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Tag 2 - Weiterfahrt nach Svolvaer

Der begann gegen 8 Uhr, trotz dass ich erst gegen 3 Uhr im Bett war aufgrund der Rückfahrt von der finnischen Grenze. Aber ich hatte heute eine lange Strecke zu bewältigen. von Tromsö nach Svolvaer sind es ca. 400 km über die verschneiten, vereisten Straßen in Nord-Norwegen. Ich habe für mich ca. 7 Stunden eingeplant, auch wenn google nur 5 Stunden angibt. Aber das stimmt in dieser Gegend eigentlich nie. War aber auch egal, ich musste ja nicht zu einer bestimmten Zeit dort sein, sondern hatte den ganzen Tag auch für diverse Stops frei.

Los ging die Fahrt auf der E8 in Richtung Narvik. Das schöne an der Gegend ist, dass man sich aufgrund der einzigen Straße auch nicht wirklich verfahren kann. Man muss nur in Nordkjosbotn aufpassen, dass man Richtung Süden fährt und nicht gerade aus weiter zurück nach Finnland - da kam ich am Vorabend her.

Auf der Fahrt boten sich natürlich unzählige Fotomotive und Haltemöglichkeiten an, die ich auch zahlreich nutzte. Leider sind die meisten Parkplätze oder Wanderwege nicht geräumt, sodass man nur von der Hauptstrasse aus Fotos machen kann, wenn man sich nicht voll in den Schnee werfen möchte (was ich aber auch genug tat).

Kurz nach Bardufoss erweckte ein recht kleines "Touristenattraktions-Schild" mit "Malselvfossen" meine Aufmerksamkeit. Aufgrund meiner bisherigen Skandinavien-Erfahrung schloss ich aus dem Wortende -fossen dass es sich um irgendwas mit einem Wasserfall handeln müsste. Also bin ich abgebogen um einen Umweg zu fahren, ich hatte ja Zeit.

Dort angekommen war selbstverständlich alles geschlossen und kein Zugang zum Wasserfall gebahnt. Also hieß es rein in den Schneeanzug, wasserdich verpackt und Schuhe geschnürt, Kamera auf den Rücken und losmarschiert. Durch tiefen Schnee ging es durch ein geschlossenes Besucherzentrum über einen kleinen Weg hin zu einem zugeforenen Wasserfall, in dem noch etwas plätschern zu hören war. Der Wasserfall selbst ist nicht steil und im Sommer sicher etwas eindrucksvoller. Interessant war aber die tolle Landschaft herum.

Die Fahrt ging weiter Richtung Bjerkvik, wo sich nach einer kleinen Kuppe ein grandioser Blick auf den Ofortfjoren auftat. Ich war so beeindruckt, dass ich mitten in der Steige hinab anhielt um auszusteigen und ein Foto zu machen. Glücklicherweise war ich rechtzeitig fertig und abfahrbereit, als von hinten ein LKW angeschossen kam, der mir seinen Unmut mit lauter Hupe kundtat.

Ab hier bog ich nun ab auf die E10, den Kong Olavs Veg bis auf die Lofoten. Die Landschaft wurde immer bizzarer und führte durch Fjorde, Tunnel und Berge hinweg. Das Wetter war ein ständiger Mix zwischen Trocken, Sonne, Wolken und dichter Schneesturm. Nach jedem Tunnel war ein anderes Wetter.

Gegen 19:00 bin ich nun endlich in Svolvaer angekommen. Das Rica Hotel wurde bereits von zu Hause aus gebucht und war schnell gefunden. Ein sehr schönes, modernes Hotel mit tollen Zimmern und einem erstklassigen Wintergarten für das Frühstück direkt im Hafen mit Blick auf die Hurtigruten-Schiffe und Fischereibetriebe. Eine tolle Wahl. Das Abendesse nahm ich jedoch nicht im Restaurant ein, da mit eine Hauptspeiße ohne Getränke für ca. 45 Euro doch etwas zu heftig schien. Ich hatte ja genug zum Vespern auf dem Zimmer dabei.

Die erste Nacht auf den Lofoten führte mich ca. 1 Stunde fahrt über Fiskebol bis hin in eine verlassene Gegend mit recht schöner Kulisse. Und die Polarlichter kamen ebenfalls. Zwar noch nicht so stark wie erhofft, dafür war der Sternenhimmel aber sehr beeindruckend.

Nach dieser Nacht fiel ich zufrieden in mein Bett und freut mich auf einen neuen, sonnigen Tag - es war bestes Wetter angesagt.


Tag 3 - Rund um die Lofoten

Das Frühstück im Hotel war sensationell. Erstklassige frische Ware, Lachs, Heringe und mehr. Zum Glück habe ich das Hotel für zwei Nächte gebucht, so konnte ich mich schon heute auf das Frühstück von morgen freuen.

Mein Tagesplan war - ich habe keinen. Ich wollte einfach die Landschaft der Lofoten erkunden und auch mal abseits der Hauptrouten unterwegs sein. Mein Weg führte mich so zuerst nach Digermulen, einem kleinen Ort gegenüber dem bekannten Trollfjord. Dort kommt man leider nur mit dem Schiff hinein, was mir aber zeitlich zu lange und preislich zu teuer war. In Digermulen hat schon Kaiser Willhelm II. seinen Urlaub verbracht und diverse Wanderwege in der Umgebung erkundet. Auf seinen Spuren ging es durch den tiefen Schnee um viel wunderbare Aufnahmen bei blauem Himmel zu schießen.

Weiter ging es nach Norden bis Sortland und dann auf der anderen Seite des Fjords hinunter über Stockmarknes bis Melbu. In Melbu setzt ein Fähre über nach Fiskebol, die mich auf dem kürzesten Weg wieder in meine "Heimat" brachte. Der bereits am frühen Nachmittag einsetzende Sonnenuntergang tauchte die ganze Gegend in eine tolle rote Farbstimmung, fast so als hätte jemand einen Eimer Farbe verschüttet. Das perfekte Licht für tolle Fotos.

Angekommen in Fiskebol ging es auf direktem Weg zurück nach Svolvaer ins Hotel, wo ich mich für eine lange Nacht im Freien ausruhen wollte. Allerdings färbte sich der Himmel auf dem Weg von allen Farbtönen von Rot, Rosa, Lila, Hellbau, Dunkelblau - so musst ich vor einer einmalige Kulisse nochmals anhalten und mich wieder in meinen Schneeanzug werfen. So macht fotografieren Spaß....

Die Nacht führte mich wieder in den Raftsundfjord auf dem Weg nach Digermulen, da mir die Landschaft dort einfach sehr gut gefallen hat und ich hoffte, dort einzigartige Polarlichter fotografieren zu können. Zu meiner Entäuschung war in dieser Nacht überhaupt keine Aktivität, die sich gelohnt hätte zu fotografieren. Also bin ich irgendwan frustriert zurück ins Hotel.