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25.2. – Reisetag an die Westküste

Heute hieß es Abschied nehmen von Queenstown und der südlichen Südinsel. Unser Weg führt uns heute über das Landesinnere bis an die Westküste. Nachdem wir in unserem Hotel die vermutlich beste Nacht bisher verbracht haben (die Betten waren so was schon scheiss gemütlich und sauber) mussten wir uns wohl oder übel gegen halb 10 Uhr auf den Weg machen. Wie immer war der Parkplatz schon leer und wir die letzten Gästen die irgendwo auschecken. Darum wusste die Dame an der Rezeption auch sofort, dass wir Zimmer 205 waren.

Die Fahrt ging zuerst nochmals zur Bungy-Brücke am Kawarau um wenigstens noch einmal etwas Action zu sehen, bevor es mit dem Sightseeing weiterging. Verständlicherweise war heute an der Brücke nichts los, es war ja auch Montag. Ein paar einzelne Touristen haben sich nach und nach dafür entschieden zu springen, aber die großen Momente haben wir ja schon ein paar Tage vorher erlebt.

Weiter ging es über Cardrona, ein verschlafenes Nest mitten in den Bergen der Südinseln. Dort steht noch ein Hotel aus den Gründertagen und gleich daneben ein Postamt. Beide noch voll in Betrieb. Es folgte nun eine sehr lange Fahrt bis an die Westküste (ca. 300 km, die aber hier eine Ewigkeit dauern). Die ganze Gegend ist sehr dünn besiedelt, nur alle zig Kilometer kommt mal ein Ort und mit viel Glück hat der auch eine Tankstelle. Hier sollte der Tank immer voll sein, wenn man irgendwo losfährt. Darum habe ich mir auch angewöhnt, sobald ich halb leer habe und eine Tankstelle kommt wieder aufzufüllen. Bis an die Westküste ist eigentlich nichts Besonderes passiert. Die Fahrt ging zuerst durch die hügelige Gegend von Central Otago und dann durch einen dichten und wild bewachsenen Regenwald in Richtung Küste. Die Vegetation ist dort so dicht dass man nur die erste Baumreihe direkt an der Strasse sehen kann. Teilweise wurde es richtig dunkel da wir durch eine Art Regenwald-Tunnel gefahren sind, d.h. die Bäume sind so über die Strasse zugewachsen dass kaum noch Licht von oben auf die Strasse fällt.

Dann ein totaler Schnitt und wir erreichen die Westküste bei Haast. Alles eben und glatt, kein Wald mehr, keine Hügel – von jetzt auf gleich. In Haast haben wir dann Rast gemacht und sind auf einem Parkplatz mit einem älteren Pärchen aus Sydney ins Gespräch gekommen. Die beiden waren richtige Weltenbummler und haben fast alles gesehen. War eine sehr nette Unterhaltung die dann durch einen dringenden Toilettendrang unterbrochen wurde. Im angeschlossenen Visitorcenter habe ich dann Nici gefunden – wie üblich bepackt mit hunderten von Prospekten. Bald brauchen wir ein größeres Auto um die ganzen Kataloge, Prospekte und Karten noch transportieren zu können.

Unser Tagesziel war das Erreichen der beiden Gletscher Fox und Franz Josef (ja, der heißt wirklich so). Die Sicht war sehr schlecht und so konnte man nur die unterste Zunge beider Gletscher sehen. Keine Gipfelsicht möglich. Da ich inzwischen ca. 7 Stunden gefahren war (bei kurvenreicher und bergiger Strecke) war ich so ziemlich am Ende und wollte in der Gegend übernachten. So wie es uns immer ergeht ist natürlich alles ausgebucht und keine einzige Besenkammer mehr frei. Also haben wir uns in ein gemütliches indisches Restaurant gesetzt und irgendwas mit Curry bestellt. Der Hals brennt heute noch, dabei habe ich Ranjid extra gesagt nur mild. Wir haben schließlich ein Motel in Hari Hari (ja, auch dieser Ort heißt wirklich so) bekommen, das ca. 45 Minuten weiter nördlich liegt. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, der scheinbar nie enden wollte. In Hari Hari angekommen haben wir schnell festgestellt, dass das hier der Ort ist wo man unbedingt mal Ferien machen muss. Es gibt hier sogar eine Tankstelle und zwei (!) Motels. Unseres hatte mindestens 40 Zimmer und wir waren vermutlich die einzigen Gäste. Dafür haben wir ein komplett modernisiertes und renoviertes Zimmer (naja eigentlich mehr Abstellkammer) bekommen. Und das für schlappe 110 NZD. Das Bett war klein, dafür aber ungemütlich und Nici hatte ständig Angst dass irgendjemand ins Zimmer kommt weil wir die einzigen Gäste im Gesamten Westflügel des Motels waren. Es kam aber niemand außer dem Morgen und der mit Sicherheit.


26.2. Zu Gast bei Freunden

Dieser Slogan der Fußball WM 2006 hat auch hier Gültigkeit, denn die Fahrt an diesem Freitagmorgen führte uns von Hari Hari an der Westküste nach Westport, bzw. einem kleinen Vorort. Auf dem Weg besichtigten wir die Pancake Rocks von Punakaiki, einer bizarren Felsformation die im Laufe der Jahre (vermutlich eher Jahrtausende) vom Meer derart bearbeitet wurde, dass sie nun aussehen wir aufeinander gestapelte Pfannkuchen. Da ich mir den Ausflug in die Geologie ersparen möchte sage ich einfach mal, dass Wind und Wasser dieser Rillen hervorgerufen haben. Dabei spielen auch unterschiedliche Gesteinsschichten eine Rolle, aber genug davon.

Nun aber Richtung Westport, wo wir endlich nach vielen vielen Jahren der Versprechungen endlich unsere Gudrun besuchen wollten, die vor ca. 30 Jahren Deutschland verlassen hat, zwischenzeitlich natürlich aber schon mehrfach wieder bei uns zu Besuch war. Bisher hatte es noch keiner aus meiner Familie wahr gemacht und sie in NZ besucht – darum wollten wir dies auf jeden Fall tun. Wie oft kommt man schon hierher und hat die Gelegenheit alte Bande wieder aufleben zu lassen. Wir wurden dort herzlich empfangen (wir hatten auch nichts anderes erwartet) und Gudrun und Lindsay hatten eine große Freude uns zu sehen. Unsere Überraschung war groß, da die beiden auf einer kleinen Mini-Farm leben mit sechs Schafen, zwei Schweinen und nicht gezählten Hühnern und eine Woche alte Küken. Zum den Hausbewohnern zählen auch noch Max und Ben, zwei Hunde die auf das alles aufpassen. Ben ist der Schleckige von beiden, soll heißen dass er alles und jeden von oben bis unten abschleckt. Eine feuchte Erfahrung, die zum Glück Nici gemacht hat. Für die beiden war es selbstverständlich, dass wir die Nacht im Gästehaus bei Ihnen verbringen – Richtig, GästeHAUS, nicht Gästezimmer. Das ist eine niedliche kleine Hütte im Garten, umringt von den oben genannten Bewohnern (außer den Schweinen). Alles war für uns schon liebevoll hergerichtet und hat nur darauf gewartet dass wir kommen. Das konnten wir natürlich nicht ausschlagen. Das Haus in dem die beiden wohnen ist eine frühere Kohleminenhütte, in der Arbeiter einer inzwischen stillgelegten Kohlemine gelebt haben. Direkt durch den Garten ging damals eine kleine Bahnstrecke, auf der die Kohlewaggons durchgefahren wurden. Lindsay wollte uns die Mine zeigen und wir sind auf einen Berg gefahren wo wie Mine damals betrieben wurde. Dort stehen noch alte Waggons herum und Teile der Gleise liegen dort auch noch. Zum Abendessen ging es dann in ein Fischrestaurant direkt am Meer, in dem wir leckere Fischspezialitäten der Gegend gegessen haben. Den weiteren Abend haben wir dann im gemütlichen Wohnzimmer verbracht und gegenseitig Geschichten und Neuigkeiten aus beiden Seiten der Welt erzählt. Die Nacht verlief dann sehr ruhig und gemütlich, bis morgens dann der Hahn gekräht hat. Nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal sondern einfach so lange er Lust hatte. Er hat sogar gegen halb neun noch gekräht. Viel lustiger war allerdings das Schaf-Konzert, das im Anschluss ans Krähen folgt. Direkt vor unserem Fenster stand ein Schaf, hat uns angeschaut und lauthals Määäääääääääääääääääh geschrieen. Als Reaktion darauf kam dann vom Schafbock ein Mööööööööööh zurück. Nach vielen Määhs und Mööhs ging es dann zum Frückstück, das Gudrun für uns alle zubereitet hat. Es gab Spiegeleier von den eigenen Hennen und frisch gebratenen Speck – ein Fest! Während dem Frühstück klingelte dann Skype mehrfach und Lindsay hatte die Idee, dass ein Schaf antworten sollte und ein fröhliches Mäh als Antwort geben sollte. Also hat er mit Hilfe von etwas Futter ein Schaf angelockt und wir haben den Anruf angenommen. Keine Ahnung wie das auf der anderen Seite aussah, aber uns hat es viel Spaß gemacht. Nach einer langen Verabschiedung haben wir uns dann schließlich wieder auf den Weg machen müssen, um unser Tagesziel zu erreichen – den Abel Tasman National Park.