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5.3.10 – Tongariro National Park

"In den Feuern des Schicksalsberges geschmiedet, kann er nur dort vernichtet werden! Man muss tief nach Mordor hinein und ihn in die feurige Glut zurückwerfen, aus der er stammt. Einer von euch muss das tun!" 

 

Um 8.00 Uhr wurden wir vom Hotel Shuttlebus abgeholt, darum hieß es bereits um Null-Sieben-Hundert raus aus den Kojen. Schnell das übliche Muffin-Frühstück und dann ging’s schon los. Der Alpine Crossing ist ein 8 Stunden Marsch quer durch den Park und dabei eine Überquerung des Bergrückens. Insgesamt ca. 900 Höhenmeter rauf und wieder runter. Die Gegend stand schon als Mordor vor der Kamera – vulkanische Landschaft, öde, leer, heiß. Der Track ist so lang dass man ihn nur in eine Richtung laufen kann. Dafür wird man mit einem Shuttle zum Start gefahren und abends dann auf der anderen Seite wieder abgeholt. Die Strecke ist 19,4 km lang. Bevor wir starten durften gab es noch ein Safety-Briefing vom Fahrer:

1. Immer auf den Wegen, bzw entlang den Markierungen bleiben.

2. Genug Wasser dabei haben und regelmäßig trinken

3. Regenjacke und evtl. Pulli mitnehmen, Bergschuhe!

4. Pünktlich am anderen Ende ankommen

Wer nicht pünktlich um 16.30 Uhr am Parkplatz auf der anderen Seite steht wird automatisch als vermisst gemeldet und die Search&Rescue Trupps gehen auf die Suche nach einem. Natürlich gegen Kostenerstattung.

Los ging es relativ gemütlich über eine relativ flache Talstrecke, die nach ca. einer Stunde plötzlich vorbei war. Ab jetzt ging’s fast senkrecht nach oben über teilweise gebahnte Wege, aber die meiste Zeit waren es einfach Geröllfelder, die mit Markierungen versehen waren um nicht vom Weg abzukommen.

Jedes Mal wenn ein Gipfel oder Bergrücken in Sicht kam war man sich sicher gleich oben zu sein. Und jedes Mal wurde man enttäuscht weil dahinter ein noch höherer Aufstieg zu sehen war. Insgesamt sind wir gute 4 Stunden nur aufgestiegen bis wir dann einen tollen Blick auf den Vulkan Mt. Ngauruhoe (oder Schicksalsberg) und auf die Kraterseen hatten. Insgesamt ein toller wenn auch sehr anstrengender Ausflug. Immerhin war es Nici die den vollen Rucksack getragen hat, nachdem er mir zu schwer war. Trotzdem musste sie den ganzen Tag Nörgeleien von mir über sich ergehen lassen weil ich ihr diese Anstrengung nie verzeihen werde. Wir waren beiden ziemlich durchgeschwitzt – zum Glück war oben ein kalter Wind der uns getrocknet und gleichzeitig einen Husten verpasst hat. Der Abstieg erfolgte dann auf der anderen Seite der Bergkette und sah plötzlich ganz anders aus. Es ging durch bewachsene Hügel die relativ flach abfallen, später sogar in einen dichten Wald übergingen. 1.5 Stunden vor Erreichen des Parkplatzes kam dann noch eine Hütte, in deren Gästebuch wir uns eintragen mussten um einem möglichen Sucheinsatz nach uns zu helfen in welchem Abschnitt wir vermisst werden. Im Gästebuch konnte man auch einen Kommentar abgegeben. Meiner war in guter Al Bundy Manier: „never get married“. Hat vielen Nachfolgenden gefallen, soweit ich die noch mitbekommen haben. Auf dem weiteren Weg hat dann alles angefangen weh zu tun. Zuerst mein operierter Hallux, der inzwischen aber schon 1 Jahr zurückliegt, dann mein Knie durch die ständige Belastung beim Abwärtsgehen. Meine Drohungen an Nici dass wenn sie jetzt nicht langsamer macht ich mich einfach irgendwo hinsetze und nicht mehr weitergehe konnten sie nicht beeindrucken. Auch nicht dass ich das auf den letzten 4km vermutlich 100-mal versucht habe. Glücklicherweise war ein Sucheinsatz nach uns aber dann doch nicht erforderlich und so konnten wir den Parkplatz mit dem Shuttle erreichen. Dieses brachte uns endlich wieder zurück ins Hotel wo als erstes eine Dusche auf uns wartete gefolgt von Füße hochlegen und 1 Liter trinken. Zum Abendessen gab’s dann Tiefkühlpizza, die wir an einer Tankstelle für einen leicht überteuerten Preis gekauft haben. Dafür war die Pizza aber relativ klein. Hat aber gereicht. Wir haben im Garten gegessen und dann plötzlich Besuch von Nachbars Katze „Trick“ bekommen. Die hatte ein niedliches Halsband mit Namensschild, obwohl jeder Katzenliebhaber weiß dass man Katzen kein Halsband um macht. Trick hat uns die ganze Zeit anmiaut aber nichts von der Pizza bekommen. Irgendwann ist er dann wieder gegangen. Nach dem Essen haben wir noch unsere nächste Lodge vorgebucht, da es am Morgen nach Rotorua gehen sollte. Dort ist die Hochburg der Maori-Kultur und wir haben geplant an einem jährlichen traditionellen Fest teilzunehmen, dass jeden Abend 3x aufgeführt wird . Kostet nicht nur richtig viel Geld sondern dauert auch ziemlich lange (ca. 3 Stunden). Aber das gehört nun mal zu Neuseeland wie die Landschaft drum herum. Wir werden berichten.