff über den See bringen wird, wo wir von einem Bus abgeholt und an den Doubtful Sound gefahren werden. Um dort hin zu kommen muss zuerst noch ein Gebirgspass überquert werden. Also rauf auf das Transportboot und rüber über den See. Ich bin natürlich gleich nach oben aufs Oberdeck um mir den besten Platz ganz vorne zu sichern. Wie sich herausstellte war das auch der nasseste Platz auf dem Schiff, denn bei der Überfahrt gings schon heftig zur Sache und als wir ankamen war ich klatschnass. Aber egal, ich hab durchgehalten während andere bei den ersten Spritzern gleich nach unten gegangen sind.

Die Busfahrt zur Anlegestelle betrug dann ca. 45 Minuten und war nicht sonderlich aufregend. Sie ging mitten durch den Urwald auf einer Strasse, die zum Bau eines Kraftwerks angelegt wurde und seitdem von den Touristenbussen genutzt wird. Es fahren aber nur 2 Busse täglich, da die Strasse auch nirgends anders hinführt als zur Schiffsanlegestelle.

Angekommen bei der Anlegestelle im Doubtful Sound wartete schon die Fjordland Navigator samt Besatzung auf uns. Wir wurden freundlich aufgenommen und direkt in den Salon geschickt. Dort gab es eine kurze Begrüßung inkl. Demonstration von diversen Rettungsmaßnahmen. Dann ging es zur Bettenbelagerung. Da wir ein Quad-Share gebucht haben (also in einer Kabine zu viert schlafen mussten) sind wir (wie auf der Titanic) ganz runter in den Schiffsrumpf geschickt wurden, praktisch direkt neben dem Maschinenraum. So ist das halt wenn man die billigste Klasse bucht, denn die Zweibett-Kabinen waren alle über Deck und hatten sogar eine eigene Dusche. Wir durften uns Toilette und Dusche mit ca. 40 anderen Personen teilen.

Unsere Kabinenmitbewohner war ein nettes Paar aus Wellington – Craig und Fiona – die vermutlich auf einer Art Hochzeitsreise waren, da sie erst kürzlich im Februar geheiratet haben. Die beiden machten einen positiven Eindruck und wir sollten sie an diesem Abend noch näher kennen lernen. Die Kabine selbst bestand aus 2 Stockbetten, insg. ca. 5m². In der Mitte hatten wir ein Bullauge, an dem genau die Wasserlinie zu sehen war.

Anschließend ging es zurück in den Salon, wo schon frisch gebackene Schoko-Muffins auf uns warteten. Yummi waren die lecker. Ich habe verbotenerweise sogar gleich zwei genommen, hat aber keiner gemerkt. Inzwischen waren wir schon unterwegs und das Schiff hatte den „Hafen“ verlassen. Ab jetzt begann die große Reise. Das Wetter war wie zu erwarten ziemlich bescheiden, es war stark bewölkt, leichter Regen und zunehmender Wind. Wie hätte es auch anders sein sollen, denn immerhin fallen in dieser Region ca. 8000mm Regen pro Jahr – und an dem einen Tag Sonnenschein haben die dann die Prospektfotos gemacht. Kurz nach Abfahrt in den Fjord sind schon die ersten Delphine neben dem Schiff her geschwommen und haben ihre Späße gemacht und sich in die Luft geworfen. Die Fahrt führte durch mehrere Nebenärme des Fjordes bis hinaus aufs offene Meer (Tasmanische See). Kurz vor der Mündung ins Meer wurden wir dann auf einen Pinguin aufmerksam gemacht, der einsam auf einem Felsen stand und vermutlich auf den Pizza-Service gewartet hat (vorzugsweise Pizza Tonno). Der Skipper hat das Schiff gekonnt an den Felsen gesteuert, sodass wir diesen Kerl gut fotografieren konnten. Weiter gings vorbei an einer Kolonie Robben, die faul auf einigen Felsen gelegen ist und in den Tag hinein gegähnt hat – mann was für ein Leben. Inzwischen waren wir schon im Mündungsbereich des Meeres und man merkte deutlich wie die See rauer wurde. Von der gemütlichen Fahrt durch den Fjord war nichts mehr zu merken, plötzlich gings rauf und runter und ein eisiger Wind peitsche einem ins Gesicht. Trotzdem habe ich meinen Posten ganz vorne auf dem Bug (direkt neben dem Anker) nicht aufgegeben, weil so was erlebt man ja nicht alle Tage. War etwas schwierig bei diesen Bedingungen gute Fotos zu machen, aber ein paar brauchbare sind schon dabei.

Nach diesem kurzen Ausflug aufs Meer gings dann zurück in den Fjord, wo in einem Nebenarm einen Ankerplatz angesteuert haben. Dort begannen dann die Outdooraktivitäten – Kajakfahren und Naturausflug mit dem Beiboot. Natürlich haben wir uns für das wesentlich aufregendere entschieden und sind mit dem Beiboot auf Entdeckungstour in die wundersame Welt der Pflanzen aufgebrochen. Wie es dazu kam? Ganz einfach: Nici hat sich standhaft geweigert in ein Kajak zu steigen, dann blieb nur noch das Beiboot. Das war inzwischen voll, sodass wir auf das zweite Beiboot warten mussten, in dem wir dann fast alleine saßen (noch 2 andere Personen). Das zweite Beiboot war eigentlich das Rettungsboot für die Kajakfahrer, falls da einer umkippt. So sind wir brav im Beiboot den Kajakfahrern hinterher gefahren und haben denen zugesehen.

Nach dieser aufregenden Ausfahrt wurde dann das Heck geöffnet so dass jeder der wollte im Fjord schwimmen gehen konnte. Das haben wir natürlich gemacht und sind todesmutig ins dunkle Wasser gesprungen. War saukalt – darum gings anschließend unter die heiße Dusche.

Zum Abendessen gabs dann Buffet mit regionalen Köstlichkeiten – nein keine Würmer und Käfer wie man es in dieser Umgebung vermuten sollte sondern köstlichen Lachs, Lamm- und Rindfleisch. Dazu gab es eine Auswahl an Beilagen und das ganze wurde von einem Dessertbuffet abgerundet. Wir saßen zusammen mit unseren Kabinenmitbewonern und einem älteren Paar aus England am Tisch und haben uns sehr gut unterhalten. Dabei kam heraus, dass Fiona einen VW Golf fährt, den sie liebevoll „Otto“ getauft hat – irgendein Verwandter war Deutscher und hieß Otto, darum die Namenswahl.

Da es Buffet gab, war natürlich ein zweiter Gang Pflicht. Das war das Thema Nummer eins bei uns am Tisch, als ich den anderen erklärt habe, dass ich das alles bezahlt hab und darum auch nochmals hole. Der Engländer wusste, dass Schwaben die Schotten von Deutschland sind und hat das dann den anderen auch erklärt. War allen klar warum ich die Teller so aufgeladen habe. Mit guter schwäbischer Manier haben wir auch das Getränk vorher im Supermarkt gekauft und mitgebracht anstelle die Bordbar zu bereichern.

Nach dem Essen gings ins Bett. Die Nacht war weniger unangenehm als zuerst erwartet, man hat von den anderen eigentlich nichts gehört. Irgendwann hab ich dann von oben ein Kissen ins Gesicht bekommen. Am nächsten Morgen stellte ich Nici zur Rede und sie hat gemeint ich hätte geschnarcht, was aber nicht sein konnte weil ich nichts gehört habe.

Wecken am Morgen durch das Anlassen der Maschinen um 6.45 Uhr, jedoch war ich bereits seit 6 Uhr wach und hatte so das Schiff und die Duschen für mich alleine. Ich bin dann nach draußen gegangen um etwas von der Urwaltstimmung mit zu bekommen. Es war so dunkel, dass man absolut gar nichts mehr gesehen hat und so ruhig, dass nicht mal mehr das Wasser gerauscht hat. Absolut gespenstisch. Um 7 Uhr hat dann endlich das Frühstück geöffnet und ich war der erste. Nach und nach sind die anderen aus den Kojen gekrochen und haben sich dazu gesellt. Das Frühstück war nun das erste richtige Frühstück seit wir in NZ angekommen waren. Speck, Eier, Bohnen, Toast, Müsli, Croissant, Marmelade etc. Sonst gibt’s bei uns immer nur Muffins vom Supermarkt.

Dann gings auch schon weiter Richtung Anlegestelle, wo wir gegen 10 Uhr zurück erwartet wurden. Auf dem Rückweg haben wir dann noch ein paar Kajakfahrer getroffen, die eine Mehrtagsausfahrt mit dem Kajak in den Dschungel machten – echte Kerle eben.

Zurück im Hafen warteten schon die Busse auf uns, die uns zurück an den See brachten, von wo es mit dem Schiff zurück in die Zivilisation ging. Endlich hatten wir auch wieder Handy-Empfang und ich konnte kurz vor Ende des Geburtstages von Mama noch zu hause anrufen.

Am Nachmittag haben wir uns dann noch einen Ausflug gegönnt und sind in die Glühwürmchenhöhle von Te Anau gefahren. Dort gibt es eine Höhle, in der tausende Glühwürmchen an der Decke hängen und leuchten. Ein sehr interessantes Schauspiel. Fotos waren dort leider nicht erlaubt. Zum Ausklang des Abends sind wir dann noch am Strand des Sees spazieren gegangen und haben noch den Wildlife & Bird Park in Te Anau besucht (Eintritt kostenlos) um einige Vögel zu sehen die uns in der freien Wildbahn bisher nicht begegnet waren. Das Abendessen gabs dann bei einem sehr leckeren Italiener, wo ich eine Pizza bestellt hatte die ich kaum geschafft habe – ja so was gibt’s.