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Tag 1 Freitag 24.2.2012

Abflug von Frankfurt mit SAS nach Oslo. Für das Auto hatten wir bereits von zu Hause einen Parkplatz im Parkhaus ins Rüsselsheim inkl. Shuttleservice vorgebucht. Die Anfahrt ging sehr gut und ohne Stau. Am Parkhaus angekommen warteten wir auf den Fahrer, der uns zum Flughafen bringen sollte. Nach einer kurzen Wartezeit auf ein verspätetes Paar ging es dann endlich los.

Der Flug startete in Frankfurt recht ruhig, jedoch hat der Pilot schon darauf hingewiesen, dass uns beim Landeanflug einige Turbulenzen erwarten würden. Er sollte recht behalten.

Obwohl wir den Flug mit Lufthansa gebucht hatten, saßen wir in einer SAS-Maschine. Leider hat sich trotz Code-Sharing bei den Fluggesellschaften noch nicht herumgesprochen, dass man bei der „richtigen“ Lufthansa immer noch Service an Bord bekommt. Bei SAS wurde nur eine Preisliste verteilt, dass man etwas kaufen könnte.

Beim Anflug auf Oslo erwarteten uns bereits die angekündigten Turbulenzen, die der Pilot aber gekonnt durchflog, das Aufsetzen bei der Landung war dann wieder angenehm.

Über den Transport vom Flughafen ins Zentrum hatten wir uns bereits vorab informiert. Wir nahmen jedoch statt dem teuren Airport-Zug (Fly-to-get) lieber die Norwegische Staatsbahn, die uns für die Hälfte auch an den Hauptbahnhof (Oslo S) gebracht hat. Nun standen wir also da mit unserem Gepäck. Laut google Maps sollte das Hotel nur zwei Straßen vom Bahnhof entfernt sein und mein Plan war nach Verlassen des Haupteingangs direkt nach links zu schwenken. Leider kamen wir nicht zum Hauptausgang heraus und so mussten wir uns erst einmal orientieren. Dass unser Hotel direkt gegenüber der Oper lag wurde mir erst bewusst, als wir an dieser vorbei gingen. Die Lage war wirklich super. Einzig die Straßenbeläge haben mir mit meinem 4-wheeler Koffer doch zu schaffen gemacht.

Nach dem Check-In ging es sofort los die Stadt zu erkunden. Es war inzwischen 15.00 Uhr und der Nachmittag hat bei schönstem Wetter noch viel zu bieten. Unseren ersten Stopp machten wir direkt beim Nachbarn – der Oper. Das Gebäude ist sehr modern aus weißem Marmor und viel Glas gestaltet. Ein sehr ansprechender, wenn auch gewöhnungsbedürftiger Bau. Weiter ging es auf die Karl Johans Gate, die Haupteinkaufsstrasse in Oslo, die ebenfalls direkt am Bahnhof beginnt. Unser Nachmittag war allerdings mehr von planlosem Spazieren als von duchgetimten Sightseeing geprägt. So landeten wir irgendwann am Hafen und bestaunten die relativ neu gebauten Wohn- und Geschäftshäuser, die durch eine ansprechende Architektur sich von den sonst eher tristen Bauten abheben. 

Es wurde langsam dunkel und die Lichter der Stadt gingen an. Sie tauchten die Karl Johans Gate in ein warmes gelbes Licht und das Abendprogramm für die Osloer begann. Einige haben sich zum Eislaufen auf einer öffentlichen Bahn getroffen, anderen haben sich in die Straßencafes unter Heizstrahler gesetzt und den vorbeigehenden Touristen zugesehen. Für uns endete der Abend mit dem nochmaligen Besuch der Oper um Nachtaufnahmen zu machen und anschließend im Hotelzimmer um für den nächsten Tag einen Plan aufzustellen.


Tag 2 Samstag 25.2.2012

Das Frühstück im Hotel überzeugte. Es gab frischen Lachs und andere leckere Speisen ohne Ende. Selbstgebackenes Brot und frisches Obst rundeten das Buffet ab.

Eigentlich hatten wir die wichtigsten Sachen bereits am Vortag schon gesehen. Darum haben wir uns entschieden, den Oslo Pass zu erwerben, der kostenlosen Eintritt in die Museen, das Benutzen sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel und Ermäßigungen in einige Restaurants bot.

Unser erster Stopp an diesem Morgen war die Festung Akershus, die in den vergangenen Jahrhunderten mehrere Angriffe aus Oslo abgewehrt hatte. Wir konnten uns also im Fall eines Angriffs wilder Wikingerbanden recht sicher fühlen. Es ist aber nicht passiert. Die Festung liegt auf einer kleinen Anhöhe über dem Hafen und man hat von dort aus einen schönen Überblick. Leider war die Besichtigung des Inneren nicht möglich, da diese nur im Sommer geöffnet hat. Aber auch der Festungshof und –garten bot einige schöne Blicke. Auf einem Ehrengang patroulierte ein geschmückter Soldat, der sich immer wieder zu uns umdrehte was wir da so machen.

Anschließend ging es runter zum Hafen. Wir hatten den Plan mit dem Schiff die Pendlerverbindungen zu fahren, so wie wir es auch in New York oder Sydney gemacht haben. Sightseeing kostenlos. Dachten wir jedenfalls, denn am Hafen angekommen mussten wir feststellen, dass diese Fähren im Winter nicht fahren und wir fanden nur ein Hinweisschild welchen Bus wir nehmen müssen um die einzelnen Punkte anfahren zu können.

Also haben wir uns aufgemacht um die Stadt eben per Bus zu erobern. Vorher ging es aber noch zu einem ersten Kurzstopp im Museum des Nobel Friedenspreises. Dort wurden alle Preisträger und ihre Geschichte seit Beginn der Verleihung vorgestellt. Es ist sicher eine sehr interessante Ausstellung, die auch viel über Missstände in der Welt aufklärt. Da wir aber nicht nach Oslo gekommen warum um die Welt zu verbessern sondern die Stadt zu sehen, haben wir das Museum auch im Schnelldurchgang durchlaufen.

Weiter ging es mit dem Bus auf die Museumsinsel um interessante und informative Ausstellungen zu besuchen. Der erste Stopp war am Wikingerschiffmuseum, wo drei Schiffe ausgestellt wurden, die vor einiger Zeit aus Wikingergräbern ausgegraben wurden. Es war brauch bei den Wikingern, hochgestellte Persönlichkeiten zusammen mit einem vollbeladenen Schiff zu begraben. Drei dieser Schiffe wurden gefunden und wieder zusammengesetzt. Es ist kaum vorstellbar, wie auf diesen Schiffen schon hunderte Jahre vor Kolumbus nach Amerika gesegelt wurde. Aber scheinbar ging es. Schön war, dass nur wenige Touristen zu dieser Jahreszeit in Oslo sind. So hatten wir die Ausstellungsräume auch mit nicht allzu vielen anderen Besuchern zu teilen und wir konnten uns frei bewegen.

Nach dem interessanten Ausflug in die Wikingerzeit ging es weiter zum nächsten maritimen Museum. Im Fram-Museum wird die Polargeschichte Norwegens erzählt. Die Fram war das Segelschiff, auf dem alle Polarforscher Norwegens zu Nord- und Südpol unterwegs waren. Unter ihnen auch Amundsen und Co. Das Schiff wurde komplett trocken gelegt und das Museum drum herum gebaut. In einer Simulation wird in regelmäßigen Abständen eine Polarnacht mit Nordlichtern an die Wände und Decke projiziert. Ganz nett, aber ich freute mich schon auf unseren weiteren Trip in Hoffnung diese Lichter live erleben zu können.

Direkter Nachbar ist das Kon-Tiki Museum, das die Geschichte eines Norwegers erzählt, der auf einem selbstgebauten Holzfloß durch die Südsee fuhr. Da mir der Zusammenhang zwischen Norwegen und den Geschichten aus der Südsee inkl. deren Einwohner und Bräuche doch zu weiter auseinander lagen haben wir hier nur im Schnelldurchgang das Museum durchlaufen. Mit der Südsee hatten wir uns in Neuseeland ausgiebig beschäftigt.

Da es nun schon Nachmittag war beschlossen wir zum Holemkollen zu fahren, da dieser nur bis 16 Uhr geöffnet hat (was in Norwegen eine allgemeine Zeit zur Schließung der Touristenattraktionen im Winter zu sein). Die Fahrt mit dem Bus und anschließend mit der Tram dauerte auch fast eine Stunde. Der Holmenkollen ist wohl eine der bekanntesten Skisprungschanzen in Europa und beheimatet jedes Jahr internationale Wettbewerbe. Wenn keine Veranstaltung ansteht kann man den Sprungturm mit einem Lift hinauffahren und den Ausblick über Oslo und den Oslo-Fjord genießen, was wir auch reichlich taten. Das angeschlossene Skimuseum interessierte und dann weniger, auch wenn dort die original Ski der Sprunggrößen Europas ausgestellt sind. Von oben gesehen sehen der Sprungturm und die Landezone aus wie ein Suppenlöffel aus dem Chinarestaurant. Nach zahlreichen Bildern haben wir uns dann auf die Rückfahrt mit der Tram gemacht. Im Zentrum angekommen wurde es auch schon wieder langsam dunkel und wir überlegten uns wohin wir zum Essen gehen wollten. Im Oslo-Pass gab es die Auswahl an einigen Restaurants, die alle in derselben Ecke lagen. Nach reichlicher Untersuchung der Gegebenheiten fiel unsere Wahl auf T.G.I. Fridays, wo wir uns einen Super-Deal geleistet haben. Buffalowings zur Vorspeise und einen Jack-Daniels Burger als Hauptgang. Zusammen für ca. 30 Euro. Nicht gerade billig, aber dank des 20% Gutscheins gab es ja noch etwas Rabatt.

Nach dem Essen haben wir noch einen Kurzbesuch beim Schloß gemacht, das allerdings zurzeit ein neues Dach bekommen hat und daher nicht wirklich majestätisch über Oslo thront. Interessant ist jedoch, dass im Gegensatz zu anderen Königshäuser kein Zaun um das Gebäude ist und man theoretisch direkt bei Königs klingen könnte. Dazu muss man aber erst die beiden Wachen überlisten, die vor dem Schloß Wache stehen. Ein Tourist hats versucht und wurde sofort in die Schranken gewiesen. Diese Wachen sind also echt und bewachen etwas. Nicht wie in England, wo sie nur als Touristenattraktion dienen.

Unser Besuch in Oslo endete mit dem Heimweg ins Hotel, der uns wieder an der Oper vorbei führte. Dort war eine geschlossene Veranstaltung und man konnte durch die viele Glasscheiben sehen, wie sich eine feine Gesellschaft selbst feierte und an großen Runden Tischen Platz genommen hat.