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Tag 6 Donnerstag 1.3.2012

Nach einem kräftigen Frühstück checkten wir im Hotel aus und haben für die übernächste Nacht jedoch gleich wieder reserviert. Ich wollte auf jeden Fall am Abend vor dem Heimflug wieder in Tromsö sein, da wir live miterlebt hatten wie schnell man von der Außenwelt hier abgeschottet werden kann. Dann würden wir vermutlich noch den Flug zurück verpassen und diesmal müssten wir auch alles selber zahlen.

Auf dem Weg Richtung Finnland haben wir uns noch für den Abend mit Spaghetti eingedeckt, die Nicole dann abends kochen wollte. Der Weg führte uns durch den Lyngenfjord, der aufgrund seiner hohen Alpen sehr schön sein sollte. Leider können wir das nicht bestätigen, denn die Sichtweite bei unserem Wetter betrug ca. 100 Meter.

Das Wetter wurde immer schlimmer und neben dem Regen in Tromsö hatten wir nun auch noch starke Winde die für heftige Schneeverwehungen sorgten. Ein echtes Sauwetter. Die Winde wurden immer stärker je näher wir an Finnland heran kamen und damit die sicheren Fjorde verlassen haben.

Umso überraschter waren wir als wir die Grenze passierten. Plötzlich riss der Himmel auf und die Wolken blieben auf der norwegischen Seite. Die Winde waren zwar immer noch da, aber jetzt hatten wir Sonne und einen klaren Himmel. Etwa eine Stunde nach der Grenze erreichten wir den kleinen Ort Kilpisjärvi, in dem wir unser Hotel gebucht hatten. Aufgrund der geringen Anzahl von Häusern war dies auch schnell gefunden und wir stellten fest, dass es geschlossen hatte. Im Winter scheint dort keine Saison zu sein, da alle Hütten eingeschneit waren. Ein Zettel an der Rezeption zeigte eine Telefonnummer unter der wir jemand erreichen können. Es kam aber zufällig jemand vom Hotel vorbei und gab uns den Schlüssel für ein nettes Holzhaus, wie versprochen mit eigener Sauna. Er meinte dann noch, dass wir heute Nacht wohl keine Polarlichter sehen werden da der Wind zu stark wäre und die Wolken hertreiben wird.

Die Hütte lag an einem komplett zugefrorenen See, der aber in der Wintersonne herrliche Fotomotive bot. Also bin ich trotz Sturm voll eingepackt in meinem Skianzug raus und habe ich in den Schnee gestürzt.

Zum Abendessen gab es dann die versprochenen Spaghetti mit Tomatensauce und tatsächlich zogen die norwegischen Wolken langsam über unseren See und brachten damit meine Träume von Polarlicht an dieser tollen Kulisse zum wanken.

Wir haben uns nicht entmutigen lassen und sind dann gegen 20:00 Uhr ins Auto gesessen und einfach den Wolken in die andere Richtung noch weiter nach Finnland hinein weggefahren. Nach ca. 15 km erreichten wir eine Hochebene, die sehr flach und dadurch auch wieder sehr windig war. Plötzlich entdeckten wir jedoch Polarlichter über uns und wir hielten an. Dass kein Parkplatz vorhanden war störte nachts in der finnischen Tundra eigentlich niemand. So konnten wir erste Eindrücke sammeln, sind dann aber noch ein Stück weiter gefahren. Der Wind war inzwischen so stark, dass ein kompletter LKW von der Straße geweht wurde. Einige Helfer versuchten ihn aus dem Schnee zu ziehen.

Da die Straße auf beiden Seiten von Bäumen eingefasst war machte die Fotosituation nicht gerade prickelnd. Irgendwann kam eine richtige Parkbucht, die sogar geräumt war und keine Bäume vor sich hatte. Wie für uns gemacht. Wir hielten an und beobachteten das Schauspiel über uns, das jetzt immer stärker wurde. Zwischenzeitlich hatten wir so viele Polarlichter am Himmel dass wir gar nicht mehr wussten wo wir hinschauen sollten.

Das Schauspiel das sich uns bot war einfach unbeschreiblich. Die Lichter tanzten und sprangen um uns herum als ob sie uns begrüßen wollten und sich freuten, dass wir endlich da waren. Endlich konnte ich auch schöne unverwackelte Bilder machen. Wir verbrachten etwa 2-3 Stunden in der Kälte. Keiner von uns beiden wollte im Auto warten und sich das ansehen, viel zu groß war die Euphorie über das Spektakel. Durchgefroren sind wir dann spät ins Hotel zurück gefahren wo wir uns in der Sauna etwas aufwärmten.

Die ganze Polarlichtserie gibt es in meinem Foto-Portfolio (öffnet in neuem Fenster).

Gegen 3 Uhr wurde ich dann von lauten Geräuschen geweckt, die durch einen Lüfter verursacht wurden. Viel interessanter aber war der Blick aus dem Fenster, denn der ganze Himmel war schon wieder grün, genauso wie vor ein paar Tagen auf dem Schiff. Allerdings habe ich nur durchs Fenster zugesehen, nochmals raus wollte ich dann doch nicht.


Tag 7 Freitag 2.3.2012

Der Tag begann mit einem Frühstück aus Muffins, die wir am Vortag schon eingekauft hatten. Anschließend wurden die Bilder der letzten Nacht gesichert und eine erste Sichtung am PC vorgenommen. Es waren teilweise sehr schöne Aufnahmen dabei, aber wichtiger ist eigentlich dass wir das alles live erleben und genießen durften.

Beim Zusammenpacken der Ausrüstung stellte ich fest, dass mir ein Handschuh fehlte und wir haben das ganze Auto und die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt. Er war weg. Ich war mir sicher, dass ich ihn nachts verloren haben müsste. Da es nur um die 20 Minute Fahrt waren entschlossen wir uns nochmals zu der Stelle zurück zu fahren, wir hatten ja auch keine weiteren Termine und das Wetter in Norwegen war immer noch schlecht. Angekommen am Platz des Vorabends haben wir ihn recht schnell entdeckt. Er war so eingeschneit dass sogar im Handschuh drin Schnee zu finden war. Aber ich hatte ihn zurück.

Auf dem Weg zurück nach Norwegen haben wir noch einen kurzen Tankstopp eingelegt, da das Benzin mit 1,80 Euro günstiger war als in Norwegen. Das Wetter auf der Strecke zurück zur Grenze spielte auch mit sodass wir noch ein oder zwei Stopps für Fotos machen konnten. Der LKW vom Vorabend lag auch noch im Schnee eingegraben, die Rettungsversuche sind also gescheitert. Hier muss jetzt schweres Gerät ran.

Kaum waren wir zurück in Norwegen verschlechterte sich auch das Wetter. Auf der Rückfahrt wurden wir dann noch von einer Gruppe Rentiere ausgebremst, die sich mitten im Wald auf der Fahrbahn breit gemacht hatten. Kurz darauf sahen wir einen Adler am Straßenrand, der offensichtlich auf Beute lauerte.

Wir kamen gegen 14:00 Uhr zurück in Tromsö an und entschlossen uns zum Besuch des Museums Polaria, in dem die Flora und Fauna der Polarwelten ausgestellt war. Wir haben und deutlich mehr davon versprochen, aber vielleicht sind wir aufgrund der vielen Reisen die wir in letzter Zeit unternommen haben auch etwas verwöhnt in diesem Punkt.

Da es unser letzter Abend in Norwegen war wollten wir diesem mit einem guten Essen ausklingen lassen und nicht schon wieder bei Burger King landen. So haben wir unsere Sachen gepackt und die Koffer für den nächsten Morgen vorbereitet. Der Essensgang in der Stadt war dann auch für uns unüblich nicht mehr in Skikleidung sonder nur in Jeans und dicker Jacke. Am Hafen bot sich nochmals ein Panorama von Tromsö bei einem inzwischen leicht aufgelockerten Himmel. Und plötzlich sahen wir auch über dem Stadtpanorama ein schwaches Polarlicht, als ob es sich von uns verabschieden möchte. Natürlich habe ich sofort meine Kamer gezückt und es festgehalten, allerdings war es wirklich sehr schwach.

Wir entschieden uns für Pizza, da wir uns einig waren kein Steak für 40 Euro zu essen. Nach dem Essen haben wir uns aufgrund des sich bessernden Himmels entschieden unsere Koffer wieder auszupacken und die Skiklamotten wieder anzuziehen und noch eine Nacht im Fjord zu verbringen. Ich wollte undbedingt noch ein Bild von einem Polarlicht im Ersfjordbotn, einem der schönsten Fjorde der Umgebung und beliebter Fotospot.

Dort angekommen legten wir uns im Auto auf die Lauer und warteten. Plötzlich kamen zwei Männer auf uns zu und ich dachte schon, die verjagen und jetzt weil wir auf einem Firmenglände parkten. Es stellte sich aber heraus, dass die beiden auch deutsche Fotografen waren und die gleichen Absichten hatten wie ich. Wir haben uns lange unterhalten, aber die Polarlichter haben sich in dieser Nacht nicht mehr gezeigt. Nach 3 Stunden warten haben wir unsere Mission für gescheitert erklärt und sind zurück zum Hotel gefahren. Auf dem Rückweg haben wir dann die Polarlichter gesehen. Sie waren den ganzen Abend da, aber dort wo wir waren wollten die Wolken einfach den Blick nicht freigeben. Leicht enttäuscht schloss ich mit der Mission Polarlicht ab und akzeptierte, dass wir einfach Pech hatten. Auch so etwas soll es geben. Nach dem super sonnigen Islandurlaub war es fast klar, dass wir bei der nächsten Reise dafür bezahlen mussten. Und so kam es eben auch. Im Hotel wurden dann die Koffer wieder gepackt und der Plan für den Abreisetag noch besprochen. Damit war der Urlaub beendet.