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6.3.10 - Rotorua

Die Hochburg der Maori Kultur liegt in der Gegend um Rotorua. Die Stadt liegt ca. 2,5 Stunden vom Tongariro in Richtung Norden entfernt. Dort gibt es auch viele heiße Quellen und Heilbäder und fast jedes Motel hat ein eigenes Spa. So auch unseres, das ich schon vorgebucht hatte. Wir machten uns also auf den Weg und haben uns von unserer netten Howard’s Lodge im Nationalpark verabschiedet. Der Weg führte zurück über Taupo, das wir ja schon zwei Tage zuvor besucht hatten. An diesem Tag fand der Ironman dort statt und wir sind mitten durch die Athleten durchgefahren, die auf der Hauptstrasse einen Teil des Marathons absolviert hatten und andere noch beim Radfahren waren (oder schon? Keine Ahnung in welcher Reihenfolge das durchgeführt wird). Auf jeden Fall war in der Stadt richtig was los. Da wir aber nicht an sportlichen Ereignissen interessiert waren haben wir unsere Fahrt vorsichtig fortgesetzt. Gut eine Stunde später sind wir in Rotorua angekommen und haben uns wie üblich zuerst ins I-Site begeben (Visitorcenter) um über die Maori-Aufführungen Auskunft zu bekommen. Dort wurden auch jede Menge angeboten und wir haben uns letztendlich für ein Hangi (traditionelles Essen) in einem Maori-Dorf außerhalb der Stadt entschieden. Transport vom Hotel war auch inklusive. Der Spaß war mit 50 Euro pro Person nicht ganz billig aber immerhin war eine Tanzaufführung, Abendessen Dorfbesichtigung und Transport eingeschlossen. Nach dem I-Site sind wir durch die Stadt gezogen auf der Suche nach Souvenirshops, da wir immer noch kein Souvenir für mich gefunden hatten. Aber auch hier wurden wir nicht fündig und so sind wir nach einem guten Mittagessen beim goldenen M dann ins Motel gefahren, wo schon unser privates Spa auf uns wartete. Das haben wir dann auch gleich mit Wasser gefüllt was allein schon ne halbe Stunde gedauert hat. Dann noch Schaum dazu und die Blubberblasen eingeschaltet. So konnten wir es aushalten und die müden Beine vom Vortag etwas entspannen um Fit für den Abend zu sein. Unser Motel wurde von Brian geführt, einem Waliser der vor 35 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist. Brian ist eingefleischter Fan von Tottenham Hotspurs und hat die gesamte Rezeption mit Postern, Schals und Bildern von sich und den Spielern geschmückt. Ein Bild von Klinsmann konnte ich nicht finden.

Wir wurden dann gegen 17 Uhr vor dem Hotel vom Maori-Bus abgeholt und freundlich begrüßt. Nachdem alle Gäste in den umliegenden Hotels eingesammelt wurden sind wir dann über den Verlauf des Abends aufgeklärt wurden. Einer aus unserem Bus wurde zum Chief ernannt, der unseren Bus an dem Abend als Stamm bei den Dorfhäuptlingen vertreten sollte. Ich hatte schon Angst dass ich da wieder ausgewählt werde, zumal ich direkt hinter der sehr resoluten Fahrerin gesessen bin. Glücklicherweise hat sich aber ein Amerikaner so aufgedrängt dass ich nicht ausgewählt wurde – Glück gehabt. Wir waren für den Abend der Weka Stamm (so hieß unser Bus – Weka ist ein entenähnliches Tier in Neuseeland). Bei der Ankunft im Dorf mussten wir also alle hinter unserem Chief herlaufen und er hat die Begrüßungszeremonie über sich ergehen lassen müssen. Wilde Maoris sind um ihn rumgetanzt und haben Grimassen gezogen. Wir durften dabei nicht lachen weil das die Ehre der Maoris verletzten würde. Bilder durften wir aber machen.

Nach der Begrüßung wurden wir alle ins Dorf eingeladen und durften uns dort umsehen. Es wurden Werkzeuge, Waffen und Spiele demonstriert, auch wie gekocht und gegessen wurde. Die Zeit war recht knapp bemessen und wir mussten alle recht schnell dann in einen großen Saal mit Freilichtbühne wo eine kleine Showeinlage auf uns wartete. Es wurden diverse Maori Tänze gezeigt, POI vorgeführt und Gesänge dargeboten. Insgesamt eine recht kurzweilige und teilweise lustige Veranstaltung, die aber recht schnell vorüber ging. Sicher eine große Anstrengung für die Darsteller aber trotzdem hätte ich mir davon etwas mehr erwartet. Jetzt wurde uns die große Ehre zu teil an einem traditionellen Hangi teilzunehmen. Ein Hangi ist ein Essen, das in der Erde gegart wurde (in heißen Quellen oder Erdlöchern). Insgesamt erinnerte das ganze aber mehr an Massenspeisung wie in einer Kaserne. Es wurden drei große Buffets aufgebaut bei dem Huhn, Lamm und Fisch mit diversen Beilagen gab. Ob das für 200 Leute tatsächlich in der Erde gekocht wurde mag ich mal bezweifeln, v.a. da alles in sauberen neuen Edelstahlschalen angerichtet war, wie man sie aus Großküchen kennt. Nach dem Essen wurde dann von einem Maori im Freien erklärt, wie das Hangi gekocht wird. Dabei wurde an einem Steinhaufen, der mit rot-gelben Scheinwerfern von unten angeleuchtet wurde demonstriert wie dies gemacht wurde. Es brauchte schon viel Phantasie um dem zu folgen. Wir haben an dem Abend ein nettes Pärchen aus Australien bei uns am Tisch, die beiden genauso entsetzt über die Veranstaltung waren wie wir. Er ist ein richtiger Lebemann – mal hier mal da aber nichts Konkretes. Sie studiert Psychologie und sah auch eher so aus, als ob sie das noch recht lang machen will. Trotzdem können es sich die beiden irgendwie leisten in der Welt herumzufahren und schöne Plätze anzusehen. Pünktlich um 21 Uhr wurden wir dann wieder in die Busse verfrachtet (unserer war Weka) und wir wurden nach Hause gefahren. Um die Fahrt etwas zu verkürzen durften wir noch Lieder singen, und zwar jeder sollte etwas Typisches aus seinem Land anstimmen und die anderen dann einsteigen. Da alle englischsprachigen Länder im Bus vertreten waren sind natürlich nur englischsprachige Lieder gesungen wurden. Als wir dran waren haben ich lauthals ein „Oh wie ist das schön“ angestimmt und jeder hat mich nur verdutzt angeschaut. Keiner hat mitgesungen – weils auch keiner verstanden hat. Ich fand es großartig gesungen und habe darum am Ende mit einem lauten BRAVO mir selbst Beifall geklatscht. Der Höhepunkt der Rückfahrt war aber ein Lied der Busfahrerin, indem es darum ging dass der Bus um einen Berg herum fährt. Passend dazu kam dann ein Kreisverkehr, in den die Fahrerin ein- aber nicht mehr ausgefahren ist und wir mehrere Runden im Kreisverkehr drehten. Der Bus (besetzt zu 90% aus Rentnern und Pauschaltouristen) hat getobt vor Freude – was für eine Show…

Wir haben dann auch getobt, also wir endlich aussteigen durften und zurück in unserem Ashleih Court Motel waren. Alles in allem war der Abend zwar lustig, aber keinesfalls lehrreich über die Maori Kultur und in unseren Augen ein echter Touristen-Nepp. Schade eigentlich, da wir sehr viel gutes von diesen Abenden gehört hatten. Am nächsten Tag wollten wir dann noch Hells Gate besuchen, in dem kochende Seen und blubbernde Schlammlöcher den ganzen Tag vor sich hinköcheln.