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Hello Mr. President

Am Freitag 17. Jan. hatten wir 8 Stunden Zeit uns im Büro von den Strapazen der Ein-Tages-Florida-Fahrt zu erholen, was wir auch beim täglichen Büroschlaf taten. Freitagabend hieß es dann früh ins Bett zu gehen, da Marc und ich am Samstagmorgen gegen 4.00 Uhr Richtung Washington fahren wollten. Sachen packen, Wecker stellen, duschen gehen, schlafen. Mitten in der Nacht klopft es an meine Türe. Ich mach auf und Marc steht da (Marc wohnt eigentlich im anderen Haus). Hat doch tatsächlich mein Wecker nicht geklingelt und es war schon 4.00 Uhr. Ich also sofort angezogen, Tasche zu und los geht's. Noch eben schnell die Milch aus dem Kühlschrank mitgenommen, weil die sonst schlecht wird und ich brauch ja ein Frühstück. Dementsprechend müde waren wir auch die ersten Stunden der Fahrt und ließen uns mehr oder weniger so dahin treiben auf den geraden 27-spurigen Autobahnen, die nur mit 60 Meilen in der Stunden befahren werden dürfen...Ein langer Weg lag vor uns.

Nach 3-4 Stunden Fahrt hatten wir dann die Grenze zu Virginia erreicht, wo wir uns gleich im Visitorcenter aufgewärmt haben, nachdem wir bei Eiseskälte und Schnee Bilder vom "Welcome to Virginia" Schild machen mussten. Drinnen haben wir uns dann von zwei urigen alten Eingeborenen die Schönheiten des Staates erklären lassen und uns mit Kartenmaterial versorgt. Dann ging's weiter.

Nach guten 8 Stunden Fahrt kam dann endlich die Spitze des Washington Monuments über den Horizont und wir waren da. Schon von der Autobahn konnte man einige interessante Monumente betrachten. Der Weg führte uns direkt am Pentagon vorbei, genau auf der Seite in die das Flugzeug gestürzt war. Das Gebäude selbst war inzwischen wieder hergestellt, man sieht nur noch einen kleinen Rand wo die alten Steine aufhören und die neuen anfangen. Im Visitor Center wurden wir dann erstmal enttäuscht, als uns ein netter alter Mann erklärte, dass alle Touren im Pentagon und Weißen Haus nicht mehr stattfinden - aus Gründen der nationalen Sicherheit. Toll. Was interessiert mich die nationale Sicherheit, ich will nur die Tour mitmachen. Wir haben dann beschlossen, dass wir unsere eigene Tour machen und irgendwie auf das Gelände des Pentagons kommen. War wohl nichts. Die einzige Zufahrtstrasse von der Autobahn weg wurde von Panzerwägen und anderem Militärgesockse bewacht und da wir kein Kettenfahrzeug hatten mussten wir unsere Pläne der Querfeldeinüberquerung und Mauerdurchbrechung wieder aufgeben. Also haben wir uns das Gebäude eben von außen betrachtet und dabei festgestellt, dass es auf jeder der 5 Seiten gleich aussieht.

Der erste richtige Stopp war dann auf dem Arlington Cemetry, einem großen Militärfriedhof, auf dem viele Soldaten und auch Präsidenten beerdigt sind. Der kommt auch oft im Fernsehen in allen möglichen Militärfilmen vor (wie eigentlich fast jedes Gebäude in Washington). Dort haben wir uns ein wenig umgesehen, die Wachablösung am Grab des Unbekannten Soldaten mitverfolgt, die Ehrungen der gefallenen Soldaten und der Challanger-Crew angesehen und die obligatorischen Erinnerungsfotos am Grab von J. F. Kennedy gemacht. Jetzt wird das Praktikum so langsam eine Wallfahrt, erst Elvis in Memphis, dann JFK in Washington. Nachdem wir uns genug Grabsteine und Widmungen angesehen haben, sind wir zum Hotel gefahren, dass wir auch recht schnell gefunden haben. Dort wurde uns erklärt, dass das Parken am Wochenende frei ist wir daher nichts für die Parkuhren in der gesamten Stadt zahlen müssen. Daher haben wir natürlich keinen Stellplatz in der Hotelgarage gemietet und uns so $13,- pro Nacht gespart. Die freundliche Dame am Empfang wollte uns noch kein Zimmer geben und machte uns darauf aufmerksam, dass wir erst ab 15.00 Uhr einchecken können und dass das erst in einer Stunde sei. Ok. Dann sind wir eben noch etwas im angrenzenden Park herumgelaufen und haben die ersten Erfrierungen an Zehen und Finger erlebt, als wir auf das Lincoln Memorial geklettert sind und uns mit Japanern um die besten Fotoplätze geschlagen haben. Vor dem Weißen Haus (das nur 3 Blocks von unserem Hotel lag) haben wir uns der Kälte ergeben und für $3,50 das Stück original amerikanische Made-in-Taiwan Gangstermützen gekauft. Marc sah damit aus wie ein schwarzer Rapper, der vor Schreck nach dem Blick in den Spiegel weiß geworden ist - ich dagegen sah damit aus wie Tom Cruise in Mission Impossible 2 beim Gang durch die Flammen :-)

Nach ca. 1,5 Stunden und blauen Extremitäten sind wir zurück ins Hotel, wo wir nun auch unser Zimmer beziehen durften. Das war sehr groß und geräumig, ebenso auch sauber. Hier findet man normalerweise entweder das eine oder das andere. Wir hatten sogar eine eigene abgetrennte Küche dabei, die wir aber nicht nutzten. Da die Fahrt recht anstrengend war, haben wir uns zwei Stunden hingelegt und uns auf das Abenteuer Washington vorbereite

Am Abend sind wir dann durch das nächtliche Washington gelaufen, was mir weniger Sorgen bereitet hat, als bei jeder anderen Stadt wo wir schon waren. An jeder Ecke standen Polizeiwägen und haben alles überwacht, besonders im Regierungsviertel wo wir uns die meiste Zeit aufgehalten haben. Die Besichtungstour ging nochmals zum Weißen Haus, da das nun angestrahlt wurde und weiter zum Capitol, das ebenfalls auf der Mall liegt (großer Grünstreifen / Park im Regierungsviertel). Da wir uns auf die Tipps des Reiseführers verlassen hatten, sind wir in eine Straße gelaufen, die das Nachtleben von Washington darstellen soll, mit unzähligen Geschäften und Restaurants. Gefunden haben wir nur einen Kanal, der am überlaufen war und von 2 Polizisten bewacht wurde, dass keiner den Deckel abnimmt, da sonst die ganze Stadt unter Wasser gestanden hätte. Marc hat sich natürlich gleich wieder ins Gespräch mit den Cops verwickelt und vorbeigehende Passanten hatten bestimmt den Eindruck, dass wir von ihnen festgehalten werden, da wir ja immer noch unsere neuen Mützen aufhatten, die uns nicht gerade vertrauenswürdig aussehen ließen. Aber wir durften schließlich weitergehen und haben nach langem Suchen ein paar Restaurants gefunden, die wir aber nur von außen betrachtet haben, da diese dummerweise die Speisekarte außen ausgehängt hatten. So wussten wir vorher schon, dass uns der Spaß zu teuer werden wird.

Nach einiger Zeit sind wir dann an einem asiatischen Nudelhaus vorbeigelaufen, in das wir dann doch rein sind. Die Portionen waren groß und der Preis war angemessen, aber dafür waren wir satt und lecker war's auch (genauso wie die kleine Asiatin, die uns den Platz zugewiesen hat - meint Marc). Nach dem Essen habe ich wieder meine 2 Pullis, meine Jacke und meine Mütze aufgezogen und es ging wieder hinaus in die Frische. Von dort aus ging es dann direkt ins Hotel, da wir immer noch müde waren und lieber morgen den Tag genießen wollten. Also ab ins Bett.

Der Sonntag begann recht früh um 8.00 Uhr. Wir sind auf direktem Weg zum Washington Monument, das eigentlich nur ein spitzer Turm ist, in dem man nach oben fahren kann. Mann muss sich aber früh anstellen um Tickets zu bekommen, da das recht begehrt ist. Wie fast alles ist der Eintritt hier kostenlos, was uns sehr entgegen kam. Also sind wir in der Kälte gestanden und haben so vor uns hin gefroren, bis wir dann endlich um 9.30 Uhr dran waren und hinauffahren durften. Eine kurze Einweisung machte klar, dass alle Getränkecontainer innerhalb des Gebäudes verboten waren. So hatte Marc also die Wahl, seine volle 2 Liter Flasche Cola unter einer Bank abzustellen, die für jeden zugänglich war, die Flasche leer zu trinken oder weiter in der Kälte zu warten, bis ich wieder nach unten komme. Er hat die Flasche dann abgestellt (und dabei fast geweint). Die Sicherheitskontrolle war wie beim Flughafen, ich musste mich mal wieder halb ausziehen nur um ungepiepst durch den Metalldetektor zu kommen. Der Weg nach oben war lang, 500 feet in die Höhe. Zum Glück mit dem Aufzug. Von oben hatten man nun einen tollen Blick über ganz Washington. Wir haben viele Bilder gemacht und sind dann auch wieder nach unten gefahren.

Weiter ging es auf der Mall Richtung Capitol, etwas eine Meile geradeaus. Dort haben wir natürlich auch viele Bilder gemacht und uns das Ding mal von außen angeschaut. Wir haben dann mit einem Wachmann gesprochen, ob es dort auch Touren gäbe was er bejahte, allerdings erst wieder morgen weil heute ja Sonntag ist. Wir sollen aber gegen 7.30 Uhr hier anstehen, da es nur eine limitierte Zahl von Tickets gibt und der Ansturm gewaltig sein wird. Also gut, werden wir machen. Alles andere war auch geschlossen, Libary of Congress, Supreme Court, FBI,....

Wir sind dann zur Union Station gegangen, dem Hauptbahnhof, der eigentlich eher ein Einkaufszentrum mit Bahnanschluss ist. Dort bekommt man auch alles und so haben wir uns beim Chinesen dort ein Frühstück/Mittagessen gegönnt (Orange Chicken mit Reis und Nudeln). Marc hat sich dann gleich noch nach Zugverbindungen von Greenville nach New York erkundigt (bis zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht mal, dass Greenville einen Bahnhof hat). Wieder viele Fotos....

Weiter ging es dann zum FBI Gebäude, das leider geschlossen war und auch keine Touren mehr anbietet. Dann sind wir eben in das Naturkundemuseum gegangen und haben uns dort den Hope-Diamanten angeschaut, der einer der größten und teuersten sein soll. So wurde er auch bewacht. Von dort sind wir weiter zum Space- und Aviationmuseum, weil wir uns dort einen Film im I-Max Kino ansehen wollten. Leider sind wir in die falsche Richtung gelaufen, weil wir erst nach 20 Minuten gemerkt hatten, dass wir den Stadtplan falsch herum gehalten haben (da war aber auch nicht darauf vermerkt, wo was ist, sondern nur Gebäude eingezeichnet). Wir haben es aber noch rechtzeitig ins Kino geschafft, was wir im Nachhinein etwas bedauert haben weil der Film die $7,50 Eintritt nicht wert war. Im Museum haben wir uns dann nicht mehr so lange aufgehalten, da wir in den letzten Wochen genug mit Space und Raumfahrtkruscht zu tun hatten. Außerdem haben die geschlossen und uns rausgeworfen.

Der Heimweg stand an und wir haben uns auch bald im Hotel wieder eingefunden, wo wir unsere Kameras leer machten und die Bilder auf dem Laptop abspeicherten um für den Abend bereit zu sein. Der sollte in Georgetown verbracht werden, dem ältesten Viertel von Washington, das von seinen vielen kleinen Häusern geprägt worden ist und heute vielen Studenten und Künstlern (oje, das kann ja was werden) ein zu Hause bietet. Dort haben wir in einem kitschigen 70-er Jahre Künstler-Mode-Artefakten-Laden herumgestöbert und allerlei lustige und nützliche Dinge gefunden. Zum Beispiel wollte ich mir den Ratgeber "Wie Mann Frauen verführt" kaufen, da dieser vom Playboy aufgelegt wurde. Mein Blick fiel auch auf das Buch "English as fucking second language", in dem es um das Wort "Fucking" geht, das eigentlich in jedem möglichen Satz von den Amis eingebaut wird. Ich habe dann keines gekauft.

Die Essenssuche war recht schwierig, da Preise recht hoch. Dafür war ordentlich was los, nur nicht in dem Restaurant, in dem wir dann gelandet sind. Dafür war das Essen wieder gut und gar nicht so teuer. Nachdem wir genug von der Atmosphäre genossen hatten, fuhren wir zurück ins Hotel.

Der Wecker klingelte um 7.00 Uhr, da wir ja bald beim Capitol sein sollten. Also raus aus dem Bett und hinaus in die Kälte. Juhuu. Vorher haben wir aber noch im Hotel ausgecheckt und sind dann mit dem Auto zum Capitol gefahren, war ja kostenlos am Feiertag. Wir haben uns dann in Schlange gestellt und sind mit einem Ami ins Gespräch gekommen, der natürlich auch total von Deutschland begeistert ist und unbedingt mal hin will, wie jeder eben hier (aber keiner weiß wirklich wo Germany eigentlich genau liegt). Unsere Tickets haben wir dann um 8.00 Uhr bekommen und sollten gleich die erste Führung um 9.00 Uhr mitmachen, was uns recht war. In der Zwischenzeit sind wir dann zum Starbucks Coffee gefahren und wollten uns einen Kaffee zum Frühstück holen. Marc hat im Auto gewartet, weil er in 2. Reihe auf der Hauptstasse parken musste. Ich also rein und einen Kaffee mit Vanillegeschmack für Marc bestellt. Ich war nicht ganz sicher was ich wollte und bestellt mir dann einen Vanilla-Creme, was sich lecker anhörte. Dann hat doch die Kaffeetussi meinen Becher genommen und mit Eis vollgestopft. Draußen war Eiszeit und die tut EIS in meinen Kaffee rein, der mich eigentlich aufwärmen sollte. Dann hat sie alles vermahlen und dazu Vanille gegeben. Habe ich mir doch einen Eisshake mit Vanillegeschmack bestellt. Gaaanz toll. Wie soll mir jetzt warm werden? Und teuer war das Ding auch noch. Ich also wieder rein ins Auto und einer von uns hat sich erst mal kugelig gelacht. Ich war's nicht. Habe versucht den Shake irgendwie zwischen den Beiden aufzuwärmen, aber ohne rechten Erfolg. Was solls. Auch egal. Zurück am Capitol sind wir rechtzeitig in unsere Führung gekommen, die uns erstmal wieder durch die Sicherheitskontrolle gebracht hat. Dann ging's die ehrwürdigen Stufen zum Kongress hinauf und hinein in die prunkvolle Halle mit dem Kuppelbau, die eigentlich total leer war bis auf ein paar Gemälde und einen kleinen Pummel, der sich bei genauerer Betrachtung als weibliche Polizistin zu erkennen gab. Die hat es natürlich ganz wichtig gehabt, dass auch jeder seine Finger bei sich behält und nicht aus der Reihe tritt. Einer hat es gewagt, von der Gruppe 2 Meter Abstand zu halten um ein Foto zu machen. Hat sie den doch angefahren, er soll zurück in den Kreis gehen wo die anderen stehen - amerikanische Zurschaustellung von Macht.

Die Führung hat uns mal nicht so richtig beeindruckt und außer dass Marc von einem Schwulen durch das Capitol verfolgt wurde ist da auch nicht viel hängen geblieben. Alle Sitzungsräume waren aufgrund des Feiertags nicht zu besichtigen, sonst aber immer offen. Das versteht auch kein Mensch, am Feiertag kann man doch am besten so was besichtigen, wenn keiner da ist. Aber na ja, wir sind ja in Amerika.

Nach der Führung wollen wir noch schnell zum Jefferson Memorial und Marine Corps Memorial fahren, was wir dann auch taten. Auf der Fahrt entdeckte ich plötzlich Marine 1, den Hubschrauber vom Präsidenten, der Richtung Weißes Haus flog. Marc wusste gar nicht was los war als ich wie wild gestikuliert habe dass er einen Powerslide machen und zurück fahren sollte, damit wir zum Weißen Haus kommen. Hat er dann auch gemacht und wir sind hingefahren. Leider etwas zu spät, kurz bevor wir da waren ist der Hubschrauber wieder abgehoben. Wir haben trotzdem etwas gewartet, aber als die Landehelfer die Positionskreuze aus dem Garten wieder entfernten war klar, dass er so schnell nicht zurück kommen würde. Wir wollten dann einfach nochmals ein Bild machen also ein Polizist auf uns zu kam und meinte wir sollen uns beeilen, sie sperren hier alles ab. Auf meine Frage warum meinte er nur, dass dürfe er nicht sagen, ich könne es mir aber denken. Wir dann weg von da und seitlich an den Zaun gelaufen, wo man komischerweise wieder stehen durfte. Amerika eben. Plötzlich war wuseliges Treiben im Garten zu sehen und wie im Film liefen schwarz gekleidete Männer über das Anwesen und haben alles abgesucht. Plötzlich stand dann George Bush im Garten und hat mit seinem Hund Ball gespielt. Er hat uns aber nicht bemerkt und selbst wenn, wäre er sicher nicht auf einen Schwatz herübergekommen, obwohl wir direkt an seiner Einfahrt gestanden sind und ihm beim Gassigehen zugeschaut haben. War ganz nett, aber als er sich wieder nach drinnen verzogen hatte, sind wir auch wieder weitergefahren und noch zu den beiden Memorials gekommen. Dort wieder viele Bilder und so weiter. Nichts besonderes mehr passiert.

Wir haben dann gegen 14.00 Uhr Washington verlassen und sind nach Süden in Richtung Outer Banks in North Carolina gefahren, einer Sandbank die sich vor der Küste erstreckt und einige Ortschaften dort hat. Der Weg dorthin war aber ein ganzes Stück und wurde von einer 17 Meilen langen Brücke unterbrochen, die teils über Wasser, teils unter Wasser (in einem Tunnel) lag. Die haben also echt eine Brücke gebaut, die mitten im Meer unter Wasser abtaucht, damit die Marine Schiffe und der Atlantik-Flottenverband problemlos den Hafen in Norfolk erreichen können. Dort ist die größte Marinebasis der Welt angesiedelt und eben der Heimathafen der Atlantikflotte. Die war aber zum großen Teil ausgelaufen und Richtung Irak unterwegs, wie wir später erfuhren. Da wir die Brücke bei Tag passieren wollten und wir recht spät dran waren, haben wir in der letzten Ortschaft davor übernachtet und dabei ein Motel namens "Rittenhouse Motor Lodge" ausgesucht (es war das einzige dort). Die Zimmer waren sauteuer, aber dafür groß und sauber. Auch wenn das Bad und die Einrichtung nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen, mussten wir nicht mit Badeschlappen duschen gehen.

An der Grenze zu Virginia haben wir dann angehalten, weil Marc mal den Restroom aufsuchen musste. Ich habe mich derweil im Dixie-Laden umgesehen, die allerlei unnötiges an Südstaatenkrempel verkauft haben. Hier habe ich mich wohl gefühlt. Plötzlich kommt Marc und meint, wir müssen ganz schnell rüber auf die andere Straßenseite weil er ganz dringend mal muss. Auf meinen Hinweis, dass hier doch auch ein Klo ist meinte er, dass das hier ein Plumpsklo und keine Toilette ist. Auf dem Weg zur "Zivilisation" hat er dann darüber philosophiert, ob die Marke "Dixie-Toilette" wohl auf dem Dixie-Klo basiert, und das immer nur ein Plumpsklo sei. War mir eigentlich egal.

In Norfolk wollten wir die Marinebasis ansehen, was auch möglich war. Allerdings waren die Touren nur nachmittags, was uns aber zu spät war weil wir abends ja wieder in Greenville sein mussten. Also sind wir weiter zu den Outer Banks gefahren. Dort im Visitor Center angekommen haben wir erfahren, dass wir zu spät sind um die letzte Fähre vom südlichen Punkt aufs Festland zu erreichen, daher haben wir die nächste Brücke wieder aufs Festland nehmen müssen, was wir eigentlich nicht wollten. Die Outer Banks sind eine nette Urlaubsgegend, zumindest im Sommer. Wir hatten doch eher einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, da wir einen eisigen Sturm und leichten Regen hatten. Marc hat sich wie daheim an der Nordsee gefühlt. Toll, ich nicht. Viel zu sehen gab es dort leider nicht und so machten wir uns auf den Weg Richtung Westen, immer der Sonne nach (wenn sie da gewesen wäre). Zuvor haben wir allerdings noch das Gelände der Gebrüder Wright besucht, auf dem der erste Flug mit einem Motorflugzeug stattgefunden hat.

Wieder auf dem Festland fuhren wir durch eine total verlassene Gegend, die ab und zu mal von einem Redneck-Laden besiedelt wurde. Aber auch hier gab es Kirchen, wo niemand wohnt. Und wieder hatten wir eine Situation wie an Thanksgiving im Outback von Alabama, dass wir irgendwo im Nirgendwo sind und der Tank leer war. Das passiert aber immer nur, wenn ich mit Marc unterwegs bin. War diesmal aber nicht so dramatisch und wir haben eine Tankstelle gefunden.

Hier war unser Urlaub nun auch zu Ende, denn der Rückweg führte dann wieder über die Autobahn nach Greenville, wo wir um 22.00 Uhr ankamen und todmüde ins Bett gefallen sind, nachdem wir an diesem Wochenende kaum geschlafen hatten. So, das war's. Bis zum nächsten Mal.