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Tag 3 Sonntag 26.2.2012

Unser Flug nach Tromsö ging bereits gegen halb 11, so hatten wir morgens nicht viel Zeit zum Trödeln. Wir entschieden uns statt der öffentlichen Verkehrsmittel diesmal doch den teuren Airport-Train zu nehmen, einfach weil die Abfahrtszeiten am Sonntag wesentlich besser waren und die Fahrt auch fast nur halb so lange dauerte. Das Check-In am Flughafen ging automatisch, jeder muss hier selbst sehen wo er bleibt und die Bordkarten und Kofferanhänger an einem Terminal ausdrucken. Umso überraschter war ich dann, als ich feststellte dass am Flughafen eigentlich nichts los ist. Wir waren fast alleine und es waren auch kaum Flugzeuge an den Gates angedockt.

Den Flug hatten wir mit Norwegian.com gebucht, die die beste Rate angeboten hatten. Generell kann man diese Gesellschaft mehr als empfehlen. Die Flotte ist nagelneu und viele der Maschinen bieten bereits ein kostenloses WLAN an Bord, mit dem man auf Reiseflughöhe kostenlos surfen kann. Sogar Skype funktioniert von da oben, wenn auch nur mit starken Aussetzern. Aber immerhin eine Innovation, die es so bisher in Deutschland nicht gibt. Generell muss man anerkennen, dass die Norweger technisch viel mehr ambitioniert wie wir sind. Alles läuft hier elektronisch und wo man kann verwendet man statt Anzeigetafeln moderne touchscreens oder Monitore.

Wir genossen einen ruhigen Flug, auch wenn immer mehr Wolken aufzogen. Für Tromsö war leider kein sehr gutes Wetter für unseren Aufenthalt vorhergesagt worden. Das drückte etwas die Stimmung. Nach eineinhalb Stunden erfolgte eine Zwischenlandung in Bodö. Der Anflug war interessant, da es sich auch nur um einen kleinen Flughafen handelt. Vermutlich war unsere 737 das größte Flugzeug das hier landen durfte. Es ging lange über einen Fjord hinweg bis dann plötzlich ein schneller Sinkflug einsetze, der aber gekonnt abgefangen und zum touch-down übergeleitet wurde.

Während des Ziwschenstopps den wir im Flugzeug verbrachten konnte ich aus dem Terminal das kostenlose WLAN empfangen und so weiter surfen. Die Norweger sind und wirklich voraus.

Ein kurzer Weiterflug mit ca. 30 Minuten und wir begannen mit dem Landeanflug auf Tromsö. Die Stadt liegt auf einer Insel in einem Fjord, d.h. die Runway wird auf beiden Seiten von Wasser begrenzt. Trockenen Fußes konnten wir das Flugzeug verlassen und machten uns auf die Suche einem Transportmittel.

Zu Hause hatte ich bereits ausgekundschaftet, dass ein öffentlicher Bus uns bis ans Hotel bringen wird. Was ich aber leider nicht wusste war, dass die Busse nur Bargeld nehmen nachdem man jeden Kaugummi mit Kreditkarte bezahlen konnte. So kam es also, dass wir erst um den halben Flughafen herum zur Bushaltestelle gelaufen und dort gewartet haben und anschließend die Strecke zum Terminal auch wieder zurück gingen. Voller Frust habe ich am Kartenautomaten dann ein Ticket für den Flughafenbus gekauft, der natürlich viel teurer war. Als wir die Tickets hatten und am Abfahrpunkt standen stellten wir fest, dass dieser Bus erst in 2 Stunden fahren würde – es war Sonntag. Also haben wir uns für ein Taxi entschieden, das uns zu einem horrenden Preis zumindest bis ans Hotel gebracht hat.

Zum Hotel wollten wir aber nur um die Koffer dort abzugeben, denn den eigentlichen Check-In wollten wir erst morgen machen. Die Reise führte uns nämlich weiter auf ein Schiff der Hurtigruten, auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Die notwendigen Utensilien nahmen wir ins Handgepäck. Die nette Dame an der Rezeption erklärte uns, dass es gar kein Problem sei zum Schiffsterminal zu kommen. Direkt vor dem Haus fährt ein Bus ab, allerdings nimmt der nur Bargeld. Leider konnte die Rezeption nicht wechseln. Also blieb und die Wahl zwischen erneut einem teuren Taxi oder einem Fußmarsch von ca. 30 Minuten bis ins Zentrum. Wir haben uns für die 30 Minuten entschieden. Auf dem Weg zum Schiff wollten wir dann noch etwas für den Abend einkaufen, da wir dachten dass die Verpflegung auf dem Schiff sicher nicht billiger wird als aus einem Supermarkt. Unterwegs kamen wir dann an einem MIX-Markt vorbei, in dem wir 2 Flaschen eines Fanta-ähnlichen Getränks kauften. Als wir den Preis an der Kasse sahen bin ich fast in Ohnmacht gefallen. Für die beiden Flaschen waren ca. 10 Euro fällig. Das teuerste Getränk meines Lebens. Wir haben erst an einen Abzock-Versuch oder Sonntagszuschlag gedacht, aber später stellte sich heraus, dass dieser Markt tatsächlich einer der teuersten in Norwegen sein muss.

Am Schiff angekommen staunten wir erst mal nicht schlecht. Von einer Postschiffreise hat das wenig gehabt. Auf uns wartete ein Ozeanriese mit mehr Kabinen, Speiseräumen und Theater als Frachtraum. Uns sollte es recht sein und checkten an der Rezeption ein. Unser überflüssiges Gepäck lagerten wir in einem Gepäckraum, da wir keine Kabine gebucht hatten. Wir wollten noch vor Ablegen des Schiffes etwas an Land essen und haben daher noch das Zentrum von Tromsö nach diversen kulinarischen Alternativen abgesucht. Hängen geblieben sind wir dann im nördlichsten Burger King der Welt.

Nach einem opulenten Mahl sind wir dann zurück aufs Schiff um uns einen Platz zu suchen. Da wir keine Kabine für die Überfahrt gebucht haben fiel die Platzwahl auf eine gemütliche Ecke im allgemeinen Barbereich, der ringsum verglast war sodass man eine gute Aussicht hatte. Da wir eine Nachtfahrt hatten war die Aussicht jedoch nicht das ausschlaggebende.

Als die Dunkelheit über Tromsö hereinkam machte sich die MS Midnatsol zum Ablegen bereit. Mit lauter Fanfare verabschiedete sich das Schiff vom Hafen und fuhr langsam unter der 1 km langen Brücke hindurch, die die Stadtteile verbindet.

Da wir keine Verpflichtungen wie Abendessen mehr hatten war ich schon recht früh mit meiner Kamera und Stativ an Deck um nach geeigneten vorbeiziehenden Motiven Ausschau zu halten. An Nordlichter hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gedacht, mir ging es viel mehr um den Abendhimmel der von den Lichtern der umliegenden Städte erleuchtet wurde. Ein Tourist hat mir aus dem beheizten Jacuzzi zugerufen, ich könne wieder reingehen, ich wäre noch viel zu früh um Polarlichter zu sehen. Der Mann hatte keine Ahnung. Denn schon nach zwei oder drei Aufnahmen bemerkte ich etwas grünes im einem Bild und konnte mir nicht erklären woher das stammt. Bei genauerer Betrachtung und gezielter Wiederholung des Bildes mit anderen Einstellungen stellte ich dann fest, dass bereits zu dieser frühen Zeit Polarlichter am Himmel waren, auch wenn diese nur schwer zu sehen waren. So stellte ich mich mit meiner Kamera an einer exponierten Stelle auf und schoss ein Bild nach dem anderen. Auf allen Bildern waren sehr schöne Lichter zu sehen, die allerdings mit dem bloßen Auge nicht aufgefallen sind. Es hat nicht lange gedauert, bis andere Passagiere bei mir stehen blieben und fragten was ich eigentlich machen würde, es wäre doch nichts am Himmel. Ich zeigte ihnen mein Display und schon kurz darauf versammelte sich eine Traube von anderen Fotografen rings um mich herum. Da die meisten jedoch mit Kompaktkameras anrückten wunderte es mich nicht, dass sie keine Ergebnisse damit erzielen konnte. Hier war schon eine lichtstarke Kamera mit entsprechenden Objektiven von Nöten. Es hat sich relativ schnell eine Menschentraube um mich herum gebildet was mir fast schon peinlich war, den so toll waren die Bilder jetzt nicht die herauskamen. Trotzdem wurden mir die eine oder andere Kamera gereicht, damit ich auch mit dieser Bilder machen oder den Besitzern zeigen konnte, wie sie diese einstellen müssen.

Die Polarlichter begleiteten uns den ganzen Abend und bei größeren Sichtungen wurden diese über den Bordlautsprecher an alle Passagiere mitgeteilt. Zwischen den Stunden an Deck in der kalten Nacht wärmten wir uns in unserer „Kabine“ wieder auf. Wir versuchten etwas Schlaf zu bekommen, wurden aber immer wieder durch die Durchsagen geweckt. Um 3 Uhr morgens wurden wir wieder geweckt und ich entschloss mich trotz Schläfrigkeit an Deck zu gehen. Was sich hier abgespielt hat war absolut sehenswert, sodass ich gleich zurück bin um Nicole zu wecken. Der ganze Himmel war mit grünen Wolken überzogen, bizarre Formen bildeten sich und verschwanden wieder. Man wusste gar nicht wo man hinschauen sollte. Aufgrund der unkomfortablen Uhrzeit waren inzwischen auch recht wenige Passagiere dem Weckruf gefolgt, so dass das Deck recht leer war. Nur einige unerschrockene trotzten der Kälte. Wir haben und schließlich einen Liegestuhl genommen und das Schauspiel einige Zeit angesehen.  Wir wärmten uns am Kamin, der über ein Lüftungsgitter warme Luft nach außen geblasen hat. So konnten wir ca. 1 Stunde an Deck ausharren.


Tag 4 Montag 27.2.2012

Gegen 4 Uhr ging es zurück auf die Couch um noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor der Tag anbrach und wir definitiv nicht mehr schlafen würden. Um halb 6 haben wir dann den Hafen von Hammerfest erreicht und ich wachte auf. Da wir kurz vor dem Sonnenaufgang waren wollte ich mir den Hafen zur „blauen Stunde“ nicht entgehen lassen und habe ich mich erneut auf Deck begeben. Dort war ich freilich alleine unterwegs und konnte den Sonnenaufgang in der nördlichsten Stadt Europas ungestört erleben. Wir hatten heute einen wolkenfreien Himmel und die knapp über dem Horizont stehende Sonne warf ein warmes Licht auf die umliegenden Berge in dem Fjord.

Ein eisiger Wind zog auf und trotz Sonnenschein wurde es sehr ungemütlich an Deck. Wir mussten uns warm einpacken um die nächste Passage, die jetzt über offenes Meer ging, im Freien erleben zu können. Der Wind wurde so heftig, dass ich sogar zur Sturmhaube gegriffen habe was zuerst Verwunderung bei den anderen Passagieren auslöste, später aber in Anerkennung der guten Vorausplanung umgewandelt wurde.

Wir bekamen irgendwann Lust auf ein Frühstück und schauten uns im Bordcafe um. Die dort angebotenen Frühstücksoptionen bestanden hauptsächlich aus lieblos belegten Brötchen zum überteuerten Preis. So einigten wir uns auf eine heiße Schokolade für 4 Euro. Während wir diese an einem Tisch außerhalb des Bistros genossen fiel uns der nahegelegene Speisesaal auf, in dem das Frühstücksbuffet für die Reisegäste serviert wurde. Ein Schild am Eingang zeigte den Preis von ca. 18 Euro für alle, die nicht Übernachtung mit Frühstück gebucht hatten, also für uns. Der Preis war mir definitiv zu hoch. Nach Beobachtung der Szene stellte ich fest, dass zwar jemand am Eingang sitzt und den Einlass regelt, jedoch keiner der Gäste eine Karte oder Ausweis vorzeigen muss. Die einzige Tätigkeit der Person ist die Gäste aufzufordern, sich die Hände zu desinfizieren. Nach einer Überzeugungsarbeit konnte ich Nicole dann dazu bewegen, mit mir zusammen in den Speisesaal zu marschieren. Wir schlossen uns einfach einer kleinen Gruppe von älteren Gästen an, die zielgerichtet auf den Speisesaal zusteuerten. Mit einem freundlichen „Guten Morgen“ und dem zielsicheren Griff nach der Desinfektionsflasche erweckten wir den Eindruck, jeden Morgen hier zu sein. Und tatsächlich konnten wir unbehelligt das Frühstücksbuffet genießen. Wir haben uns ordentlich den Bauch vollgehauen, es musste ja für den ganzen Tag reichen.

Um 11:45 Uhr war die Ankunft in Honningsvag geplant und wir saßen wie auf Kohlen. Von Honningsvag aus geht es weiter zum Nordkap. Von hier werden die Reisebusse der Hurtigruten starten. Den Ausflug konnte man auf dem Schiff für umgerechnet ca. 100 Euro buchen. Im Paket war der Transfer zum Nordkap und ein kurzer Aufenthalt dort. Das war mir zu Hause bereits bewusst, jedoch dachte ich mir dass es auch eine billigere Möglichkeit geben muss dort hin zu kommen. Schnell fand ich den öffentlichen Bus, der von Honningsvag aus jeden Tag um 12:00 Uhr startete. Der Preis – nicht mal die Hälfte der Hurtigrutenbusse. Einziges Problem war, dass die Busse um Punkt 12:00 Uhr fahren, d.h. kommt das Schiff später an ist der Bus weg. Dann würden wir da stehen ohne Transportmöglichkeit und müssten unsere Nordkappläne begraben. Also standen wir bereits kurz nach 11 Uhr an den Ausgang des Schiffes um als erster von Bord gehen zu können. Das schlimmste was hätte passieren können wäre eine Horde Rentner, die uns davon hindert von Bord zu kommen obwohl wir bereits im Hafen liegen. Das Schiff kam nicht pünktlich im Hafen an sondern hatte ca. 10 Minuten Verspätung. Eigentlich sollte es noch reichen, also fragte ich einen der Tourguides auf dem Schiff, wo denn der öffentliche Bus abfährt. Der wusste das angeblich nicht oder wollte mir nicht helfen das zu finden. Egal, sobald die Tür aufging sind wir die Gangway hinunter und dann losgerannt ohne zu wissen wohin eigentlich. Wir haben nach einmal fragen gleiche den Bus gefunden der auch schon abfahrbereit wartete. Punkt 12:00 Uhr stiegen wir in den Bus – perfektes Timing.

Die Fahrt von Honningsvag geht über einen Bergpass hinauf zum Nordkap. Der Wind, den wir schon auf dem Schiff gespürt haben war hier nochmals um einiges stärker, sodass zeitweise ein richtiger Schneesturm die Fahrt behinderte. Zwei Teilstrecken mussten als Kolonne mit Räumfahrzeug gefahren werden. Die erste Kolonne ging relativ schnell los und ich freute mich schon, dass wir die ganzen Busse vom Schiff weit hinter uns gelassen haben. Bei der zweiten Kolonne warteten wir allerdings, bis alle Busse am Checkpoint ankamen. Nur waren wir wieder alle vereint. Der Schneesturm war inzwischen so stark, dass es nur noch im Schritttempo voranging und die Sicht gegen 0 ging. Zwischendurch trafen wir auf liegengebliebene PKW, die den Wetterbedingungen nicht gewachsen waren.

Bei Ankunft am Nordkap konnte man nur vom Bus in das Gebäude rennen um nicht von dem immer stärker werdenden Wind und den Schneeverwehungen weggeblasen zu werden. Da alle Busse zur gleichen Zeit ankamen, sind wir direkt als erster losgerannt um gleich zu der bekannten Weltkugel zu kommen um Bilder ohne Menschenmassen machen zu können. Es gelang uns auch und erst einige Zeit später kamen die ersten jüngeren Teilnehmer der organisierten Reise uns nach.

Da das Wetter so unangenehm war hielten wir es nicht lange dort aus und schauten uns noch einen Film über das Nordkap an und kauften die obligatorischen Magneten für den Kühlschrank im Shop. Dann war auch schon wieder Abfahrt, straff organisiert da wieder eine Kolonnenfahrt anstand. Auf dem Rückweg wurden wir dann über eine halbe Stunde festgehalten, da sich einer der Hurtigrutenbusse bereits auf der Hinfahrt festgefahren hatte. Die armen Leute waren also gar nicht am Nordkap und konnten nur die bereits zurückkehrenden Busse neidisch entgegen sehen. Der Bus war komplett fest und musste mit schwerem Räumfahrzeug aus der Schneeverwehung befreit werden. Eine unfreiwillige Pause für uns.

In unserem öffentlichen Stadtbus saßen neben uns nur noch zwei andere Gäste, die den Weg auf sich genommen haben. Zwei Frauen aus Portugal, die anschließend mit einem Bus weiter in den Süden fahren sollten. Auf der Fahrt teilten uns die beiden Fahrer mit (einer zum Fahren, der andere als Assistent), dass alle Straßen der Region geschlossen wurden und eine Kolonnenfahrt für 9:00 Uhr abends angesetzt wurde. Als die Fahrer hörten, dass wir auf den Flughafen müssen um nach Tromsö zu fliegen hatten die nur gemeint, dass heute wohl kein Flug gehen würde, aber wir werden ja sehen was los ist. Ich habe dann mehrfach versucht den Flughafen und die Airline telefonisch zu erreichen, die konnten mir aber keine Auskunft darüber geben ob der Flug stattfinden wird.

Der Fahrer war dann so nett uns direkt am Flughafen abzuliefern, da die Strecke zurück am Flughafen (oder Lufthavn auf Norwegisch) vorbeiging. So sparten wir uns die Taxifahrt vom Zentrum von ca. 30 Euro.

Am Flughafen angekommen stellten wir fest, dass wir ganz alleine waren. Auch nicht verwunderlich, denn an diesem Flughafen gehen nur 3 Flüge täglich und er dürfte so ziemlich einer der kleinesten Linien-Flughäfen der Welt sein. Alles war in Miniaturformat und sah aus wie ein Kaufladen oder Postamt für Kinder zum Spielen. Wir hatten bis zum Abflug noch etwa 5 Stunden Zeit, aber freundlicherweise gab an diesem unbemannten Ort kostenloses WLAN, das man über sein Handy aktivieren kann. HANDY! Das war das Stichwort. Ich fand es nirgends. Dann fiel mir ein, dass ich es ja im Bus mehrfach benützt habe und dann auf den Nebensitz gelegt hatte. Und da muss es jetzt noch liegen. Glücklicherweise hatte Nicole ihr Prepaid-Handy dabei, deren Karte fast aufgebraucht und der Akku auf dem letzten Strich war. So wie es halt sei muss. Wir haben dann zum Glück die Nummer der Busunternehmung herausgefunden und konnten so das Depot erreichen, in dem der Bus stand. Der Mann war so nett und hat im Bus nachgesehen und es tatsächlich gefunden. Anstelle uns aber zu erklären wie und wo wir es abholen können sagte er nur, dass er jetzt kommt und es vorbei bringt. Und tatsächlich keine 10 Minuten später stand ein Auto vor der Tür und der Fahrer hatte mein Handy in der Hand. Mann war ich froh!

Etwa zwei Stunden vor Abflug kam dann die Kleinbesatzung des Flughafens nach und nach und wunderten sich, was wir hier suchen. Wir sagten wir warten auf unseren Flug. Ein Blick in den Computer und einer der Mitarbeiter sagt zu uns, dass er nicht glaubt dass hier überhaupt was fliegt bei dem Wetter. Wir hatten dann ein nettes Gespräch über dies und das und er bot uns noch einen Kaffee an. Wir erklärten ihm, dass wir irgendwie nach Tromsö müssen und er meinte dann, dass es einen Flughafen ca. 500 km südlich von hier gäbe, da kann geflogen werden. Das bedeutet aber die ganze Nacht mit dem Bus dorthin zu fahren. Kurze Zeit darauf sagte er, dass der Bus nicht fährt da sich die Fahrer weigern bei dem Wetter zu fahren. Es wäre zu unsicher in der Nacht diese Kolonne zu fahren.

Mein Vorschlag, er soll uns doch einfach das nächste Schiff buchen war eigentlich eher als Witz gedacht. Aber er hat sich darum gekümmert dass wir zwei Tickets für das nächste Hurtigruten Schiff bekommen, das Honningsvag Richtung Tromsö verlässt. Leider ging das erst um 6 Uhr am kommenden Morgen. Netterweise hat uns die Airline dann auch noch ein Hotelzimmer mit Abendessen und das Taxi in die Stadt besorgt. Nach einer kurzen Verhandlung hat die Kollegin dann sogar noch eine Kabine auf dem Schiff für uns organisiert mit der Auflage, dass die Airline dann die Flugkosten nicht erstatten müsste. Das war mir egal und ich nahm natürlich die Kabine für die Rückfahrt auf dem Schiff an. Zusätzlich gab es für den nächsten Tag auf dem Schiff von Verzehrgutscheine für Mittag- und Abendessen, sodass wir den ganzen Tag bestens versorgt waren. Das alles hat mich 60 Euro pro Person für einen Billigflug gekostet. Ein echt guter Deal, denn alleine beim Anblick der sogenannten Kurzlandebahnen in diesen Fjordflughäfen wurde mir schon mulmig bei dem Gedanken bei schönem Wetter hier zu fliegen.

Das Taxi brachte uns in die Stadt ins Hotel. Das Hotel hatte ich schon bei unserer Reiseplanung ausgesucht, da ich ursprünglich mit dem Gedanken gespielt habe hier zu übernachten. Das billigste Zimmer kostet 200 Euro – Alternativen in diesem Ort: keine.

Neben dem Hotel lagen zwei kleine Einkaufsläden, wo wir uns für den nächsten Tag noch mit Getränken eindecken wollten. Im ersten Laden war wieder kein Preis an den Getränken angeschrieben, also fragte ich dieses Mal vorher nach was die kosten. Nachdem eine Flasche wieder 5 Euro gekostet hätte und ich den Verkäufer fragte ob er eigentlich noch ganz normal ist hat er uns empfohlen, in den Nachbarladen zu gehen, die wäre sehr viel günstiger. Und so war es auch und wir kauften dort ein.

Zum Abendessen gab es im Hotel etwas Thailändisches, das von einer thailändischen Köchin selbst zubereitet wurde. Da wir das Essen so lobten und wir Freude miteinander hatten bereitete uns die nette Köchin für den nächsten Morgen ein Frühstückspaket zu, da wir sehr früh das Hotel verlassen mussten.